Fachwerkhäuser in Ennepetal

Ennepetal. (zico) „Fachwerkhäuser haben mich schon immer interessiert“, bekannte Rolf Fedeler vor wenigen Tagen im Café Hülsenbecke. Aus vielen Gesprächen weiß der Ennepetaler, dass so mancher Mitbürger dieses Interesse teilt. „Vor den Gebäuden bleiben die Menschen dann stehen und bestaunen die alten Häuser. Doch wann sie erbaut wurden und welche Geschichte sie haben, wissen die Betrachter nicht“, so der 73-Jährige.

Zumindest für den Bereich der Klutertstadt hat Rolf Fedeler nun ein Buch vorgelegt, dass viele Fragen zu den hier erbauten Fachwerkhäusern beantwortet. „Fachwerkhäuser in Ennepetal“ heißt das das 80-seitige, schmucke Werk mit einem Vorwort von Theo Bicking, der es sich als Vorsitzender des Milsper Heimatvereins nicht nehmen ließ, bei der Buchpräsentation eine Einführung in die Publikation seines Vereinskollegen zu geben. Zahlreiche Heimatfreunde, darunter auch Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen und Sparkassenvorstand Bodo Bongen, zeigten bei Kaffee und Kuchen ihr Interesse an dem schönen Thema.

Fachwerk im Blick

„Als Heimatverein haben wir das Fachwerk besonders im Blick“, begrüßte Theo Bicking rund 30 Heimatfreunde im Wintergarten des Cafés: „Mit diesem Buch erhält der Leser und Betrachter eine gute Anleitung, um in Sachen Fachwerk auf Entdeckungsreise zu gehen.“ Bicking hob hervor, dass es Hachwerkhäuser schon lange vor den erst mit der Gründerzeit aufgekommenen Ziegelbauwerken gab. So sei es in früheren Jahrhunderten üblich gewesen, diese Häuser ab- und an anderer Stelle wieder aufzubauen, wenn Bauern ihren Standort wechseln mussten, weil der Boden nicht mehr genügend Nährstoffe für neuerliche Anpflanzungen enthielt.

Wegen nicht sachgerechter Pflege sei das Fachwerk in den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zwar zu Unrecht in Verruf geraten, erfreue sich heute wegen der Verwendung natürlicher Baustoffe gerade in ökologischer Hinsicht wieder erheblich höherer Wertschätzung. „Es ist bedauerlich, dass die Mittel zum Erhalt von Baudenkmälern gestrichen wurden“, richtete Bicking klare Worte in Richtung der unter Sparzwängen stehenden nordrhein-westfälischen Landesregierung.

„Lügen, dass sich die Balken biegen“

Mit Augenzwinkern rief der Vorsitzende der Milsper Heimatfreunde ins Bewusstsein, dass noch heute verwendete Sprichwörter vom Fachwerk inspiriert sind. „Lügen, dass sich die Balken biegen“ oder „Über die Schwelle treten“ sind dafür passende Beispiele. „Rolf Fedeler hat die zweijährige Arbeit aus eigenem Antrieb aufgenommen und ein wertvolles Buch verfasst, für das ihm höchste Anerkennung gebührt“, würdigte der Vorsitzende die Arbeit des Autors, der alle noch existierenden Gebäude persönlich aufgesucht und fotografiert hat.

Dies unterstrich auch Professor Dr. Reinhard Döpp, Vorsitzender des Förderkreises Industriekultur, der ebenfalls lobende Worte für das Druckwerk und den Verbundwerkstoff aus Lehm, Stroh, Holz und Schiefer fand. Er überreichte dem Autor das Buch Wassereisenland“, das ebenso Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlägt.

Preisrabatt für Vereinsmitglieder

Viel Unterstützung erfuhr Rolf Fedeler auch von der Druckerei Jüngermann Druck, deren Inhaber Peter Jüngermann bei der Bearbeitung ebenso über die akribische Arbeit des 73-Jährigen staunte wie die für das Buch zuständige, gleichfalls dem Heimatverein angehördende Mitarbeiterin Petra Eckes: „Alle Texte und Bilder wurden uns als Computerdateien geliefert; das hätte ich nicht unbedingt erwartet.“

Erhältlich ist das in einer Auflage von 1.000 Exemplaren erschienene Buch „Fachwerkhäuser in Ennepetal“ zum Preis von 12,50 Euro (Mitglieder) beziehungsweise 14,50 Euro (Nichtmitglieder) beim Schriftführer des Heimatvereins Milspe, Klaus Rüggeberg, Ruf (02333) 73892, oder unter www.heimatverein-milspe.de.