Tilo: Ohne Verstand?

Eigentlich ist es bei Buslinien immer so: Der Bus fährt eine Strecke bis zu einer Endhaltestelle und dann fährt er diese Strecke auf der anderen Straßenseite wieder zurück. Ausnahmen bestätigen die Regel. Eine solche Ausnahme gibt es bald am Ischeland.

Insbesondere ältere Ischeland-Bewohner sind jedenfalls stinke-sauer, dass sie in Kürze nicht mehr auf der ÖPNV-Sonnenseite wohnen. Der Grund: Ab dem 6. Januar soll die Buslinie 527 nicht mehr die gewohnte „Rück-Route“ nehmen – von der Blumenstraße aus über die Hermannstraße und vorbei an der Josefskirche. Stattdessen werde der „Zurück-527er“ das Viertel direktemang in Richtung Altenhagener Brücke verlassen, wo man dann wiederum in den „Hin-527er“ umsteigen müsse, wenn man zur Altenhagener Straße gelangen möchte.

Dadurch werde man von den Versorgungseinrichtungen an der Friedensstraße und an der Altenhagener Straße (Edeka, Aldi, Kirche, Apotheke, etc.) zwar nicht völlig abgekoppelt, aber die Fahrt dorthin werde ganz erheblich erschwert. Die dann deutlich längere Fahrzeit sei den Älteren kaum zuzumuten, heißt es. Und das, so klagen die Anwohner aus den Vierteln jenseits von Brüder-, Hermann-, Rheinstraße & Co., geschehe alles „ohne Sinn und Verstand“.
Immerhin kommt man problemlos von der Altenhagener Straße aus wieder zurück auf den Berg – denn von dieser Seite her wird die Streckenführung nicht geändert. Doch was nutzt das, wenn man nicht vernünftig „runter“ zum Ziel-Ort kommt?

Ein Rechtsanwalt, der sich jetzt an Tilo gewandt hat, schreibt hierzu: „Vor der Tatsache, dass die Stadt Hagen dem Wohnungsverein eine Baugenehmigung zur Errichtung von altengerechten Wohnungen in diesem Stadtteil, die seit 2016 bezugsfertig sind und inzwischen als ‚Betreutes Wohnen‘ vom Land NRW unter Hinweis auf die Verkehrsanbindung zertifiziert wurden, ist dieses der nackte Hohn.“ Wo er Recht hat, da hat er Recht, der Herr Rechtsanwalt.

Die Hagener Straßenbahn setzt zwar diese Routenänderung um, verweist aber darauf, dass sie gezwungen sei, dies derart zu machen. Der Auftrag sei aus dem Rathaus gekommen – die Politik habe so entschieden. Daher sei man leider machtlos und müsse handeln, wie man ab dem 6. Januar handelt, nämlich dass es die normale Retour-Tour durch die Hermannstraße ab diesem Tag nicht mehr gibt.

Da fragen sich nicht nur die älteren Bewohnerinnen und Bewohner des Ischelands, welcher „politische Entscheider“ diese hanebüchene „Abschneide-­Idee“ gehabt hat.

Tilo