Awo-„Young Stars“ im Blick der Politik

[1/4] Geflüchtete und Politiker an einem Tisch: Die Bundestagsabgeordneten Cemile Giousouf (CDU) und René Röspel (SPD) besuchten in der vergangenen Woche die Awo-„Young Stars“ in Gevelsberg. (Foto: Sarah Schwarz) [2/4] Geflüchtete und Politiker an einem T

[1/4] Geflüchtete und Politiker an einem Tisch: Die Bundestagsabgeordneten Cemile Giousouf (CDU) und René Röspel (SPD) besuchten in der vergangenen Woche die Awo-„Young Stars“ in Gevelsberg. (Foto: Sarah Schwarz) [2/4] Geflüchtete und Politiker an einem T

Gevelsberg. Eine große Ehre für die Awo-„Young Stars“: Im Januar wurde ihr Projekt „Heimat-Kunde“, welches über ein Jahr verteilt in Kooperation mit dem Quartiersmanagement im Awo-Seniorenzentrum an der Kampstraße in Gevelsberg durchgeführt wurde, vom Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zum Projekt des Monats gewählt. Exemplarisch am Beispiels des Rumänien-Nachmittags, welcher Mitte Januar stattfand, wurden die „Young Stars“ auf der Homepage und dem ­Facebook-Auftrtitt des BAMF vorgestellt. So wurden sie auch über die Grenzen des EN-Südkreises wahrgenommen – sogar in Berlin.
Besuch aus Berlin
Dort sah die Hagener CDU-Bundestagsabgeordnete Cemile Giousouf das Projekt der jungen Leute. In der vergangenen Woche stattete sie ihnen nun in Gevelsberg einen Besuch ab, um die jungen Geflüchteten und ihr Projekt persönlich kennenzulernen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Awo-EN-Vorsitzende René Röspel schloss sich ihr bei dem Besuch in der Mühlenstraße an.
Zunächst zurückhaltend beantworteten die jungen Frauen und Männer die Fragen, die ihnen Giosouf und Röspel stellten: Woher kommen sie, wie lang sind sie schon in Deutschland, was gefällt ihnen am Projekt „Young Stars“ und was wünschen sie sich für die Zukunft?
Nach und nach entstand eine lockere Gesprächs­atmosphäre und die jungen Zugewanderten erzählten auch von ihren Erfahrungen von Anfeindungen im Alltag – sei es in der Schule oder auf der Straße. Die Frage, ob sie dies denn beispielsweise ihren Lehrern mitteilen würden, verneinten die Betroffenen. Sie hätten häufig Angst, die Situation so noch zu verschlimmern. Damit stießen die Jugendlichen auf Verständnis bei den beiden Politikern, die aber auch versuchten, ihnen Mut zuzusprechen: „Sie haben die gleichen Rechte, wie jeder andere Schüler auch“, betonte Giousouf „Seien Sie selbstbewusst und sagen Sie etwas. Das ist auch wichtig für die zukünftig Kommenden. Ich will nicht, dass jemand, der ein Kopftuch oder ein Kreuz trägt, anders behandelt wird.“
Angst vor Abschiebung
Auf ganz persönlicher Ebene wurde das Gespräch in der vergangenen Woche schließlich auch politisch. Das Thema Abschiebung wurde von den Jugendlichen am Tisch selbst angesprochen. So wurde dem Unverständnis über Afghanis­tan als „sicheres ­Herkunftsland“ Luft gemacht. Dazu erklärte Giousouf, es gäbe in Afghanistan sichere und unsichere Gebiete. „Die Politik sagt, dass es, wenn keine persönliche Gefahr von Verfolgung besteht, dann ist das leider so, dass man kein Recht hat, Asyl zu bekommen“, sagte sie. Röspel ergänzte dazu: „Zum Thema Abschiebung gibt es im Moment unterschiedliche Meinungen, das ist in Diskussion.“ Eine für die Jugendlichen verständliche Antwort auf ihre Sorgen konnten beide nicht geben.
Am Ende der Gesprächsrunde erzählte Edisnajda Shala den Tränen nahe von ihrer Angst, ohne ihre Familie nach Albanien zurückkehren zu müssen, sobald sie 18 werde und zeigte damit die Unsicherheit beim Thema Bleiberecht mit der viele Migranten in Deutschland leben müssen. Einzelne Familienmitglieder des Mädchens hätten einen unterschiedlichen Aufenthaltstatus, sagte Patrycja Lüders, Koordinatorin der Awo-„Young Stars“. Undgwissheit und Sorgen sind so stets auf der Tagesordnung.
Der eng gestrickte Zeitplan der Politiker ließ es jedoch nicht zu, noch weiter auf das Thema einzugehen. Allerdings versprachen sie, die im Gespräch gemachten Erfahrungen in ihre politische Arbeit in Berlin einfließen zu lassen.