29 neue Busse angeschafft

Ennepetal (Sche) „Dieser Bus spart mit seinen Leichtbauelementen statt Stahl drei Tonnen Gewicht ein,“ beschreibt VER-Geschäftsführer Thomas Schulte die Vorteile seines „Holländer-Einkaufs“. Damit wird die Neuentwicklung des niederländischen Herstellers VDL zwar nicht zu Richard Wagners „Fliegendem Holländer“, spart aber mit seinen neun statt der zwölf Tonnen konventioneller Busse laut Herstellerangaben bis zu 20 Prozent Treibstoff ein.

Das ist für ein Unternehmen wie die VER, das am Tag rund 8.000 Liter Diesel „verfeuert“, schon eine Hausnummer. Das haben zum Beispiel die Rheinbahn und die Berliner Verkehrsbetriebe ebenfalls erkannt. Fahren rund um Düsseldorf bereits 60 dieser innovativen Gefährte, sind es in der Bundeshauptstadt immerhin schon drei.
Großzügig
Die übrigen Omnibusse, welche die VER jetzt – im Sommer 2014 – angeschafft hat, sind zwar etwas konventioneller ausgelegt, können aber ebenfalls mit technischen Neuerungen aufwarten. Die Fahrzeuge vom Typ Citaro haben standardmäßig einen niedrigen Einstieg. Im jetzt noch großzügiger bemessenen Mittelraum ist Platz für Kinderwagen, einen Rollstuhl und Fahrräder. Daneben gibt es 36 Sitze für die Passagiere. Zum hinteren Innenraum hin gibt es eine Stufe, denn das Fahrzeugheck erlaubt wegen des Motors und der Hilfsaggregate keine Niederflur-Bauweise. Die Citaros sind zwar nicht so sparsam wie ihr niederländischer „Bruder“, versprechen aber zumindest eine Einsparung von bis zu acht Prozent Kraftstoff.
Alle Busse treibt ein Dieselmotor an. Zum Thema Hybridfahrzeuge meinte Thomas Schulte: „Wir hatten 2011 und 2012 je ein Fahrzeug im Rahmen eines Modellversuchs angeschafft.“ Die Technik sei aber noch nicht richtig ausgereift und in Teilen bereits schon überholt. In der Zukunft werde man wohl eher auf Brennstoffzellen setzen. Zur Leistung der aktuell vorhandenen Fahrzeuge erläutert Instandhaltungsleiter Dirk Hühner: „Ein einfacher Bus leistet 300 PS, während ein Gelenkfahrzeug 360 PS stark ist.“ Zum Vergleich wies er auf einen älteren Bus aus den neunziger Jahren hin, der noch mit 182 Pferdestärken rollte.
Übrigens nutzen die Dieselbusse eine Energiespartechnik, die etwas an die Hybridfahrzeuge erinnert. „Beim Bremsen findet eine Stromrückspeicherung statt“, so Schulte, „damit senken wir den Energieverbrauch um etwa zwei Prozent.“
Mit Gefühl
Auch die Abmessungen der Neuzugänge sind beachtlich. Zwölf Meter sind die einteiligen Busse lang, die Gelenkfahrzeuge messen 18 Meter. „Da ist beim Rangieren in engen Straßen Fingerspitzengefühl gefragt“, appellierte Thomas Schulte an die übrigen Verkehrsteilnehmer, auf die 230 VER-Fahrer in solchen Situationen Rücksicht zu nehmen.
„Die Werkstatt freut sich über leichtere Wartbarkeit infolge leichteren Zugangs zu den wichtigen Teilen“, zollte Dirk Hühner den „Neulingen“ ein Kompliment des Fachmanns. Schnelligkeit ist für ihn wichtig; schließlich dient er freiwillig noch bei der Ennepetaler Feuerwehr.