Tilo: Rennstrecke

Es ist wieder richtig viel los auf dem Globus. US-Präsident Trump wechselt weiterhin munter sein Personal aus, der von rechtspopulistischen Nationalisten initiierte Brexit kommt seit Monaten nicht „inne Pötte“ und bei der AfD hat man eine unappetitliche Geldspendenaffäre an der Hacke, die die Partei nicht erklären kann oder möchte. Dabei waren die Rechtsausleger doch mal angetreten, eine ehrlichere Politik machen zu wollen. Hahaha.

Und Hagen? Was ist hier los? Nun ja, hier wird zum Beispiel auf manchen Straßen gerast, dass es nicht mehr feierlich ist. Die Körnerstraße etwa ist vor allem in den Abendstunden ein übles Rennpflaster. Manche testosterongesteuerte „Vollpfosten“ drücken bereits an der Altenhagener Brücke das Gaspedal voll durch und lassen sich auch durch rote Signale, Passanten oder andere Autos nicht immer ausbremsen. Manche Raser brettern sogar von der Neumarktstraße aus schon mit reichlich Speed und quietschenden Reifen „um die Kurve“, um dann an der roten Karl-Marx-Straßen-Ampel gleich wieder in die Eisen gehen zu müssen.

Tilo möchte nicht wissen, wieviel C02 bei all diesen Manövern ausgestoßen wird. Kluges und vorausschauendes Fahren benötigt deutlich weniger Bremsvorgänge und somit auch einen geringeren Spritverbrauch. Aber das Rasen in Deutschland ist ja bekanntlich eh eine Sache für sich. Wir alle kennen das von den Autobahnen her. Tilo war in den Zeiten vor dem Brexit-Referendum oft in England. Dort ist schon bei 112 km/h auf den Autobahnen Schluss mit lustig.

Auch in Frankreich, Belgien und in den Niederlanden durfte er das geruhsame Fahren genießen. Hatte man jedoch die Grenze nach Deutschland überquert, war’s vorbei mit der Gemütlichkeit, weil viel zu viele Bekloppte an einem vorbeidonnerten und dabei gerne auch mal gefährlich nahe kamen. Wo bitte ist da der gesunde Menschenverstand, den Andy Scheuer, der deutsche Verkehrsminister, aus der bayrischen Weisheitenkiste holt?
Und was ist mit der Körnerstraße? Nun ja, vielleicht wird das Raser-Paradies zumindest teilweise verschwinden. Denn es gibt tatsächlich einige Hagener Rathäusler, die darüber nachdenken, hier teilweise Busspuren einzuführen. Das könnte ein erster „Anti-Raser-Schritt“ sein.

Vielleicht wären aber zehn Blitzkisten viel, viel effektiver. Doch dann ist wahrscheinlich wieder allerorten von „fieser Abzocke“ die Rede.

Tilo