Barbaren als Gastgeber?

    Mit sportlichen Großveranstaltungen ist es ja so eine Sache. Bei Welt- und Europameisterschaften oder Olympischen Spielen lassen sich einerseits prima Geschäfte machen, und politisch umstrittenen Herrschern bietet sich die Gelegenheit, der Welt den Eindruck eines menschenfreundlichen Musterländchens vorzugaukeln. Das wusste schon Adolf, als 1936 die Jugend der Welt in Berlin eine putzmuntere, lebensfrohe Großstadt vorfand, und selbst 1978 durfte der in Argentinien herrschende General Jorge Videla der Welt-Fußballfamilie die argentinische Militärdiktatur mit mehr als 30.000 ermordeten Menschen noch als liebenswertes Gastgeberland präsentieren. Selbst Hermann Neuberger, DFB-Präsident und 1978 Cheforganisator der WM, mischte munter mit, um die Morde der Junta zu vertuschen.

    Blöd nur, dass die Welt im Zeitalter der modernen Medien genauer hin schaut. Zum Beispiel im Fall der Ukraine, wo unsere bundesdeutschen Edelkicker vor wenigen Tagen zum freundschaftlichen Vergleich weilten. Am hübschen neuen Stadion, so wird genörgelt, haben nicht nur fleißige Baumeister, sondern auch korrupte Hintermänner verdient, weshalb die Kosten für den Umbau mit 600 Millionen Euro so ein klitzekleines bisschen aus dem Ruder gelaufen sind. Das macht sich natürlich gar nicht gut in den Medien und wirft ein trübes Licht auf den Klitschko-Staat.

    Empörung macht sich zunehmend und vor allem auch bei Tierschützern breit. Denn zur EM im kommenden Jahr hat sich die Ukraine zum Ziel gesetzt, die Anzahl der heimatlosen Tiere zu dezimieren, um der Welt nicht zeigen zu müssen, wie viele arme Kreaturen auf ukrainischen Straßen leben und leiden. Die populationsreduzierenden Maßnahmen der Behörden sind freilich alles andere als human: Die Tiere werden vergiftet, erschossen oder gar lebendig verbrannt! Für letztere grausame Methode steht den Behörden in Lysychansk, Mariupol und anderen ukrainischen Städten ein mobiles Krematorium zur Verfügung, welches sogar im Staatsfernsehen beworben worden ist. Die Tiere werden eingefangen, angeschossen oder betäubt und direkt in den Verbrennungsofen geworfen!

    Ukrainische und schweizer Tierschützer kämpfen seit Jahren für die gewaltfreie populationsreduzierende Geburtenkontrolle in der Ukraine und gegen die Massenmorde an heimatlosen Tieren. Sogar die UEFA kritisiert die Machenschaften der ukrainischen Behörden scharf und hat den Tierschützern finanzielle Unterstützung zur Kastration der Tiere gewährt. Die ukrainischen Behörden reagieren auf die Proteste der Tierschützer bislang mit vernichtenden Taten: Sie üben Druck auf die Tierschützer aus, den internationalen Protest zu stoppen! Solche Nachrichten verbreiten sich in den sozialen Netzwerkewn des Internets in diesen Tagen wie ein Lauffeuer.

    Die Tierrechtsorganisation PETA ruft nun dazu auf, den Tieren in der Ukraine zu helfen und den Protest gegen die Massentötungen von heimatlosen Hunden zu unterstützen. Dabei hilft auch der Wochenkurier gern: Schreiben Sie an die Ukrainische Botschaft in Deutschland, sich für eine humane Geburtenkontrolle und gegen die grausamen Tötungen auszusprechen!

    Botschaft der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland
    Botschafterin Natalia Zarudna
    Albrechtstraße 26
    10117 Berlin
    Telefon: 030-28 88 70
    Fax: 030-28 88 71 63

    Und wer noch Informationen benötigt, der möge folgendes Video asnchauen:

    [youtube 10W5mPzy1U0 nolink]

    Fußball, so findet QuENgelbert, ist eine feine Sache. Gerade deshalb ist die Fußballfamilie gefordert, derartige Schweinereien zu unterbinden, vor allem, wenn sie auch noch in ihrem Namen und zur „reibungslosen“ Abwicklung ihrer Wettbewerbe geschehen. Wenn die qualvollen Tötungen von Hunden in der Ukraine nicht schnellstens aufhören, dann sollte dort auch keine EM stattfinden. Barbaren sind keine guten Gastgeber!