Tilo: Mit „Orange“

Tilo könnte heute über Penunzen reden. Zum Beispiel über das Geld, das Friedrich Merz, der Möchtegern-Retter der CDU, verdient. Wir könnten in puncto Geld auch über Alice Weidel reden. Die Sauberfrau der deutschen Rechtsaußen-Politik verlangt zwar von anderen Menschen Gesetzestreue, aber den ordnungsgemäßen Umgang mit Spenden scheint sie noch lernen zu müssen.

Doch es gibt wichtigere Themen auf der Welt als Merz und Weidel. Zum Beispiel unser Klima. Oder das Brexit-Irrenhaus jenseits des Kanals. Oder noch viel, viel wichtiger: das Thema „Gewalt gegen Frauen“. Denn anders, als uns die AfD weismachen will, sind es eben nicht nur die jungen Männer aus Afrika oder Asien, die eine Gefahr für Frauen darstellen, sondern allzu häufig eher Lebenspartner, Verschmähte, Freunde, Verwandte, Pfarrer, Trainer oder andere nahestehende Personen. Das beweisen unendlich viele Missbrauchsfälle.

Noch vor wenigen Jahren wurde die „Gewalt in der Ehe“ von Staatsanwälten und Richtern nur selten verfolgt und abgeurteilt. Auch Frauenhäuser erfuhren lange Zeit oftmals kaum Förderung und werden auch heute noch von der Männerwelt häufig als „unnötig“ eingestuft.

Am Sonntag, 25. November, ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Eine europäische Studie aus dem Jahr 2014 (vor der großen Flüchtlingszuwanderung!) geht davon aus, dass in Deutschland jede dritte Frau ab dem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt hat.

Oft steckt eine frauenfeindliche Ideologie oder Geistes­haltung dahinter – das gilt bei Zuwanderern ebenso wie bei etlichen „Bio-Deutschen“. Häusliche Gewalt ist seit „ewigen Zeiten“ eines der häufigsten Verbrechen in Deutschland. Sie geschieht in allen Schichten – in Arztfamilien ebenso wie bei Feuerwehrleuten.

Noch ein paar äußerst unangenehme Zahlen aus dem Jahr 2016: Offiziell wurden damals in Deutschland rund 12.000 Frauen von ihren (Ex-)Partnern schwer oder gefährlich verletzt – 357 Frauen wurden gar getötet. Die Dunkelziffer ist vermutlich erheblich höher. Besonders häufig kommt häusliche Gewalt bei Suchtmittel­abhängigen vor – also zum Beispiel in Familien, in denen viel Alkohol konsumiert wird. Ein Thema, das von der Politik grundsätzlich nicht behandelt wird.

Auch der Zonta-Club Hagen sagt „Nein zu Gewalt gegen Frauen, denn die Ausübung der Gewalt ist eine grobe Verletzung von Menschenrechten“. Mit seiner Aktion „ZONTA says NO“ am kommenden Samstag tritt der Club gemeinsam mit Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz gegen diese Menschenrechtsverletzung ein und setzt ein sichtbares Zeichen: Wie in vielen anderen Städten weltweit wird Hagen ab 18 Uhr teilweise in orangenes Licht getaucht.

Gebäude und Wahrzeichen werden rund um die Erde in Orange leuchten. So strahlen derart unter anderem die Europäische Zentralbank in Frankfurt, das Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel und in Hagen das Theater, das Rathaus und die Museen. An Informationsständen, vor dem Museumsquartier, dem Theater und der Volme-Galerie stehen Mitglieder des Hagener Zonta-­Clubs bereit, um Hilfsangebote aufzuzeigen.

Frauen und Mädchen müssen ermutigt werden, sich zu wehren, ihre Rechte wahrzunehmen und sich Hilfe zu holen, deshalb wird der Zonta-Club an den Info-Ständen von der Opferschutzstelle der Hagener Polizei und der Frauenberatungsstelle unterstützt. Gut so!

Tilo