Tilo: Was bringt 2019?

Was wird uns 2019 wohl bringen – auf dem Globus und in Hagen? Die Sexismus-Debatte wird uns weiterhin beschäftigen. Natürlich das Thema Rassismus. Auch dürfen wir uns nach wie vor mit etlichen Polit-Hasardeuren herumplagen, so mit US-Präsident Trump. Der wird es 2019 zwar schwerer haben, die Menschheit zu schikanieren (weil die Opposition erstarkt ist), aber auf Twitter wird er im kommenden Jahr seine täglichen Märchenstunden abermals zelebrieren, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ähnliche Vögel zwitschern mittlerweile auch in Europa, wenngleich nicht (immer) auf Twitter, aber genauso nervtötend und oft angeblich alternativ. Das werden wir im Übermaß vor allem demnächst im Europawahlkampf erleben.

Ein anderes Nerv-Thema der kommenden Wochen und Monate wird nach wie vor der Brexit sein. Als die Briten vor weit über zwei Jahren zur Abstimmung schritten, hat kaum einer – am allerwenigsten der damalige Premierminister Cameron – geglaubt, die Engländer könnten so dämlich sein, für den EU-Austritt zu stimmen. Am Wahlabend stand man dann vor einem Scherbenhaufen und musste feststellen, dass man für den Brexit gar keinen Plan besaß. Den hat man streng genommen bis heute nicht.

Schauen wir kurz auf Hagen und das Jahr 2019. Hier werden uns zum Beispiel marode Brücken und Fahrverbote beschäftigen. Und natürlich Müll und Problemimmobilien, etwa in Wehringhausen.

Apropos Wehringhausen. Hier wird es sicherlich eine Fortsetzung im Streit um einen Wohnblock der GWG geben. Die Genossenschaft ist ihren Genossen – das sind meist „kleine Leute“ wie „du“ und „ich“ – verpflichtet. Sprich: Sie muss deren Wohl im Auge haben. Dazu gehört auch die Feststellung, dass die GWG über reichlich Wohnraum verfügt, den man kaum nutzen kann und von dem man sich deshalb besser trennt. Im hinteren Teil von Wehringhausen gibt es einen größeren Wohnblock, den die GWG abreißen möchte. Ein moderner Lebensmitteldiscounter und ein dringend benötigter zeitgemäßer Kindergarten könnten nach Meinung der Genossenschafter an die Stelle treten.

Das stößt aber auf den Widerstand einiger Wehringhauser Aktivisten. Die sind zwar nicht unbedingt Mitglieder der Genossenschaft, möchten ihr aber vorschreiben, was sie zu tun hat. Nötigenfalls soll die Stadt aufmarschieren und den Discounter verhindern. Was die Aktivisten gerne auf dem Gelände oder mit den Häusern machen würden, ist jedoch nicht ganz klar. Das soll sich gefälligst die Stadt – finanziert von unser aller Steuergeld – ausdenken. Am liebsten wäre den Lautsprechern wohl eine GWG-Luxussanierung zu Billigmietpreisen. Motto: ist ja nicht mein Geld.

Nun, Tilo ist sicher: ein wohnortnaher Discounter und vor allem eine Kita an dieser Stelle käme den meisten Wehringhausern wesentlich eher zupass als in ferner Zukunft irgendein unausgegorenes Hirngespinst. Und im Übrigen fragt sich Tilo: Wenn einigen Aktivisten der Block so sehr am Herzen liegt, warum kaufen sie ihn dann nicht der GWG für einen standesgemäßen Preis ab? Dann haben sie alle Optionen.

Keine Frage: Von Trump über Brexit bis Wehringhauser GWG-Block – der Irrsinn bleibt uns auch 2019 erhalten.

Tilo