Riesenandrang auf neues SchwelmeBräu

Leiten die Geschicke der SchwelmeBräu GmbH & Co. KG: Stefan Hammermeister (links) und Frank Hense. (Foto: Frank Schmidt)

Schwelm. (zico) „Das ist ein ganz großer Tag – der Höhepunkt nach all der Kämpferei“, strahlte Claus Kaiser, Vorsitzender des Vereins zum Erhalt und zur Förderung der Schwelmer Braukultur, angesichts der großen Menschenmenge, die sich zur Einführung des neuen SchwelmeBräus zum gemeinsamen „Fläsh Plöpp“ auf dem Getränkehof Raidt an der Berliner Straße eingefunden hatte. Da flossen die Sorten „Kupfer“ (nach Bernsteinart) und „Messing“ (Pilsener Art) munter als Freibier, da bruzzelten die Bratwürste gleich nebenan um die Wette, und aus den Lautsprechern sprudelte der alte Bossanova-Hit mit neuem Text: „Schuld war nur das Schwelmer Kupfer“.

Kaiser, gleichzeitig auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Schwelmer Brauereigenossenschaft, zeigte sich ebenso begeistert über den Menschenandrang wie viele andere Organisatoren, die im Sommer angesichts der drohenden Schließung der Schwelmer Brauerei auf die Barrikaden gegangen waren und den Protest organisiert hatten. Zum Beispiel Jochen Hussong, der sich gleich sechs Zehner-Kisten des neuen Getränks auf seinen Einkaufswagen gepackt hatte: „’Dies ist auch ein kleiner Schritt auf dem Weg, in Schwelm eine Brauerei zu unterhalten.“ Noch deutlicher wurde Natascha Grieger: „Ich bin total glücklich und stolz. Damit wurde Schwelm ein Teil der Tradition zurückgegeben.“

Die Schwelmer freuen sich über ihr neues Bier: (von links) Aktivist Jochen Hussong, CDU-Ratsherr Heinz-Joachim Rüttershoff und Schwelm Nachtwächter Christian M. Fasel von der Nachbarschaft Gesellschaft Oberstadt. (Frank Schmidt)

Stolz über die vielen Interessenten, darunter auch Schwelms Bürgermeister Jochen Stobbe, zeigte sich auch Braumeister Stefan Hammermeister, der bis 2008 in der Schwelmer Brauerei gewirkt hatte und die „SchwelmeBräu GmbH & Co KG“ gemeinsam mit dem Maschinenbauunternehmer Frank Hense gründete: „Es steckt viel Geld in dem Projekt – ohne Herzblut hätte ich das nicht gemacht.“ Und Frank Hense ergänzte: „Heute fällt eine große Last von mir ab – es ist schließlich der entscheidende Tag, auf den in den vergangenen fünf Wochen alles hinaus lief.“

Und auch Bürgermeister Stobbe, der zwischenzeitlich ein angeregtes Gespräch mit Braumeister Hammermeister führte, äußerte sich immerhin vorsichtig optimistisch: „Der Gedanke der Fortführung Schwelmer Brautradition hat mit dem neuen Bier einen Ankerpunkt gefunden. Ich wünsche mir, dass es gelingt, dass sich die Schwelmer mit diesem Bier identifizieren. Das wird natürlich vom Geschmack abhängen.“ Mit Genehmigungen und entsprechenden Bebauungsplänen könne das Rathaus seinen Beitrag dazu leisten, dass mittelfristig in Schwelm – zum Beispiel auf dem Eisenwerkgelände – wieder Bier gebraut werde. Unterstützung erfuhr das SchwelmeBräu übrigens auch vom CDU-Ratskollegen Heinz-Joachim Rüttershoff, der begeistert beim „Fläsh Plöpp“ mitmachte.

Geschmacklich war das Urteil der mehr als 100 Besucher einhellig – super! Kein Wunder, das die erste „Rutsche“ Messing und Kupfer bei Raidt bereits nach zwei Tagen ausverkauft war.