Neuerungen für Motorräder 2017

Hagen. (Rad./tau) Ab dem neuen Jahr werden laut Auskunft der Verbraucherzentralen nur noch Bikes erstmals zugelassen, die die Euro-4-Abgas-Norm erfüllen, über ein Onboard-System verfügen und weniger laut aufheulen.
Die Norm gilt zwar schon seit Anfang 2016, aber bisher nur für Motorräder, die im Laufe des Jahres 2016 neu auf den Markt gekommen sind. Für Modelle, die bereits früher eine Typenzulassung in der EU hatten, läuft die Übergangsfrist am 31. Dezember 2016 definitiv aus. Sie dürfen nicht mehr erstmals zugelassen werden, falls sie nicht der Euro-4-Norm entsprechen.
Vielen beliebten Modellen beschert die Verordnung aus Brüssel „über die Genehmigung und Marktüberwachung von zwei- und dreirädrigen und vierrädrigen Fahrzeugen“ das Zulassungs-Aus. Die Hersteller werden sie aus dem Angebot nehmen.
Ausstoß: Grenzwerte
Vor allem im Fokus der EU-Verordnung: die Grenzwerte, die die neuen Zweiräder ab 2017 beim Ausstoß von Schadstoffen einhalten müssen. Die Euro-4-Norm erlaubt höchstens 1.140 Milligramm (mg) je Kilometer (km). Bislang waren es 2000 mg/km. Bei den unverbrannten Kohlenwasserstoffen durften es bisher 800 mg/km sein, sofern das Motorrad weniger als 150 Kubikzentimeter (cm3) Hubraum hatte. Darüber lag der Grenzwert bei 300 mg/km.
Diese Grenze ist entfallen; stattdessen ist künftig die eingetragene Höchstgeschwindigkeit entscheidend. So sind nur noch 170 mg/km erlaubt, es sei denn, die Maschine schafft nicht mehr als 130 km/h. Bei diesen Bikes dürfen es 380 mg/km an unverbrannten Kohlenwasserstoffen sein.
Leiser und mit Diagnose-System
Darüber hinaus schreibt die EU vor, dass erstmals zugelassene Motorräder leiser sind. Zudem müssen alle neuen Modelle über ein Onboard-Diagnose-System verfügen; damit sollen während der Fahrt ständig sämtliche Systeme überwacht werden, die den Ausstoß von Abgasen beeinflussen. Auch hat die EU die Anforderungen an die dauerhafte Haltbarkeit von Katalysatoren verschärft.
Mehr Sicherheit durch ABS
Nicht zuletzt verordnet die EU Bikern mehr Sicherheit: Ab Januar 2017 müssen nach den neuen Zulassungsregeln Maschinen mit mehr als 125 Kubikzentimeter Hubraum ein Antiblockiersystem (ABS) – die vom Auto bekannte Stabilitätskontrolle – als serienmäßige Ausstattung an Bord haben. Ziel dabei ist es, die Unfallzahlen insgesamt weiter zu senken und Motorradunfälle mit tödlichem Ausgang zu verhindern.
Bestandsschutz
Wer sein motorisiertes Zweirad bereits zugelassen hat, genießt Bestandsschutz: Bei den TÜV-Prüfungen alle zwei Jahre muss das Gefährt nur die Bedingungen erfüllen, die zum Zeitpunkt der Zulassung gültig waren. Der Bestandsschutz erlischt auch dann nicht, wenn das Motorrad etwa in den Wintermonaten vorübergehend stillgelegt war.
Euro 4 gilt nur bei 2017 erstmals zugelassenen Modellen. Somit müssen bereits zugelassene Motorräder auch nicht nachträglich mit einem ABS-System ausgerüstet werden.