Ein Koffer für die letzten Dinge

Rolf Bärenfänger von der Leitung der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Milspe vor der Kreuzkapelle. Hier finden viele Veranstaltungen rund um die Ausstellung „Hoffnung für die letzte Reise“ statt. (Foto: Stefan Scheler)

Ennepetal. (Sche) „Wir sind überkonfessionell, aber kein Multikulti“, stellt Rolf Bärenfänger, Gemeindeleitungs- Mitglied der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Milspe, klar, dass es sich bei der Erlebnisausstellung „Hoffnung für die letzte Reise“ um eine rein christliche Veranstaltung handelt: „Offen für jedermann legen alle Beteiligten Wert auf den Kern des Bekenntnisses zu Jesus Christus.“

In diesem Rahmen stellen die Organisatoren des Projekts, nämlich die Evangelische Kirchengemeinde Voerde, die Evangelische Kirchengemeinde Milspe/Rüggeberg, die Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu, Ennepetal-Milspe, die Katholische Kirchengemeinde St. Johann Baptist, Ennepetal-Voerde, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Milspe und die Freie Evangelische Gemeinde anhand einer Schau aus verschiedenen Kunstrichtungen die Frage nach den letzten Dingen des Lebens, dem Sinn des Daseins und den Erwartungen an Tod und Sterben.

Im Zentrum der Aktivitäten steht die von Sonntag, 16. Oktober, bis Mittwoch, 2. November 2011, dem katholischen Allerseelen-Tag, in der Herz-Jesu-Kirche an der Kirchstraße 82 in Ennepetal-Milspe laufende Präsentation „Hoffnung für die letzte Reise“. Die Eröffnungsfeier findet am genannten Ort am Sonntag, 16. Oktober, um 17 Uhr statt; die Abschlussfeier ist für Sonntag, 30. Oktober, ebenfalls um 17 Uhr, geplant. Zwischen diesen Terminen gibt es viel zu sehen, zu staunen und nachzudenken. „Die Todeswahrscheinlichkeit jedes Menschen beträgt 100 Prozent“, gibt Rolf Bärenfänger zu bedenken, der die Aktion unter anderem zusammen mit den evangelischen Pfarrern Andreas Schulte und Uwe Rahn begleitet: „Dieser von vielen Zeitgenossen gern verdrängten Selbstverständlichkeit möchten wir, ohne Ängste zu schüren, in ästhetischer Weise eine neue Art der Selbstbetrachtung entgegenhalten.“ Ähnlich wie beim Ostergarten jenseits von niedlichen Hasen und der lametta- und lebkuchenfreien Weihnachtszeitreise möchten die beteiligten Kirchen ihren Besuchern Angebote zum Verständnis biblischer Konzepte und Informationen zum christlichen Glauben vermitteln. „Das soll nicht in eine frömmelnde Betstunde ausarten“, lädt Rolf Bärenfänger Sinnsuchende aus allen Bevölkerungsschichten zu kurzweiligen und interessanten Betrachtungen ein.

Wenn man die Koffer für die letzte Reise packen muss, ist dies nach dem festen Glauben der Veranstalter kein Grund zu unendlicher Verzweiflung. (Foto: Stefan Scheler)

Folgende Aktivitäten begleiten die Ausstellung, auf der zum Beispiel in Koffern die zur „letzten Reise“ mitzunehmenden Gegenstände von verschiedenen Personen eingepackt sind: Die Eröffnungsfeier begleitet ein Gottesdienst, am Montag, 17. Oktober, folgt um 19.30 Uhr in der Kreuzkapelle, Harkortstraße 8, das Konzert „Lieder der Hoffnung“ mit Sara Lorenz, und die Lieder und Texte von Andreas Schulte und Uwe Rahn mit dem für moderne Lebemenschen provokanten Titel „Ich bin gespannt auf meinen Tod“ folgt am Freitag, 21. Oktober, um 19.30 Uhr, ebenfalls in der Kreuzkapelle.

Der Film „Oskar und die Dame in Rosa“ beleuchtet das Thema am Montag, 24. Oktober 2011, zur gleichen Zeit an gleicher Stelle aus einem etwas anderen Blickwinkel, und Pfarrer Armin Kunze möchte am Donnerstag, 27. Oktober, um 19.30 Uhr in der Kreuzkapelle im Gesprächskreis „Dem Sterben begegnen – Hoffnung finden“ die Beschäftigung mit den letzten Dingen aus dem Bereich des Unheimlichen holen.

Das Programm in der Katholischen Kirche Herz Jesu nähert sich der Problematik am Freitag, 28. Oktober 2011, auf künstlerische Weise mit „Leben – Nacht der 1.000 Lichter“, bevor am Sonntag, 30. Oktober 2011, wieder ein Gottesdienst die Abschlussfeier begleitet. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, Spenden zur Kostendeckung sind jedoch hochwillkommen.