Gevelsberg ganz neu sehen

Gevelsberg. (Sche) „So haben Sie Gevelsberg sicher noch nicht gesehen“, begrüßte Bürgermeister Claus Jacobi vor wenigen Tagen die Teilnehmer bei der Stadtrundfahrt: „Wir zeigen lhnen Dinge, um die uns die Nachbarstädte beneiden.“

Damit meinte das Stadtoberhaupt zum Beispiel den neu gestalteten Ennepebogen, die renovierte Hagener Straße oder die Renaturierung der Ennepe, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Fahrt im Bus der Hagener Straßenbahn führte die rund 30 Senioren – Mieter und Bewohner des Dorfs am Hagebölling – in einem großen Kreis von der Kirchwinkelstraße über Mittelstraße und Haßlinghauser Straße, den Börkey, Silschede und Berge zurück zum Vogelsang. Gut eine Stunde dauerte die Tour, bei der Sehenswertes, bekannt und neu, zu entdecken war. „Sie fahren sicher hin und wieder mit dem Bus“, leitete der auch als Reiseführer eine gute Figur abgebende Bürgermeister die weiteren Erklärungen ein: „Aber die offiziellen Linien decken nicht alles das ab, was Sie heute sehen.“

Von den Sehenswürdigkeiten der Stadt ließ man lediglich den Engelberttunnel aus, durch den sich die Organisatoren, unter ihnen Iris Bente und Dagmar Hesterberg vom Dorf am Hagebölling, die Passage sparten. Auf der Heidestraße hätte man noch erwähnen können, dass hier mehr oder minder regelmäßig das Seifenkistenrennen stattfindet. Sonst bekamen die Stadtrundfahrer so ziemlich alles zu sehen, was Gevelsberg ausmacht.

Während der einstündigen Fahrt erwies sich Bürgermeister Claus Jacobi als unterhaltsamer und gut informierter Reiseführer. (Foto: Stefan Scheler)
Während der einstündigen Fahrt erwies sich Bürgermeister Claus Jacobi als unterhaltsamer und gut informierter Reiseführer. (Foto: Stefan Scheler)

Wo Fuchs und Hase schlafen gehen

Darunter waren urbane Zentren, wie die neu gestaltete Mittelstraße, die den Teilnehmern sichtbare Bewunderung entlockte. Auch die neu gestalteten Häuserfassaden an der B7 erwiesen sich als Blickfang. Wer es landschaftlich reizvoll mochte, kam im Ortsteil Berge auf seine Kosten. In der Nachbarschaft des dortigen Golfplatzes ging es durch Wälder, in denen noch Fuchs, Reh und Hase zu Hause sind. Aufforstungen, die Pferde-Deckstation, die sogar als Außenstelle des Warendorfer NRW-Gestüts dient, und ein herrlicher Blick über das Tal der Ennepe mit seinen angrenzenden Höhenzügen machen den Charme dieser Gegend aus. Das Gut Berge bewirtschaftet große Teile dieses sehr naturbelassenen Teils Gevelsbergs.

Bei der Fahrt von Berge zurück zum Vogelsang kam man auf der Silscheder Straße für viele überraschend kurz auf Hagener Stadtgebiet. „Dies ist hier ein kleiner Zipfel von Hagen, der aufgrund einer besonderen Grenzziehung in unser Stadtgebiet reicht“, erklärte „Reiseführer“ Claus Jacobi: „Man könnte die Grenzen begradigen, aber keine Stadt möchte freiwillig Fläche mit Einwohnern und damit Einnahmen aufgeben.“ Er habe aber erfahren, dass manche der hier lebenden Menschen sich eigentlich als Gevelsberger fühlen.

Wohnen ohne Barrieren

Für die Senioren interessant waren sicher auch die Angebote, die neben ihrer Heimstatt, dem Dorf am Hagebölling, in der Engelbertstadt existieren. Da ist zum einen die am ehemaligen Krankenhaus Hochstraße geschaffene barrierefreie Wohnanlage der Noss-Haas-Stiftung. Außerdem wies der Bürgermeister ausdrücklich auf die Mehrgenerationenfläche an der Dammstraße hin.

Eine würdige Betreuung demenzkranker Menschen ist im Haus der Hans-Grünewald-Stiftung an der Ecke Haßlinghauser Straße/ Frielinghauser Straße möglich. Auch das im Bau befindliche Zentrum des Hospiz’ Emmaus an der Hagener Straße bekamen die Gäste der Fahrt zu sehen.

Die Rundfahrt fand ihren Abschluss in der Cafeteria des Dorfs am Hagebölling, wo der Bürgermeister zusammen mit den Teilnehmern und der Seniorenbeauftragten der Stadt, Daniela Alze, die Eindrücke der Fahrt Revue passieren ließ.