Tilo: Klimaschutz?

Fast 30 Grad Mitte Oktober in Hagen. Super. Und irgendwie beängstigend, oder?
Egal, schauen wir auf einen „Klimaskeptiker“ der ganz besonderen Güteklasse – auf Donald Trump. Manchmal scheint der „Master of Desaster“ ja doch noch lernfähig zu sein. Jahrelang hatte der US-Präsident bestritten, dass es einen Klimawandel überhaupt gibt, jetzt hat er in einem CBS-Interview zugegeben, dass der Wandel wohl – entgegen früherer Aussagen von ihm – doch „kein Scherz“ ist. Allerdings glaubt er nach wie vor, dass die weltweiten Veränderungen im Wesentlichen nicht „menschengemacht“ seien.

Da befindet er sich im Einklang mit vielen AfD-Anhängern, zum Beispiel mit „Rumpelstilzchen“ (ein von ihm sebst gewählter Name). Er ist ein fleißiger Hagener, vermutlich ein älterer Mann. Fast jede Woche schreibt er Tilo mittlerweile ein anonymes Briefchen. Meist bemüht er sich, Tilo irgendwie zu beleidigen, so wie am Montag. In seinem allerneuesten Geschreibsel ging es Rumpelstilzchen zunächst darum, wirres Zeug zum Klima zu faseln, um dann festzustellen, dass „Tilo gerne anderen Ländern in den After kriecht“. Nun ja, wenn‘s nicht mehr ist…

Apropos andere Länder. Ein Blick auf die Bayern-Wahl ist auch aus Hagener Sicht nicht ganz uninteressant – der wahrscheinliche CSU-Koalitionspartner, die „Freien Wähler“, ist so etwas Ähnliches wie eine gemäßigt populistische Partei und relativ schwer einzuordnen. Eine eventuelle Koalitionszusage haben die Freien Wähler bereits am Sonntag­abend mit happigen, also sehr teuren Forderungen garniert, wie das bei Populisten üblich ist. So wollen sie mehr Geld für Bayerns Bauern, mehr Geld für Beamte und sie wollen kostenfreie Kitas.

Das „Regierungs-Nachsehen“ werden hingegen die Grünen haben – dabei ist die Öko-Partei eindeutig die neue Nummer 2 im Freistaat geworden. Die Grünen haben der CSU mit ihrer konsequenten Politik sogar mehr Wähler abspenstig gemacht als „Freie Wähler“ und AfD. So kam das von Seehofer & Co. ständig in den Mittelpunkt gerückte Thema Migration bei den Grünen kaum vor. Aus gutem Grund. Denn laut Umfragen verspürten die Freistaatler eigentlich drückendere Probleme: Rente, Mieten, Steuern, Umwelt…

Die AfD profitierte in Bayern hauptsächlich erstens von bisherigen Nicht-Wählern, zweitens von Arbeitern mit eher niedrigerem Bildungsniveau und drittens von Menschen, die in der Vergangenheit ihr Kreuzchen bei kleineren „Braunparteien“ gemacht haben.

Kurzum, die Bayern-Wahl hat Deutschland ein Stückchen verändert. Und auch uns Menschen in Hagen zum Staunen gebracht. Bleiben am Ende nur noch zwei Fragen offen: was die Wahl für den Klimaschutz bedeutet und welche Schmuddelphantasien jetzt wieder unser reizendes Rumpelstilzchen rotieren lassen.

Tilo