Auf wackeligen Beinen durchs Damwildgehege

Gevelsberg. Im Damwildgehege des Verschönerungsvereins Gevelsberg (vvg) ist in den letzten Monaten viel passiert und es ist noch eine Menge geplant. Zunächst wurden die Gatterzäune von dem wild wuchernden Buschwerk freigeschnitten, so dass der Blick auf die Tiere nun viel freier geworden ist. Das fällt auch den Besuchern angenehm auf, während viele andere Aufräumarbeiten unbemerkt bleiben.

Zwei kleine Lücken für die Kinder

So hat das Team um Gatterbetreuer Dirk Huckenbeck -Jagdpächter Götz Bernecker, Mitjäger des Jagdbezirks Gevelsberg 1 und Heidi Pathe gehören dazu – Zäune repariert, Wiese und Gatter von umgestürzten Bäumen und querliegenden Ästen befreit. Sie haben die beiden Bachläufe gesäubert und den Verbindungstunnel zum oberen Gatter freigemacht, damit auch Starkregen ablaufen kann. Auch zwei kleine Lücken in kindgerechter Höhe wurden im Zaun geschaffen, damit Kinder endlich die lange nachgefragte Möglichkeit haben, die Hirsche zu streicheln.

Der auffälligste neue Blickfang im Gehege ist die etwa drei Meter lange Benjes“- oder Totholz“-Hecke aus Gehölzschnitt, Ästen und Zweigen. Sie ist das Werk von Heidi Pathe, die ehrenamtlich kräftig zugepackt hat. Sie berichtet: Gehölzbruch und Baumstämme aus dem Bachlauf haben wir zu dieser Naturhecke aufgetürmt. Sie soll noch ein bisschen höher und dicker werden.“ Dirk Huckenbeck erklärt weiter: Die Hecke bietet den Tieren Schutz und Ruhe, wenn es ihnen am Zaun durch die Besucher zu unruhig wird. Schon in wenigen Monaten wird das aufgeschichtete Gehölzdurch Samenflug und auch die Kotinhalte rastender Vögel begrünt sein. Dann bietet sie vielen Tieren einen Lebensraum, zum Beispiel Käfern, Insekten, Fröschen, Kleinstlebewesen und Echsen.“

Schutz vor den Knabber-Attacken

Weiter oben, auf der „Umtriebsweide“, dem obersten Teil des Gatters, haben die Helfer gekälkt, gedüngt und eine Wiese gesät. Dort dürfen die Tiere äsen, sobald das Gras hoch genug steht. Dann wird die Wiese wieder abgesperrt, damit neues Gras nachwachsen kann. Noch im August will Dirk Huckenbeck den Bau einer Futtertraufe angehen, den alten, reparaturbedürftigen Unterstand hat er bereits wieder instandgesetzt.

Liane Schlieper ist nicht nur für die Fütterung der Hirsche zuständig. In ihrem idyllischen Café verwöhnt sie ihre Gäste gern mit Waffeln und Getränken. (Foto: Werner Bloemer)
Liane Schlieper ist nicht nur für die Fütterung der Hirsche zuständig. In ihrem idyllischen Café verwöhnt sie ihre Gäste gern mit Waffeln und Getränken. (Foto: Werner Bloemer)

Damit das Gatter künftig für die Tiere mehr Leckerbissen bereithält und dazu den Besuchern einen schönen Anblick bietet, wird der Gatterbetreuer gemeinsam mit Götz Bernecker als Sponsor zehn Obstbäume im Gehege pflanzen. Diese werden zunächst von Zäunen umgeben sein, damit sie vor den Knabber-Attacken des Damwildes geschützt sind und sich gesund entwickeln können.

Idyllisches Forsthauscafé

Ein Spaziergang zum Damwildgatterim kühlen Gevelsberger Stadtwald lohnt sich in diesen Tagen also ganz besonders. Wer dem Gehege mittwochs und samstags zwischen 15 und 18 Uhr oder sonntags zwischen 11 und 18 Uhr einen Besuch abstattet, der darf sich außerdem auf eine Einkehr im idyllischen Café des Neuen Forsthauses am Damwildgatter, Kirchwinkelstraße 65, freuen. Liane Schlieper, die „Mutter“ der 23 Hirsche und seit vielen Jahren zuständig für deren Fütterung, verwöhnt ihre Gäste gern mit Waffeln, Getränken und einem zauberhaften Blüten-Ambiente mitten im Grünen.