Mit Karacho durchs Gelände

Von Frank Schmidt

EN-Kreis/Lomm. „Flatsch!“ Ralf Bessems fliegt fast die Kamera aus der Hand, als ich mit dem rechten Vorderrad des kleinen Suzuki-Jeeps in ein tiefes Schlagloch gerate. Meterweit spritzt das Wasser, das sich in der kleinen Kuhle gesammelt hat, zur Seite, und Bessems verschafft sich lachend wieder Halt. Anders als im normalen Straßenverkehr ist der „Gruß an die Stoßdämpfer“ bei dieser Tour durchaus erwünscht: Die Geländetouren im holländischen Lomm, nahe bei Venlo, machen gerade wegen der buckeligen Piste unglaublich viel Spaß.

Ralf Bessems (links) und wochenkurier-Redakteur Frank Schmidt bildeten auf der Jeep- und Buggytour im holländischen Lomm ein gut funktionierendes Team. (Foto: Aline Morsman)
Ralf Bessems (links) und wochenkurier-Redakteur Frank Schmidt bildeten auf der Jeep- und Buggytour im holländischen Lomm ein gut funktionierendes Team. (Foto: Aline Morsman)

„Extra Kleidung ist nützlich…“

Angemeldet habe ich mich zur Geländetour, weil ich seit Kurzem selbst einen russischen Geländewagen besitze und ein wenig Offroad-Fahrpraxis sammeln will. Den anderen aus der zehnköpfigen Gruppe geht es mehr um den Spaß: Sie wählen statt der Suzuki Vitaras, die neben dem neuen Gebäude der Firma „Actiondome“ aufgereiht sind, einen der offenen „Buggies“, die fast wie Kettcars aussehen und ihre Passagiere fast auf Bodenhöhe zur Mitfahrt einladen. Sitz, Motor, Lenkrad, die übrige Technik und ein Rohrgestänge – aus viel mehr bestehen diese kleinen Flitzer nicht. „Extra Kleidung (als Reserve) könnte nützlich sein“ hatte in dem mir zugesendeten „Breefing“ gestanden. Schnell zeigt sich, dass dies ein guter Rat ist!

Spaß in Jeep und Buggy

Weil alle anderen Buggy und nicht Jeep fahren wollen, hatte mir Boy van Minderhout, Juniorchef der Firma Actiondome, Tourbegleiter Ralf als Beifahrer zugeteilt. Das kleine, sympathische Unternehmen ist erst vor kurzem aus Arcen nach Lomm gezogen und musste deshalb auch seinen Namen ändern – „Avontuur in Arcen“ liest sich wenig sinnvoll, wenn gar nicht mehr in Arcen gefahren wird. „Jetzt heißen wir eben ,Actiondome‘, denn neben den Touren kann man bei uns zum Beispiel auch Paintball anbieten“, sagt Boy, dessen Vater Addy heute nicht vor Ort ist.

Durch Schlamm und Schlaglöcher

Mit Ralf Bessems mache ich praktisch einen Rollentausch. Er, der professionelle Fahrer, überlässt mir das Steuer des Suzuki, und ich drücke ihm meine Kamera in die Hand. Ralf hat sofort Spaß an der neuen Aufgabe und offenbart auch gleich den Blick für ein gutes Motiv. Während wir uns durch dicksten Schlamm wühlen, klettert er vom Beifahrer- auf den Rücksitz, um bessere Aufnahmen schießen zu können.

Vorsicht ist nicht nur wegen des mitunter unwegsamen Geländes geboten. „Wir fahren nur auf öffentlichen Strecken“, hatte Ralf die Gruppe eingestimmt – . Und jetzt stehen zwei Pferde mit ihren jungen Reiterinnen auf dem Weg: Mensch und Tier beäugen misstrauisch die kleine Jeep- und Buggy-Karawane, die sich ihnen auf nun staubigem Untergrund nähert. Gut, dass die jungen Damen ihre Rösser gut erzogen und im Griff haben, denn es ist nur wenig Platz auf dem Weg vorhanden. Doch Mensch und Technik kommen sich nicht ins Gehege; wir passieren die Reiterinnen ohne Zwischenfall.

Auf halber Strecke halten wir zum Zwischenstopp. Während es bei den Buggies „Fahrerwechsel“ heißt, bleibe ich am Steuer und Ralf an der Kamera. Fahren kann Ralf schließlich alle Tage, und weil er ein Händchen fürs Fotografieren beweist, besteht auch keine Notwendigkeit für mich, meinen regulären Job wieder einzunehmen.

wochenkurier-Redakteur Frank Schmidt am Steuer „seines“ Jeeps. (Foto: Ralf Bessems)
wochenkurier-Redakteur Frank Schmidt am Steuer „seines“ Jeeps. (Foto: Ralf Bessems)

Provisorische Reparatur

Da! An einem der kleinen China-Flitzer ist angesichts der waghalsigen Rallye ein Holm gebrochen. Ralf weiß Rat und zaubert eine Rolle Gaffa Tape aus der Ablage unseren Jeeps hervor. „Das sollte fürs Erste reichen“, meint er nach getaner Arbeit. Später wird der kleine Bolide geschweißt werden müssen. „Die Buggies hat Herr van Minderhout im Paket gekauft. die mussten allerdings noch verstärkt werden, um die Anforderungen des Geländes auszuhalten.

Über Stock und Stein und vor allem durch zahlreiche Schlaglöcher und Pfützen geht es, und zwischendurch bleibt genug Zeit, die schöne holländische Landschaft nahe der deutschen Grenze zu bewundern. Nach zwei Stunden fahren wir zurück auf den Hof.

Wie war das noch? Extra Kleidung könnte nützlich sein… Für die Buggy-Fahrer auf jeden Fall, denn sie stecken nun unter einer hellbraunen Staub- und Schlammkruste, und sogar die Sitze der Fahrzeuge sind restlos eingesaut. Auf geht‘s zum Waschen – mitten in der Halle des Actiondomes steht ein Bauwagen, in dem man sich wieder in einen zivilisierten Zustand bringen kann. Die Gruppe ist bester Laune und diskutiert, was am meisten Spaß gemacht hat.

Wer diesen Spaß teilen will und sich für Jeeps, Buggies, Paintball und andere, actiongeladene Freizeitaktivitäten interessiert, der kann sich bei Actiondome, www.avontuurinarcen.nl, informieren und anmelden.