Als Pastoren zu Künstlern wurden: „Ihr bleibt für immer in mein Herz“

Der Shanty-Chor vom Dorf am Hagebölling unter Leitung von Horst Renneberg vermittelte die Stimmung der Weihnacht auf See und im Hafen. (Foto: Stefan Scheler)

Gevelsberg. (Sche) „Auch wenn Schneeglätte herrscht, könnten die Bedachten ihre Schecks entgegennehmen“, war Taubenväter-Ehrenvorsitzender Hans Günter Jellinghaus bei der Spendenausschüttung des Vereins im Dorf am Hagebölling vor wenigen Tagen ungehalten: „Bei eigener Verhinderung könnte man zumindest einen Vertreter schicken.“

Immerhin waren die meisten der 200 geladenen Gäste auch erschienen; die klaffenden Lücken füllten die Mitglieder der Chorgemeinschaft Gevelsberg und des Shantychors vom Dorf am Hagebölling nicht nur zahlenmäßig auf, sondern sorgten mit stimmungsvollen Weihnachtsliedern von Land und See für adventlich gemütliche Stimmung.

Taubenväter-Kassierer Dieter Riebel, Ehrenvorsitzender Hans Günter Jellinghaus und Vorsitzender Uwe Kraftscheck (von links) verteilten Spenden. (Foto: Stefan Scheler)

„Ich habe ein wenig ein Problem damit, nach dem heutigen Begräbnis von Schwelms Altbürgermeister Dr. Jürgen Steinrücke in die heiter besinnliche Spur zu finden“, machte Bürgermeister Claus Jacobi die Runde ein wenig nachdenklich: „Trotzdem ist es immer wieder eine Freude, an den voll besetzten Tischen die Hochachtung der Gevelsberger für ihre Taubenväter abzulesen.“ Auch in Zahlen sei diese Wertschätzung messbar, rechnete das Stadtoberhaupt vor. Bringe man den zu verteilenden Gesamtbetrag von 33.157 Euro in Ansatz, ergebe sich, dass durchschnittlich jeder Gevelsberger mindestens einen Euro für die gemeinnützige Arbeit der sozial tätigen Vereinigung übrig habe.

Die Runde der glücklichen Spendenempfänger dankte den Taubenvätern für die zur Fortsetzung gemeinnütziger Arbeit wichtigen Gelder. (Foto: Stefan Scheler)

„In West-Papua haben die hilfsbedürftigen Menschen Gevelsberg und die Taubenväter als gute Freunde kennen gelernt“, dankte Altbürgermeister Dr. Klaus Solmecke für 250 Euro an die dortigen Kinder in Not: „Erst dachten man auf der Insel Neuguinea, es handele sich bei den fernen Spendern um einen Taubenzüchterverein. Jetzt wissen es die Papuas besser.“

Besser wissen auch die beiden Pastoren Helmut Kirsch und Martin Stais jetzt, welchen Beruf sie ausüben; hatte Moderator und Taubenväter-Kassierer Dieter Riebel sie in seiner launigen Begrüßung doch unter „Künstler des Abends“ angekündigt. Vielleicht waren sie das ja auch, indem sie der feiernden Gemeinde ganz ökumenisch ein wenig die christlichen Hintergründe des Adventstreibens nahe brachten. Der katholische Pfarrer Martin Steis bemühte dafür sogar den Propheten Jesaja, der im Kapitel 55 den fallenden Schnee als Gabe Gottes interpretierte; ganz passend zur draußen herrschenden Witterung.

Mitglieder und Ehrengäste sangen zum Abschluss des offiziellen Veranstaltungsteils mit den Besuchern das Taubenväterlied. (Foto: Stefan Scheler)

Ein anderer Gottesmann musste sich schon wieder bei einer Gevelsberger Institution verabschieden. „Ich gehe nach Italia“, setzte Don Cataldo zu einer ungewöhnlich ausführlichen Ansprache an, mit der er sich für 2.000 Euro für die Jugendarbeit bedankte: „Aber Missione geht weiter. Ihr bleibt immer in mein Herz.“

Außer den temperamentvollen Südländer, im Kirmeszug stets als Zitronenwerfer präsent, bedachten die Taubenväter das Hospiz Emmaus mit 1.250 Euro, die 13 Gevelsberger Kindergärten mit je 700 Euro, die Diakonie Gevelsberg mit 750 Euro, das DRK mit der gleichen Summe, die Feuerwehr mit 900 Euro, das Tierheim Strückerberg mit 500 Euro, das Drevermannstift mit 1.000 Euro, das Dorf am Hagebölling mit 1.750 Euro, die Evangelische Stiftung Loher Nocken mit 1.000 Euro, die Hiddinghauser Sonderschule für behinderte Kinder mit 750 Euro, die Gevelsberger Hasencleverschule mit 750 Euro, die Selbsthilfegruppe psychisch Kranker mit 200 Euro, den Schutz- und Polizeihundeverein Gevelsberg mit 500 Euro, Klaus Peter Thalers Krebsstiftung mit 2.000 Euro, Barbara Lützenbürgers Kinderschutzbund-Ortsverein Gevelsberg mit 1.000 Euro, das Jugendzentrum Schulstraße mit 1.000 Euro, die Evangelische Stiftung Volmarstein mit 750 Euro, Ingrid Bruzek für ihr Szprotawa-Engagement mit 400 Euro, den Weißen Ring mit 500 Euro, den Mittagstisch von Marlis Moll mit 750 Euro, den Prediger Wilhelm Barth mit 500 Euro, die Krabbelgruppe St. Engelbert mit 300 Euro, die Ehrenamtlichen vom Dorf am Hagebölling mit 500 Euro und die Gewaltprävention des Gymnasiums Gevelsberg mit 300 Euro.

Worum es bei alldem eigentlich geht, brachte Dieter Riebel zum Abschied mit einer Adventskranz-Parabel auf den Punkt. „Als die Kerzen für Liebe, Vertrauen und Frieden bereits erloschen waren, zündete die Kerze für Zuversicht sie alle wieder an“, gab der auch als Öffentlichkeits-Referent der Taubenväter Tätige den vom Abend begeisterten Besuchern mit auf den Heimweg.