Kinderspaß in der Natur

Ein Zelt, das lebt: Die kleinen und großen Helfer verflechten am Naturspielplatz Hellerfeld ein Weidentippi. (Foto: Frank Schmidt)

Gevelsberg. (zico) Rutsche, Wippe oder Schaukel – die sucht man vergebens auf dem Naturspielplatz Hellerfeld in Gevelsberg. Stattdessen tummeln sich die Dötze hier mit doppelt soviel Spaß wie der Nachwuchs auf althergebrachten Plätzen mit dem üblichen Sandkastengeviert. Denn hier, unweit des Gevelsberger Schulzentrums West, gestalten die Jungen und Mädchen die Spielfläche selbst und genießen dabei das Gefühl, selbst mit verantwortlich zu sein für den Bau und die Fortentwicklung ihres Areals.

„Es macht mir Riesenspaß, hier mitzuarbeiten“, sagt beispielsweise der neunjährige Leon Kerkhof, der gerade dabei ist, sorgsam Weidenzweige für einen „lebenden Zaun“ in den Boden zu stecken und diese miteinander zu verflechten.  Zuvor haben er und die anderen Kinder einen kleinen Graben gezogen, um die Zweige einzupflanzen.  Landschaftsarchitektin Marketa Kolarova vom Planungsbüro „Stadt & Natur“, die seit 2006 mit der Umsetzung des in den zwei vorausgegangenen Jahren erarbeiteten Konzeptes betraut ist, lobt den Jungen über den grünen Klee: „Er hat tolle Ideen und zeigt anderen gern, wie es gemacht wird.“

„Einer der Reize dieser Naturspielfläche ist, dass sie sich stets wandelt und fortentwickelt wird“, beschreibt Annette Bußmann das Projekt Naturspielplatz. Die Gevelsberger Umweltpädagogin ist an diesem Vormittag froh, wieder viele kleine und große Helfer um sich geschart zu haben. So steht das Gevelsberger Jugendzentrum dem Projekt nahe, hat bei ihren Pädagogen und den die Einrichtung besuchenden Kindern fleißig Werbung für den heutigen Einsatz gemacht. Trotz der Herbstferien sind zehn Kinder eifrig bei der Sache. Sogar Heidrun Sicks, eine Frau aus der Nachbarschaft, packt mit an.

Haben viel Spaß an der Gestaltung des Naturspielplatzes: (von links) Leon Kerkhof, Heidrun Sicks, Marketa Kolarova und Melanie Bußmann. (Foto: Frank Schmidt)

Neben dem Weidenzaun gilt es, auch die vor einigen Monaten eingepflanzten „Weidentippis“ weiter zu verflechten, so dass richtige, lebende Zelte darauf werden. Hoch ragen die Zweige inzwischen auf, und die Gestalter der Naturspielfläche müssen schon auf die Leiter klettern, um die Zelte zu schließen.  Währenddessen reifen schon die Pläne für die nächsten Maßnahme im Hellerfeld, das von der Stadt Gevelsberg als ökologische Ausgleichsfläche genutzt wird, um Eingriffe in die Natur an anderer Stelle zu kompensieren. Eine sogenannte Benjeshecke, die von den Kindern bislang als Sitzfläche benutzt wurde, soll im Frühjahr ersetzt werden, da sie langsam verfallen ist. Auch hier wird eine Weidenkonstruktion entstehen.

„Man kann sehen, dass der Naturspielplatz intensiv genutzt wird; er ist ein beliebter Treffpunkt für Kinder und Eltern, und im Sommer wird hier auch des Öfteren gegrillt“, freut sich Annette Bußmann, dass das 2004 gestartete Projekt so gut angenommen wird. Vor sechs Jahren hatte man mit der Konzeptfindung, in die ebenfalls schon der Nachwuchs intensiv einbezogen war,  begonnen. Jetzt aber heißt es Pause machen vom Pflanzen und flechten, denn zwei riesige Wagenräder Pizza sind eingetroffen. Die hat das Jugendzentrum spendiert, denn Arbeit an der frischen Luft macht hungrig.

Im nächsten Frühjahr erfolgt dann die nächste Erweiterung am Hellerfeld, und man kann sicher sein, dass dann wieder viele helfende Hände mit anpacken.