AVU kauft Photovoltaik-Anlage

Setzen für die AVU auf erneuerbare Energien: (von links) Thorsten Coß, Geschäftsführer der AVU Serviceplus, AVU-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Arnim Brux, AVU-Vertriebsleiter Winfried Hoppmann sowie die Vorstände Dieter ten Eikelder und Dr. Claus Bongers. (Foto: Frank Schmidt)

Gevelsberg/EN-Kreis. (zico) „Bereits lange vor den traumatischen Ereignissen in Japan hat die AVU diesen Schritt zu einer umweltfreundlicheren Energieversorgung geplant und wird damit ihrer besonderen Verantwortung als kommunales Versorgungsunternehmen einmal mehr gerecht“, beschrieb Landrat Dr. Arnim Brux vor wenigen Tagen in seiner Funktion als AVU-Aufsichtsratsvorsitzender den Erwerb einer zehn Hektar großen Photovoltaik-Anlage in der fränkischen Gemeinde Martinsheim. „Jetzt zeigt sich einmal mehr, wie wichtig Investitionen in erneuerbare Energien sind“, so Dr. Brux über die 12-Millionen-Euro-Investition, die er gemeinsam mit dem AVU-Vorstand um Dieter ten Eikelder und Dr. Claus Bongers vor wenigen Tagen in der AVU-Zentrale An der Drehbank in Gevelsberg bekannt gab.

„Energieversorger wie die AVU haben wegen ihrer Kundennähe eine besondere Rolle. Die Kunden wünschen sich gerade in diesen Tagen eine zuverlässige Energieversorgung, die gleichzeitig die Verantwortung für die Umwelt nicht vernachlässigen darf“, betonte Dr. Brux.

Die wegweisende Investition wurde von Dr. Claus Bongers, Technischer Vorstand der AVU, im Detail vorgestellt. Die 100-prozentige Tochtergesellschaft AVU Serviceplus hat Ende 2010 schlüsselfertig eine Photovoltaik-Anlage in der fränkischen Gemeinde Martinsheim, Landkreis Kitzingen, gekauft. Die Anlage, etwa 30 Kilometer südöstlich von Würzburg gelegen, steht auf einer circa zehn Hektar großen Freifläche und erbringt eine Spitzenleistung von 3,73 Megawatt Peak. Damit gehört die Anlage derzeit zu den 100 größten „Sonnenkraftwerken“ in Deutschland. „Mit dieser einen Anlage kann pro Jahr genau so viel Strom aus Sonnenenergie erzeugt werden wie mit den 640 Photovoltaik-Anlagen auf Hausdächern im AVU-Netzgebiet. Die jährliche Stromerzeugung in Martinsheim-Gnötzheim wird auf 3,9 Millionen Kilowattstunden beziffert – genug, um mehr als 1.100 Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen“, erläuterte Thorsten Coß, Geschäftsführer der AVU Serviceplus, die Leistungskraft der Anlage.

„Die erneuerbaren Energien sind aus dem Stromversorgung nicht mehr wegzudenken. Für uns ist es selbstverständlich, hier im Ennepe-Ruhr-Kreis die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu fördern, zu begleiten und auch selbst zu betreiben“, begründete Dr. Bongers die Investition mit der Unternehmensphilosophie der AVU. Bereits seit 1990 zählt die Bereitstellung von Energie aus umweltschonenden Quellen zu den Unternehmenszielen. Neben der Förderung von Photovoltaik-Anlagen gehören auch Öko-Darlehen und die Förderung von Erdgasautos zu den Elementen, mit denen die AVU ihrer ökologischen Verantwortung gerecht wird.

Neben dem Ausbau der grünen Stromerzeugung nimmt auch der Anteil erneuerbarer Energien im Beschaffungs-Portfolio zu: Die AVU hat beim Einkauf der Strommengen für das laufende und die kommende Jahre so disponiert, dass 30 Prozent des Stroms verbürgt aus erneuerbaren Energien stamme. Ein TÜV-Zertifikat garantiert die Herkunft. Gesichert sei darüber hinaus natürlich, dass das Stromkontingent der Grünstrom-Kunden zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. Dieses „Produktversprechen“ für die Privatkunden lasse sich mit einem vorausschauenden Energieeinkauf realisieren. „Die Strombeschaffung ist heute nicht mehr geprägt durch langfristige Lieferverträge mit einem Unternehmen, sondern durch eine flexible Beschaffung, die schnell auf die Anforderungen des Marktes reagieren kann“, erklärte Dieter ten Eikelder, Kaufmännischer AVU-Vorstand.

Dem Erwerb der Anlage in Martinsheim folgen weitere Projekte in Sachen Umweltschutz. So wird die AVU 15 Solarsegel in Grimma erwerben und drei weitere auf dem Gelände an der Drehbank errichten. Den drei bislang bestehenden Bürgersolar-Anlagen in Schwelm, Gevelsberg und Niedersprockhövel sollen weitere in den übrigen Städten des AVU-Netzgebietes folgen. Auch für Windkraftanlagen werden weitere Standorte gesucht. Mit einer Photovoltaik-Anlage ist auch die am Wochenende als „Bürgerhaus Kornbrennerei im Dorf“ eingeweihte frühere Brennerei Saure ausgestattet. „Wir liefern das, was die Kunden wünschen“, kündigte Dieter ten Eikelder an, einer zu erwartenden Mehrnachfrage an nach ökologischen Grundsätzen produzierter Energie Rechnung zu tragen. AVU-Vertriebschef Winfried Hoppmann hat nach den Ereignissen in Japan bereits eine erhöhte Nachfrage nach Grünstrom-Verträgen festgestellt – sogar bei den Unternehmen. „Über 40 Geschäftskunden sind aktuell bereit, die Mehrkosten hierfür aufzuwenden“, so Hoppmann. Grünstromkunden zahlen pro Kilowattstunde einen Cent mehr, mit dem die AVU Photovoltaikanlagen im EN-Kreis fördert.