Neugier der Orang-Utan-Dame

Die Schwelmer Künstlerin Barbara Klotz hat auch diese Informationstafel geschaffen, auf welcher sie Kodiakbärin „Mable“ dargestellt hat. (Foto: Stefan Scheler)

Schwelm/Wuppertal. (Sche) Beim Rundgang durch den Wuppertaler Zoo bleibt Barbara Klotz lange am Gehege von Orang-Utan-Dame „Cheemo“ stehen. Das Tier scheint sie erkennend anzulächeln, und auch etwas Aufforderndes liegt im Blick des Primatenweibchens. „Die will den Inhalt meiner Tasche sehen“, lacht die Schwelmerin: „Das ist ein festes Ritual, wenn wir uns begegnen.“

Verständnisvolle Liebe zur Natur und künstlerisches Talent brachten die Fachangestellte der Schwelmer AOK schon früh zur Tiermalerei. „Die anderen Kinder fanden die Zoo-Bewohner nur putzig; ich aber zeichnete diese faszinierenden Wesen mit Hingabe“, erzählt die Künstlerin aus den Anfangstagen ihres Schaffens: „Zwar suche auch ich den Kontakt zu den Kreaturen, es kommt mir aber hauptsächlich auf die wissenschaftlich korrekte Darstellung und den Schutz unserer Mitgeschöpfe an.“

Deshalb engagiert sich die 59-Jährige seit über 20 Jahren im Wuppertaler Zoo-Verein, dessen 1.100 Mitglieder dort helfen, wo die Stadt Wuppertal als Zoo-Träger wegen der Finanzknappheit wichtige Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. „Wir haben zum Beispiel neue Außenanlagen für Orang-Utans und Brillenpinguine gestiftet“, ist Barbara Klotz stolz auf das Geleistete: „Auch die Beschilderung vieler

„Archivarin“ Elfriede Krause, Tiermalerin Barbara Klotz und Fotograf Diedrich Kranz (von links) schufen mit neun Helfern den Zoo-Kalender. (Foto: Stefan Scheler)

anderer Gehege übernehmen wir unter wissenschaftlicher Anleitung.“ Hier ist die Schwelmer Malerin besonders gefragt, denn auf diesem Gebiet ist sie Expertin. Die meisten Besucher des landschaftlich sehr reizvollen Zoos der Schwebebahnstadt kommen an ihren Werken zwangsläufig vorbei. „Bei der Neubeschilderung der Anlagen fiel mir eine wesentliche Aufgabe zu“, berichtet die Künstlerin von ihrer Arbeit: „Die Wegweiser zu den Gehegen habe ich mit einfarbigen Zeichnungen der jeweiligen Tiergattung versehen, welche die früher verwendeten Piktogramme ersetzen. Außerdem gestaltete ich die Hinweistafeln an den Tierhäusern, auf denen die Besucher Wissenswertes über Lebensweise und Besonderheiten der vierbeinigen, gefiederten oder geschuppten Bewohner erfahren.“

Darin erschöpft sich der Tatendrang der Zoofreundin jedoch noch lange nicht. Neben den mit Tiermotiven bemalten Tassen oder Gemälden aus der „Zoo-Truhe“, dem vom Zoo-Verein betriebenen Andenken-Laden am Haupteingang, fertigt sie zusammen mit dem Wuppertaler Fotografen Diedrich Kranz und der „Archivarin“ Elfriede Krause aus Ennepetal einen aufwändig gestalteten und im Konzept einzigartigen Jahreskalender. „Zwölf Helfer arbeiten an dem Kalender, in dem neben den Lichtbildern von den Tieren meine Federzeichnungen zu sehen sind“, hebt Barbara Klotz die Gemeinschaftsleistung hervor: „Weil wir die Fotos bewusst nicht drucken, sondern die Abzüge einkleben, ist enorm viel Handarbeit gefragt.“ Für die Ausgabe 2011, welche für 9,90 Euro in der Zoo-Truhe erhältlich ist, mussten fleißige Hände insgesamt 14.300 Bilder auf die jeweils 13 Seiten der 1.100 Exemplare verteilen. „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, werben die drei Hauptakteure für ihr Erzeugnis: „Auf den Fotos erscheinen die Tiere in typischen Zoo-Posen, während die schwarz-weißen Federzeichnungen besondere Wesenszüge betonen.“

Der Zoo-Kalender ist also nicht nur ein schöner Wandbehang, sondern auch ein Stück zoologische Bildung. Zudem kommt der Verkaufserlös der artgerechten und optisch ansprechenden Tierhaltung zugute. Wer den Zoo-Verein aktiv unterstützen möchte, kann unter dessen Anschrift, Hubertusallee 30, 42117 Wuppertal, eine Mitgliedschaft beantragen.