Die Schönheit der Ennepe

Die Ennepe fließt durch zahlreiche reizvolle Gegenden, wie zum Beispiel durch den neu gestalteten Ennepebogen in Gevelsberg. Dieter Schmidt hat den Fluss auf den 41,2 Kilometern zwischen Halver und Hagen verfolgt und in herrlichen Aufnahmen fotografisch dokumentiert. (Foto: Frank Schmidt)

Gevelsberg. (zico) „Die Geschichte von den sieben Quellen der Ennepe, von der im Volksmund mitunter die Rede ist, stimmt nicht“, sagt Dieter Schmidt – und er muss es wissen. Immerhin hat der 71-jährige Gevelsberger den 41,2 Kilometer langen Fluss in den vergangenen eindreiviertel Jahren genau unter die Lupe genommen und in faszinierenden Bildern von seiner schönsten Seite fotografiert. Die 187 schönsten Aufnahmen hat der Rentner nun auf einer CD zusammen gestellt, die man zum Preis von 7,50 Euro bei ihm erstehen kann.

Nach der vierten Quelle verlässt die Ennepe das Quellgebiet in Halver und fließt 41 Kilometer lang bis zur Einmündung in die Volme weiter. (Foto: Dieter Schmidt)

Als sich Schmidt vor fünfeinhalb Jahren eine Digitalkamera zulegte und einfach mit dem Fotografieren loslegte, genügte ihm das alsbald nicht mehr. Der gebürtige Schlesier, der im Alter von fünf Jahren in die Engelbertstadt kam und sich in Gevelsberg längst verwurzelt ansieht, wollte seinem Hobby eine Struktur geben. So erwarb er einen Laptop und startete Fotoprojekte. Die Denkmäler Gevelsbergs hat es ebenso in einer Serie fest gehalten wie die schönsten Ansichten der Stadt. Dann reizte ihn das Thema „Ennepe“.

„Die Ennepe hat keine eigentliche Quelle, sondern ein Quellgebiet“, hat der gelernte Bankkaufmann den Bereich in Bergfeld-Burg bei Halver genau inspiziert. Und in dem Sumpfgebiet insgesamt vier Quellen entdeckt, in deren Umfeld viereckige Tümpel ausgehoben wurden. Sie stehen am Anfang seiner Foto-CD, die nicht nur optisch zu glänzen weiß, sondern auch mit umfangreichen Informationen aufwartet. Bis hin nach Hagen-Eckesey hat er den Fluss verfolgt. „Nicht ganz“, korrigiert sich Schmidt in seiner typisch genauen Art, „der letzte Kilometer ab Wehringhausen ist praktisch unzugänglich.“ Und eigentlich ist der früher bei der Deutschen Bundesbank Beschäftigte auch nicht mit der Darstellung einverstanden, wonach die Ennepe in die Volme mündet: „Eigentlich ist es umgekehrt; die Volme mündet in die Ennepe, welche geradeaus weiter fließt.“ Dennoch wird der vereinigte Fluss von Eckesey an namentlich als Volme geführt, bevor er in Hagen-Vorhalle in die Ruhr mündet.

Angereichert ist die Fotoserie mit Informationen und geschichtlichen Angaben, unter anderem zur Entwicklung der Industrie an der Ennepe. „Sehr geholfen haben mir Dr. Margret Korn, das Stadtarchiv Ennepetal sowie Ennepetaler Heimatforscher“, bedankt sich Schmidt. Aber auch seiner Frau Annita, die ihn treu begleitete, dankt der Fotograf, der seine Fotos immer wieder nachbesserte und erneut zu bestimmten Uferstellen ausrückte, wenn ihm das Wetter besonders geeignet für seine Arbeit erschien. Und akribisch hat er die Serie dann zusammen gestellt, unzählige Stunden am PC verbracht, bis alles zu seiner Zufriedenheit ausfiel – „fast alles, denn ein Schreibfehler ist dann doch unentdeckt geblieben. Man wird mit der Zeit auch betriebsblind“, bedauert Schmidt, der die CD nicht aus finanziellem Interesse erstellt hat: „Aber ich möchte schon eine kleine Anerkennung für meine Arbeit haben.“

„Die Löhrmühle in Halver ist die letzte funktionierende Mühle an der Ennepe“, hat Dieter Schmidt in Erfahrung gebracht. (Foto: Frank Schmidt)

Ob der bescheidene Bankkaufmann, der später im Schwelmer Autohaus tätig war, besondere Erlebnisse mit seiner Arbeit verbindet? „Ich fand es sehr spannend, welche Unternehmensgeschichten sich mit dem Fluss verbinden – etwa die der Firma Schürfeld, der die Ennepe zur Blüte verhalf“, berichtet Schmidt: „Schön fand ich auch das neue Wasserrad der Büchermühle in Halver-Büchen. Und mehrmals im Jahr ist die Löhrmühle in Halver sogar noch in Betrieb, funktioniert als klassische Mühle“, freut sich Dieter Schmidt. Nur einmal musste er sich auch ärgern, denn als der Rentner für eine Aufnahme einen anwohner bat, seinen Wagen um zwei Meter zu versetzen, wurde er unfreundlich „angepflaumt“. „Also bin ich noch ein weiteres Mal dort hingefahren, um das gewünschte Foto zu schießen“, erzählt der in der Gartenstraße am neuen Ennepebogen wohnende Wahl-Gevelsberger.

Wer Interesse an der CD „Die Ennepe: Von der Quelle bis zur Mündung“, kann sich direkt an Dieter Schmidt, Ruf 0152-06253067, wenden. Im Handel ist die Fotoserie, die sich übrigens auch sehr gut für den Schulunterricht eignet, nicht erhältlich.