Tilo: Oh, Ausschuss!

Oh je, ist ja mal wieder richtig was los auf dem Globus. US-Präsident Trump hat erneut wichtige Mitarbeiter gefeuert. In Frankreich musste Präsident Macron am Montag „soziale Wohltaten“ versprechen. In Großbritannien wurde die Brexit-Abstimmung verschoben. In Marokko nahmen über 150 Staaten den neuen UN-Migrationspakt an, darunter auch Deutschland, aber nicht Österreich-Ungarn und die USA.

Und in Hagen? An der Volme erhitzt immer noch die Linie 527 die Gemüter. Tilo hat schon einmal darüber berichtet. Zur Erinnerung: Diese Linie soll ab Januar zwar von der Altenhagener Straße hinauf zum Ischeland fahren, aber nicht mehr hinunter. Sie soll den relativ steilen „Berg“ stattdessen direktemang über den Bergischen Ring verlassen. Hunderte von Menschen werden dadurch vom direkten und relativ komfortablen Weg zu den Geschäften an der Altenhagener Straße abgeschnitten. Übel für die Läden (Aldi, Edeka etc.), noch übler für viele Kunden.

Mittlerweile hat sich auch das Stadtteilforum Altenhagen des Themas angenommen. Es fordert eine sofortige Korrektur des angedachten 527er Linien-­Verlaufs.Der gesamte Kladderadatsch fußt auf einem Beschluss des Ratsauschusses für Umwelt und Mobilität, der die Stadtverwaltung beauftragt hatte, ÖPNV-Verbesserungsvorschläge zur Diskussion vorzulegen. Doch statt Ideen zu diskutieren, kam es im Sommer gleich zu einem einstimmigen Beschluss des Ausschusses, die Streckenführung der Linie 527 nicht mehr als klassische Hin- und Retour-Fahrt beizubehalten, sondern daraus eine „große Schleifenfahrt“ zu machen. Diese Lösung stellt aber für viele Anwohner eben halt keine ÖPNV-Verbesserung dar, sondern – noch sehr positiv formuliert – allenfalls eine „Verschlimmbesserung“.

Bleibt es bei der Verschlimmbesserung, passiert genau das, was Gerhard Engler, Sprecher des Stadtteilforums, dem Wochenkurier so beschreibt: „Wenn dann Ältere, Gehbehinderte, Mütter mit Kindern, Menschen ohne Auto ins Altenhagener Zentrum wollen, müssen sie an der Altenhagener Brücke aussteigen und eine fast lebensgefährliche Überquerung auf die andere Straßenseite wagen oder – alternativ – erst am Hauptbahnhof wechseln.“ Dann sei es aber für viele Rentner vorbei mit dem Kurzstreckentarif. Das wiederum kann ja wohl nicht Sinn einer verantwortungsvollen sozialen Politik sein.

Ach, werte Politiker, das kommt davon, wenn man nichts genau liest, sondern einfach nur mal eben „durchwinkt“, was ein – wahrscheinlich orts­unkundiger – Beamter ausgetüftelt hat.

Tilo

P.S.: Am nächsten Mittwoch tagt der ÖPNV-Arbeitskreis, dann geht es auch um die „Buslinienführung im Bereich Ischeland“. Da darf man gespannt sein, was diesmal ausgetüftelt wird.