Katzen in Not suchen und finden ihr Glück

Der etwa fünf Monate alte Nils ist eine sensible Seele, die sehr viel Zuneigung und Bestätigung braucht. Nils möchte gerne mit Artgenossen und Freigang leben. (Foto: Verein)

Gevelsberg. (ric) Sie hat ihren eigenen Kopf, geht ihren eigenen Weg und bereitet ihren Haltern doch laufend Freude: Katzen sind das wohl beliebteste Haustier Deutschlands. Und doch gibt es viele Probleme, mit denen die Tiere zu kämpfen haben. Schon früh, bereits mit sechs Monaten, kann eine Katze Junge bekommen. Innerhalb von zwölf Monaten kann ihre Nachkommenschaft, inklusive der Kindeskinder, bereits rund 65 Tiere umfassen. Für die Katzen bedeutet sich vor allem unnötiges Leid, da nicht nur alte, sondern besonders auch junge Tiere ohne menschliche Betreuung und tierärztliche Versorgung jämmerlich versterben.

In einigen Städten gibt es daher eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen. Doch im EN-Kreis ist dies noch nicht erfolgt. „Mittlerweile liegt jedoch ein Antrag von uns, dem Schwelmer Tierschutzverein und animal shelter bei der Stadt vor“, sagt Ulrike Klaus, erste Vorsitzende des Gevelsberger Vereins „Katzen-Glück“. Gegründet wurde der Verein 2002 und besteht mittlerweile aus gut 80 Mitgliedern und Förderern. Die ehrenamtlichen Tierschützer wollen den Katzen aus der Region helfen und setzen sich unermüdlich für sie ein. So werden gut 230 frei lebende Katzen mit Futter und tierärztlicher Hilfe versorgt. Besonders wichtig ist ihnen aber die Kastration frei lebender Tiere, damit diese sich nicht unkontrolliert weiter vermehren können. „So soll aber nicht nur die Vermehrung reguliert werden“, erklärt Ulrike Klaus. Besonders wichtig ist, dass dadurch auch Krankheiten, Elend und Not aktiv eingedämmt werden können. Und selbstverständlich müssen auch die Tiere kastriert werden, die der Verein vermittelt.

Und das sind nicht wenige Katzen: Pro Jahr werden zwischen 100 und 200 Tiere vermittelt. Untergebracht werden die Katzen, die teilweise gefunden, manchmal aber auch aus verschiedensten Gründen abgegeben werden, in Pflegestellen bei zuverlässigen Familien. Häufig kommt es vor, dass die Tiere krank, ängstlich und geschwächt sind. „Dann können wir noch gar nicht nach einem neuen, passenden Zuhause suchen“, weiß Ulrike Klaus. Die Katzen müssen erst tierärztlich behandelt werden und mit viel Geduld beigebracht bekommen, dass der Mensch ihnen nicht Böses will.

Momentan warten etwa 30 Tiere auf ein neues Zuhause. Einen ersten Eindruck können Interessenten im Internet unter www.katzen-glueck.de gewinnen. Telefonisch findet dann der Kontakt zum Verein statt. „Wir überprüfen nun, wie der Interessent lebt, was er für Gewohnheiten hat, was ihm wichtig ist“, stellt Ulrike Klaus dar. Das Ziel des Vereins ist schließlich nicht die bloße Vermittlung herrenloser Tiere: „Wir wollen ein geeignetes, dauerhaftes Heim bei verantwortungsvollen Menschen finden“, sagt die engagierte Tierschützerin. Vielen sei zum Beispiel nicht klar, dass eine Katze, besonders bei den

Die sensible Franzi ist 4 Monate alt, geimpft, gechipt und kastriert. Sie braucht liebevolle Menschen, die auf sie eingehen und ihr Zeit geben, weil sie noch etwas ängstlich und scheu ist. (Foto: Verein)

heutigen tierärztlichen Kenntnissen, rund 20 Jahre alt werden kann. „Es ist also eine große Verantwortung, eine Katze bei sich aufzunehmen“, weiß Ulrike Klaus. Nach dem telefonischen Kontakt kann der Interessent sich die Tiere vor Ort anschauen. Dann wird meist auch sehr schnell klar, welche Katze passt. „Die Chemie muss auf beiden Seiten stimmen“, betont die Vorsitzende des Vereins. Ist ein passendes Tier gefunden, hält der Kontakt zwischen dem neuen Halter und dem Verein über Jahre. Auch dies ist dem Verein wichtig: Die Betreuung endet nicht nach der Vermittlung. Klaus: „Wir wollen nicht nur den Katzen, sondern auch den Haltern helfen und sie unterstützen.“ Besonders bei Problemen wie Krankheiten können Katzenbesitzer von der Erfahrung der Tierschützer profitieren.

Neben der direkten Hilfe am Tier veranstaltet „Katzen-Glück“ aber auch immer wieder verschiedene Aktionen, um die Kosten für tierärztliche Versorgung und das dringend benötigte Futter für den Winter aufbringen zu können. So werden am vierten Adventswochenende, 18. und 19. Dezember, Weihnachtsbäume auf dem Hof Kumpmann, Auf dem Böcken, in Gevelsberg-Silschede verkauft. In der stimmungsvollen Atmosphäre des Hofes inmitten von Tannen ist auch für das leibliche Wohl gesorgt, neben verschiedenen Fruchtglühweinen werden Kaffee, Waffeln, Reibekuchen und Grillwurst angeboten. Erstmalig gibt es dieses Jahr außerdem am Samstag hausgemachte Erbsensuppe.

Der Verkauf  durch die ehrenamtlich tätigen Helfer findet an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr statt. Angeboten werden Nordmann- und Blautannen, pestizidfrei erzeugt aus heimischer Region. Nicht nur für Tierfreunde, auch Familien mit Kindern werden die giftfreien Bäume zu schätzen wissen.

Wer den Verein außerdem noch unterstützen und den Katzen zu ihrem ganz persönlichen Glück verhelfen möchte, kann Decken oder Katzenfutter spenden. Und auch die Übernahme einer Katzen-Patenschaft trägt sehr zum Glück der Tiere bei.