Schön wie Janina

Tätä – tätä – tätä – ein Dreifach-Tusch auf Janina! So heißt das Hochdruckgebiet, welches uns das schöne Wetter über Karneval bescherte. Allüberall schunkelnde Narren bei Kaiserwetter. Über Berlin lag und liegt jedoch ein Tiefdruckgebiet: E10.

E 10, das ist jene mit Bio-Alkohol angereicherte Sprit-Brühe, die jetzt unsere Autos antreiben soll. Mit einem kleinen Problem: Wir Autofahrer wollen diese Pansche gar nicht tanken. Weshalb sich Politiker, Autohersteller, Benzin-Hersteller und allerlei Experten momentan richtig zoffen.

Warum überhaupt E10? – Manche Politiker wollten damit die Umwelt und die Bürger beglücken. Sprit aus nachwachsenden Rohstoffen wie Weizen oder Rüben sollte den CO2-Ausstoß und die Abhängigkeit vom arabischen Öl mindern.

In den USA gibt es E10 schon seit langem. Dort wurde der Stoff einst auf Betreiben des früheren US-Vizepräsidenten Al Gore eingeführt. Er wollte seinen Farmern im weiten Westen was Gutes tun. Doch in den USA hat sich herumgesprochen: E10 hat nichts gebracht, außer milliardenschwere Subventionen für die Bauern. Al Gore ist vom Bioethanol längst wieder abgerückt.

Auch in Deutschland warnten viele Experten: E10 ist Unsinn. Es gibt keinen Nutzen fürs Klima. Das Ganze ist eine Mogelpackung. Außerdem treibt es die Lebensmittelpreise nach oben. Zum Beispiel fehlt Weizen als Nahrung, weil er ins Benzin „wandert“.

Hungerprobleme weltweit, steigende Nahrungsmittelpreise, weil immer mehr Menschen satt werden wollen – und wir machen Sprit aus Lebensmitteln! Ein Irrsinn. Ob diese Brühe einigen Motoren schadet oder nicht, ist dann das Sahnehäuptchen auf dieser Brausebirnenpolitik.

Ach, wenn es nur eine einmalige Panne wäre! Aber auch die Energiesparlampen werden uns als Klimaretter und Stromsparer verkauft. Strom sparen tun sie wirklich. Aber in den meisten „Birnen“ sind Giftstoffe enthalten, etwa Quecksilber – eine Umwelt-Sauerei vom Feinsten. Unbrauchbare Lampen, die im Sondermüll landen, werden zwar auseinander genommen, doch die Giftstoffe werden nicht wieder verwertet. Das funktioniert bislang nicht. Stattdessen landen sie erst in Fässern und dann auf einer Deponie – in einem ehemaligen Salzbergwerk!

Da wird das Bio-Huhn in der Pfanne verrückt!

Schön, dass wir Verbraucher uns nicht allen Quatsch gefallen lassen. Schön, dass wir Verbraucher richtig was bewegen können, wenn wir uns einig sind. Schön, dass man solche Murks-Politik auch abwählen kann. Schön wie Janina.

Tilo