Verbrannte Träume

In Zeiten leerer öffentlicher Kassen ist es gar nicht so einfach, ein Städtchen liebens- und lebenswert zu erhalten. Ohne private Partner läuft da fast nichts mehr. Beispiel Haspe. Die Idee, die Bezirksverwaltungsstelle mitten ins Zentrum zu holen, gibt es schon lange. Doch erst, seitdem die GWG als weißer Ritter ins Boot sprang, kann dieser Wunsch jetzt Wirklichkeit werden. Der legendäre Hasper Bunker weicht einem modernen Geschäftshaus. Im Neubau soll auch die Verwaltungsstelle ihren Platz finden. Sie ist ja bislang weit entfernt im früheren Amtshaus an der Preußerstraße untergebracht..

Dabei hätten die Hasper das alles schon vor drei Jahrzehnten haben können. Und billiger. Wenn das Hagener Rathaus nicht gewesen wäre…

Als sich der Klöckner-Konzern in den 1970er Jahren „scheibchenweise“ aus dem Ennepe-Tal zurückzog, gab der Konzern auch sein prächtiges, noch völlig intaktes Verwaltungsgebäude mitten im Herzen von Haspe auf und schenkte es der Stadt Hagen. Rasch bildete sich – angeführt von zwei jungen Lokalpatrioten – ein Grüppchen, das einen Traum hatte. Die Idee: Umnutzung des großen Klöckner-Hauses – und zwar erstens für öffentliche Einrichtungen (Bezirksverwaltungsstelle, Stadtbücherei, VHS-Räume usw.), zweitens für ein Kulturzentrum (der Hasper Hammer existierte noch nicht und wurde erst ein Weilchen später für viel, viel Geld geschaffen), drittens für vermietete Geschäftsräume, mit deren Erlös das Kulturzentrum finanziert werden sollte.

Die damaligen örtlichen Politiker fanden diese Idee mehrheitlich gut und stellten sich hinter den Plan. Doch das seinerzeitige städtische Sanierungsamt spielte nicht mit und torpedierte die Hasper Ideen. Eines Tages brannte das herrliche Gebäude aus. Die Feuerwehr kam zwar, sah aber seelenruhig zu, wie die Flammen den Bau abfackelten. Der preiswerte Traum war in Rauch aufgegangen.

Alle Welt sprach damals von einem „warmen Abbruch“. Tilo weiß nicht, ob es stimmt. Auf jeden Fall war eine kostengünstige Chance dahin. Leider hatten wir in der Vergangenheit zu viele solcher Fehl-Entscheidungen. Ein Grund mit, warum die Volmestadt heute so tief im Schulden-Loch steckt.

Tilo