Strahlemann Kurt!

Wer A sagt, muss auch B sagen. Etwa 80 Prozent aller Deutschen wollen ganz schnell raus aus der Atomernergie. Möglichst heute, spätestens morgen. Viele sind schon zu einem Ökostrom-Anbieter gewechselt oder planen es. Hoffentlich gibt es genügend Ökostrom, um alle Wünsche zu befriedigen. Schließlich liegt der Anteil an so genannter „grüner Energie“ bei höchstens 17 Prozent.

Womit wir bei B angekommen sind. „Grüner Strom“ ist teurer. Um die 17 Prozent zu steigern, müssen neue Anlagen her. Das kostet richtig Geld. Und wenn – zum Beispiel – die geplanten sündhaft teuren Windmühlen in der Nordsee stehen, brauchen wir neue Überland-Leitungen. Auch die wachsen nicht von alleine aus dem Boden. Aber die Deutschen sind mit großer Mehrheit bereit, bis zu 150 Euro jährlich zusätzlich an Stromkosten zu überweisen. Hauptsache, der Atomstrom fällt möglichst bald weg (oder kommt nur noch aus Frankreich).

Wir könnten auch unser Verhalten ändern. Dann bräuchten wir einige AKW nicht mehr. Ein normaler Haushalt verfügt heutzutage über 200 bis 300 Geräte, die Strom verbrauchen (können). Die sind zwar nicht alle gleichzeitig am Netz, aber theoretisch schon.

Das fängt bei den vielen Lampen an, geht über Handy-Aufladegeräte, den elektrischen Dosenöffner und endet noch lange nicht beim TV. Warum lassen viele Bürger vom Morgen bis zum späten Abend den Fernseher oder das Radio laufen, ohne überhaupt hinzugucken oder hinzuhören? Oder Tilos guter Freund Kurt. Der läßt seine gesamte Computer-Anlage rund um die Uhr angeschaltet – 365 Tage im Jahr. Inklusive Drucker, Wlan, externem Netzwerk, Scanner & Co. – Ach Kurt, alter Strahlemann, Leute wie Du brauchen ein Atomkraftwerk ganz für sich alleine!

Dennoch ist auch Kurt fürs rasche AKW-Abschalten. Umgekehrt ist er – man möchte fast sagen: natürlich – gegen die neue Hochspannungs-Trasse, die demnächst durch den Hagener Osten gebaut wird. Wie ohne diese Leitung künftig der Ökowindstrom von der Nordsee nach Südwestfalen transportiert werden soll? Das ist ihm wurscht – Hauptsache nicht durch sein Blickfeld.

Lieber Kopf in den Sand. Und auf garkeinen Fall B sagen …

Tilo