„Ennepetal im Wandel“ – Dia-Show zeigt Bildschätze aus dem Lintl-Foto-Archiv

Ennepetal. (clau) Einen Bilderbogen über 25 Jahre spannen
die rund zweihundert Fotos, die der Fotograf Günter Lintl aus seinem Archiv
ausgewählt hat. Bei einem öffentlichen Dia-Abend will er damit zeigen, wie sich
Ennepetal mit all seinen Ortsteilen zwischen Anfang der 50er und Mitte der 70er
Jahre verändert hat.
Firmen, Feste, Feiern
Gemeinsam mit Klaus Fiukowski von „Filmriss“ und mit Unterstützung der
Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld wird er am Samstag, 29. Oktober, um 19.30 Uhr im
Industrie-Museum Ennepetal seine Auswahl auf eine große Leinwand projizieren.
„Ennepetal im Wandel der Zeit“ heißt der Titel der Schau. Sie gewährt einen
unterhaltsamen Rückblick in die Zeiten vor der Verkehrsberuhigung der
Innenstädte und als der Minirock noch für Aufruhr sorgte. Die Schau umfasst
Ansichten von markanten Gebäuden und Straßenzügen, Stadtmotive, Portraits,
Aufnahmen aus Unternehmen und Bilder von deren Belegschaften. Feste,
Eröffnungsfeiern und besondere Vereinsereignisse spiegeln sich wider.
Drei Generationen von Fotografen
Über drei Generationen zieht sich die Erfolgsgeschichte der Fotografen mit
dem Namen Lintl. „Mein Großvater gründete sein Atelier 1901 und stand schon bald
in dem Ruf, die besten Fotos in der Region zu machen“, erinnert sich Günter
Lintl. „Er hatte auch in Ennepetal einen großen Kundenkreis und konnte damals
noch – anders als die meisten Fotografen heute – gutes Geld mit seiner Arbeit
verdienen. Er fotografierte in Firmen und auf Hochzeiten in der Bildsprache der
damaligen Zeit. Noch heute werde ich oft auf die Arbeiten meines Großvaters
angesprochen.“
Johannes Dennda von der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld spricht sicher für
viele, wenn er sagt „auch meine Klasse ist beim Schulabschluss natürlich von
Fotograf Lintl abgelichtet worden“.
Schwindelfrei
Günter Lintl selbst hatte „keine andere Wahl“, wie er schmunzelnd sagt: Als
dritter „Abkömmling“ in der Reihe wurde auch er nach seinem Vater und Großvater
Fotograf und lernte den Beruf noch von der Pike auf. Erst Lehrling, dann Meister
konnte er sich schon früh über Aufträge des Stadtmarketings freuen.
Er schuf Bilder von Landschaften, Personen, Festen, Straßenzügen und
dergleichen für Kalender, Prospekte oder Bildbände. „So habe ich Ennepetal
lieben gelernt und schätze die Gegend sehr“, sagt er. Oft genug hat er im
öffentlichen Auftrag schwindel­frei auf Feuerwehrleitern geschwebt, um die
besten Bilder aus luftiger Höhe einzufangen. „Heute würde man so etwas mit der
Drohne machen“, sagt Fotograf Lintl. Nicht nur das hat sich geändert.
Fotografie damals
Die Entwicklung, die die Technik der Fotografie in den letzten Jahren
genommen hat, war rasant. Als die Bilder, die nun im Industriemuseum gezeigt
werden sollen, gemacht wurden, arbeiteten die Fotografen noch mit analoger
Technik und mit Geräten, die uns heute nostalgisch und geradezu museumstauglich
erscheinen. Günter Lintl wird den Zuschauern beim Dia-Abend auch einen munteren
Einblick in die vergangenen Arbeitsweisen geben. Die „vorsintflutliche“ Kamera
aus den 50er Jahren hat er noch. „Damals musste ein Bild auf Anhieb sitzen. Wir
hatten immer nur drei Kassetten für sechs Aufnahmen“, erläutert Günter Lintl.
Postkartengroße Negative von einst hütet er noch in seinen Kartons. Sogar einige
belichtete Glasplatten finden sich im Lintl-Archiv aus den Kindertagen der
Fotografie.
Im Erinnern schwelgen
Günter Lintl und Klaus Fiukowski kommen mit guten Erfahrungen ins
Industriemuseum. Schon letztes Jahr hatten sie in Gevelsberg zu einer Dia-Show
mit Gevelsberger Bildern eingeladen und damit einen vollen Erfolg erzielt.
Auch in Ennepetal wollen sie mit dem Publikum in ein lebhaftes Gespräch
eintauchen und die Erinnerungen an die alten Zeiten frei fließen lassen. Zu
Beginn des Abends werden einige Werbefilme gezeigt, die in den 50er Jahren in
den Kinos Lust aufs Automobil wecken sollten.
Der Eintritt kostet 9 Euro. Karten gibt es an der Abendkasse. Per E-Mail an
kontakt@filmriss.de können sie
auch vorbestellt werden.