Winterblues

Ri-ra-runkel, im Volmetal ist‘s dunkel. Und wie! Die vergangenen Wochen gehörten im Sauerland und Ruhrgebiet zu den sonnenärmsten Phasen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. So wurden zum Beispiel in Lüdenscheid im gesamten Dezember die fies-grauen oder übel-schwarzen Wolken an lediglich 30 Minuten von der Sonne „überstrahlt“. Der bisherige Dezember-Negativ-Rekord-Wert lag in unserer Region bei gut vier Stunden. Auch im Januar sah es bislang kaum besser aus.

Das macht sich bemerkbar – auch in den Krankheitsstatistiken. Zumal die dritte Januarwoche längst als „Blue Monday Week“ gilt, das heißt; als Woche, in der uns der Winterblues eh schon gewaltig zu schaffen macht.

Das scheint sich auch auf die heimischen Spitzbuben auszuwirken. Wurden doch von dieser „Berufsgruppe“ mal wieder einige Taten vollbracht, die gut in Tilos Sammlung „dümmste Gauner aller Zeiten“ passen. So rief vor ein paar Tagen ein 25-jähriger Mieter bei der Polizei im benachbarten Halver an. Sein Vermieter stehe zusammen mit einem Gas-Ableser vor der Tür und wolle in die Wohnung, um die Zähler zu kontrollieren, klagte er. Doch er wolle den beiden den Zutritt verwehren und benötige nun die Mithilfe der Polizei. Dabei vergaß er offenbar, dass noch ein Haftbefehl gegen ihn vorlag. Entsprechend verdutzt schaute er drein, als wenig später die Handschellen klickten. Jetzt darf er sich 70 Tage lang in der JVA allerlei Gedanken über „dumme Ideen“ machen.

Lustig ist auch ein Fall aus Delstern. Ein Mann wollte am Sonntag zu seinem Gartenhaus und fand abseits der unbefestigten Zufahrt zwei Männer sowie einen Kombi vor, der sich offensichtlich in dem aufgeweichten Boden festgefahren hatte. Im Auto erblickte der Laubenbesitzer jede Menge Teile aus seiner Gartenhütte. Den schnell herbeigerufenen Polizisten konnte der 38-jährige Kombi-Fahrer nicht so richtig erklären, wie die Teile in sein Auto gelangt waren. Die Kripo gibt ihm jetzt die „Chance“, darüber nachzudenken. Tja, dumm gelaufen.

Vielleicht hätten die beiden Gauner lieber Schokolade geklaut. Die ist in Hagen hochbegehrt. 75 Sattelschlepper voll mit Schokolade: So groß ist der Hunger auf Süßes in Hagen pro Jahr, sagt die Gewerkschaft NGG. Von der Tafel über die Praline bis zum Riegel: 1.800 Tonnen Schokolade aßen die Menschen hier zuletzt rein statistisch, gut 9,5 Kilo pro Kopf.

Die Wk-Redaktion hat in ihren Reihen nachgerechnet – neun­einhalb Kilo, pah, lächerlich, da sind wir ganz andere Dimensionen gewöhnt.

Vielleicht ein geeignetes Mittel, um in diesen trüben Zeiten dem „Sauerländer Winterblues“ entgegenzuwirken?

Tilo