Heimat-Kunde: Keine Angst vor Begegnung

Gevelsberg. (saz) Im Verlauf des vergangenen Jahres hatten sich immer wieder Jugendliche mit Migrationshintergrund und Bewohnerinnen und Bewohner des Awo-Seniorenzentrums an der Kampstraße in Gevelsberg im dortigen Veranstaltungsraum eingefunden. Unter dem Motto „Heimat-Kunde“ sollte ein Austausch zwischen den Kulturen und Generationen stattfinden. Im Mittelpunkt standen dabei immer die Herkunftsländer der jungen Migrantinnen und Migranten.
Reger Austausch
So auch am vergangenen Dienstag, 17. Januar, als beim letzten Heimat-Kunde-Nachmittag gemeinsam das Land Rumänien als Gesprächsgrundlage betrachtet wurde.
Und Gespräche gab es viele zwischen „Young Stars“ und den anwesenden Seniorinnen und Senioren. Gemeinsam schaute man sich Fotos von Sehenswürdigkeiten Rumäniens an und darüber entwickelte sich ein reger Austausch, der beiden Seiten offenkundig Spaß machte.
Quartiersmanagerin Monika Dammin war von dieser Entwicklung sehr erfreut, denn gerade darum ging es ihr von Anfang an bei der Kooperation mit den „Young Stars“ – das Leben von außen in das Seniorenzentrum hereinbringen. „Das stelle ich mir unter einem offenen Seniorenzentrum vor“, erklärte sie. „Da darf es laut und lebendig sein. Denn das ist genau das Leben, das wir im Quartier haben.“
Rumänisches Kinderlied
Lebendig wurde es auch beim gemeinsamen Singen des Kinderliedes „Nu mi-e frica de bau-bau“ (zu deutsch: „Ich habe keine Angst vor dem schwarzen Mann“), welches die aus Rumänien stammende Lorelai Daiana Oita vorstellte. Gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren übten die „Young Stars“ zu dem Lied eine kleine Choreographie ein, die von den älteren Besucherinnen und Besuchern mit Freude nachgemacht wurde. Die einfachen Bewegungen aus Klatschen und Winken waren auch für die teilweise körperlich eingeschränkten Anwesenden leicht nachzuahmen. Und so wurde auch noch, als der Nachmittag sich langsam dem Ende entgegen neigte, hier und da vereinzelt ein „bau-bau“ gesungen.
Auch wenn es sich am vergangenen Dienstag „offiziell“ um den letzten Heimat-Kunde-Nachmittag handelte, so wurden doch Stimmen laut, die sich eine Fortführung der Reihe wünschen. So schweben bereits jetzt Überlegungen zu einem albanischen Nachmittag im Raum, den sich die aus Albanien stammende ­Edisnajda Shala in ihrer Vorstellung zu Beginn der Veranstaltung wünschte. Monika Dammin war ebenfalls sofort Feuer und Flamme und versprach, das die Kooperation weiter geht.
Keine Berührungsängste
Gerade in Hinblick auf die Vernetzung im Quartier hat sich in den vergangenen Nachmittagen immer wieder gezeigt, mit wie viel Freude Quartiersentwicklung und der Austausch von Generationen und Kulturen gelebt werden kann. Das Schöne daran: Von beiden Seiten gab es niemals Berührungsängste und keine Vorbehalte, sondern immer nur Freude am Miteinander.