Tierschützer knallen Tür zu

Ob es uns passt oder nicht: Die Chinesen sind dabei, dem 21. Jahrhundert ihren Stempel aufzudrücken. Textilien, Spielzeug, Elektrogeräte, Kameras & Co. kommen bereits heute fast ausschließlich aus Fernost.

Auch auf dem Fischmarkt setzen die Leute aus dem „Reich der Mitte“ neue Maßstäbe. Während wir dem fast ausgestorbenen Kabeljau ein Tränchen nachweinen, erobern Maos Nachkommen die Gaumen der Fischfreunde.

Die Europäer bejammern leergefischte Weltmeere, die Chinesen handeln. Sie setzen auf Züchtung. Mittlerweile stammt schon jedes fünfte verzehrte Kiementier von dort. Der schmackhafte Pangasius beispielsweise, bei uns lange völlig unbekannt, gehört zu den chinesischen Exportschlagern.

Und wir? Wir machen lieber Kasperle-Theater. In Hagen sind nicht einmal Tierschützer und Rathaus-Leute unter einen Hut zu kriegen. Tilo schrieb zu Jahresbeginn über neuen Knatsch beim Tierheim-Baubeginn. Er wettete, es werde noch schlimmer kommen. Und es kam schlimmer. Die Tierschützer sind tief gefrustet ausgestiegen und haben ihre halbe Million Euro zurückgezogen. Sie wollen die lumpige Ramsch-Version einer neuen Tierheim-Klitsche nicht mittragen und auch nichts mit der geplanten Schrott-Hütte zu tun haben. Das Rathaus reagierte mit einer sauerkrautigen Pressemitteilung:

„Oberbürgermeister Jörg Dehm hat am Montag, 31. Januar, die im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen über das Gespräch mit dem Tierschutzverein zur Realisierung des Tierheim-Neubaus an der Hasselstraße informiert. Der Hagener OB bedauerte es dabei ausdrücklich, dass mit den Vertretern des Tierschutzvereins keine Einigung über einen weiteren gemeinsamen Weg gefunden werden konnte. Zugleich betonte er aber noch einmal ausdrücklich, dass die Tür für eine Beteiligung der Tierschützer an dem Neubauprojekt auch weiterhin offen sei.“

Die Stadt will jetzt den Neubau alleine stemmen, unter Verwendung von Konjunkturmitteln in Höhe von 1,5 Mio. Euro. Die Ausschreibungen und Bauvorbereitungen laufen weiter.

Wenn es nicht so traurig, so lächerlich und peinlich wäre! Vielleicht sollten wir das neue Tierheim nach China verlagern – dort wird‘s wohl besser klappen. Und wenn dann zu viele Hunde drin sind, macht nix – „Chow Chow“ heißt „schmeckt lecker“ …

Tilo