Jedes Teil ein Stück Geschichte: 70 Jahre im Dienste Gevelsbergs

Gevelsberg. (saz) Geschichte erlebbar und greifbar machen,
das ist das Ansinnen der fleißigen Mitglieder des Gevelsberger Heimatvereins.
„Eine Stadt ohne Geschichte stirbt“, erklärt dessen Vorsitzender Günter
­Decker. „Deshalb ist unser Ziel, die Geschichte Gevelsbergs zu erhalten und
auf sie und die reiche Kultur der Stadt hinzuweisen.“ Seit 70 Jahren sieht sich
der Heimatverein auf diese Weise im Dienste der Stadt und ihrer Bewohner.
Vom Bund zum Verein
Alles begann mit einem Schreiben vom 19. November 1946, in dem der damalige
Gymnasiallehrer Emil Böhmer für den 25. November zu einer „Besprechung über
Gründung eines Vereins für Heimatkunde in Gevelsberg“ im Sitzungssaal des
Rathauses eingeladen wurde. Zunächst hieß der neue Verein „Heimatbund
Gevelsberg“, wurde 1972 jedoch in „Gevelsberger Heimatverein“ umbenannt.
In den 70 Jahren seit Bestehen des Heimatvereins hat dieser sich stark um die
Gevelsberger Geschichte, deren Präsentation und Erhalt bemüht. So konnten
beispielsweise am 10. Juni 1968 in der Seufzerallee drei Schleifsteine
aufgestellt werden, die an die vielen alten Hammerschmieden entlang der Ennepe
erinnern.
Durch Mithilfe des Heimatvereins konnte außerdem die ursprüngliche Fassade am
„Neuen Äbtissinnenhaus“ durch den Wiedereinbau von Haustür und Treppenstufen
wiederhergestellt werden.
Gevelsberger Schätzchen
Als Dreh- und Angelpunkt des Vereins dient die Heimatstube. Hier finden sich
allerlei Schätzchen, die an die Gevelsberger Vergangenheit erinnern und
Geschichte lebendig und erlebbar machen. 2006 hatte die damalige Vorsitzende
Marlis Schäfer die Idee, eine Aktion unter dem Motto „Gevelsberger Schätze“ ins
Leben zu rufen. Stumme Zeugen der Vergangenheit sollten hier zusammengetragen,
in Kellern und Dachböden „augegraben“ werden.
Damit war der Grundstein für die Heimatstube – eine Art Museum der
Gevelsberger Geschichte – gelegt. Seit 2009 finden sich im ehemaligen
Sekretariat, Rektorat und Lehrerzimmer der Hauptschule Alte Geer viele alte
Schätzchen mit Gevelsberger Bezug. Ob aus Erbnachlässen, Haushaltsauflösungen
oder aus privaten Sammlungen, jedes der Exponate erzählt eine eigene
Geschichte.
Der Nachwelt erhalten
Diese Exponate ermöglichen es, an die Historie der Stadt zu erinnern.
Deswegen sind neue Stücke immer gern gesehen. „Hier wird die Geschichte für die
Nachwelt erhalten“, freut sich auch der 91-jährige Horst Seibel, der der
Heimatstube jetzt ein Foto aus den 1950er Jahren übergab, auf dem sein Vater zu
sehen ist, der den Schellenbaum bei der Gevelsberger Kirmes trägt.
Anhand Fotos und Alltagsgegenständen kann auch der jüngeren Generation das
Wissen um die Geschichte der Engelbertstadt weitergegeben werden.
Immer wieder besuchen auch Schulklassen die Heimatstube, erfahren dort
spannende Fakten und können sich selbst auf eine Reise in die Vergangenheit
machen, wo das Leben ihrer Vorfahren etwas greifbarer wird.
Unter seinem Vorwort der „Gevelsberger Berichte“ von 2011 zitiert sich der
Heimatverein-Vorsitzende Günter Decker selbst wie folgt: „Geschichte ist
interessant, Geschichte ist spannend, Geschichte ist lehrreich, und wir alle
erleben jeden Tag Geschichte.“
Filmnachmittag
Spannend, lehrreich und erlebbar wird es auch am heutigen Samstag, 19.
November, im Gevelsberger Filmriss-Kino, Rosendahler Straße 18. Anlässlich des
70-jährigen Jubiläums werden ab 14 Uhr die neue Filme über Erzbischof Engelbert
von Köln sowie über den Ennepe-Ruhr-Kreis gezeigt. Auch kommt ein historischer
Film über Gevelsberg und die Gevelsberger Kirmes aus dem Jahr 1951 zur
Vorführung. Der Eintritt ist frei.
Aufgrund dieser Veranstaltung bleibt die Heimatstube allerdings am heutigen
Samstag geschlossen. Die nächste Öffnung ist am Mittwoch, 14. Dezember, von 16
bis 18 Uhr. Normalerweise steht die Heimatstube an jedem zweiten Mittwoch im
Monat von 16 bis 18 Uhr und jeden dritten Samstag von 11 bis 14 Uhr für Besucher
offen.
Mehr Infos zum Heimatverein gibt es im Internet unter www.heimatverein-gevelsberg.de.