Schwieriges Jahr für Gevelsberger Kirmes

Gevelsberg. (zico) Seit 1934 findet der Gevelsberger Kirmeszug statt, der zunächst als Demonstration gegen die Verlegung der traditionellen Kirmes aus dem „Dorf“, der „Keimzelle“ der Engelbertstadt, startete. Und in diesem Jahr hätten die rührigen Kirmes-Aktivisten allen Grund, erneut eine „Demo“ zu starten, denn das „Geschäft“ im Dienste von Freude und Frohsinn ist in heuer von ganz besonders strengen Auflagen begleitet.

Der Gevelsberger Kirmeszug präsentiert Aktivisten aus zwölf Kirmesgruppen und besticht mit farbenfrohen, aktionsreichen Darstellungen. (Foto: Frank Schmidt)

Die Katastrophe der „Loveparade“ im vergangenen Jahr in Duisburg hat dazu geführt, dass der TÜV allerortens noch genauer um die Sicherheit besorgt ist. Deshalb haben die Kirmesgruppen, die überall in den Stadtteilen Gevelsbergs bis kurz vor dem Startschuss an ihren farbenprächtigen und frohsinnigen Festwagen basteln, diesmal besonders strenge Bestimmungen einzuhalten.. Die Höhe der Aufbauten und die Art des Wagenbaus sind strenger reglementiert denn je. Klar, dass das Murren in den Kirmesgruppen vor diesem Hintergrund groß ist. Zehntausenden möchte man Spaß mit möglichst originellen Darbietungen bereiten, und wer dem Kirmeszug schon einmal beigewohnt hat, der kann dem Ideenreichtum der fleißigen Baumeister einfach nur Respekt zollen. Immerhin hat der Kirmesvorstand um den neuen Vorsitzenden Michael Sichelschmidt Kompromisse mit den Sicherheitswächtern ausgehandelt, die doch noch jede Menge kunterbuntes Treiben ermöglichen. „Die Gespräche waren allerdings nicht einfach, denn der TÜV ist nach Duisburg sehr sensibel geworden“, räumt Michael Sichelschmidt ein.

Der begeisterte Kirmesfreund steht in diesem Jahr erstmals an der Spitze der Kirmesbewegung, und niemand wäre wohl geeigneter als er, „Chef“ des Kirmesvereins zu sein. In vielen Rollen hat Sichelschmidt bereits dem Kirmesgedanken gedient – Vorsitzender „seiner“ Kirmesgruppe Mühlenhämmer war er ebenso wie Hammerschmied, auch als Fußgänger „Willi“ war er nicht weniger als 20 Jahre lang mit zündenden Ideen geradezu legendär unterwegs. Und jetzt eben Vorsitzender des Kirmesvereins und Nachfolger von Gerd Laake, dem verdienstvollen Hippendörfer, der es seinem Nachfolger aufgrund seiner großen Meriten wahrlich nicht leicht macht, ein würdiger Nachfolger zu werden.

Wer Michael Sichelschmidt kennt, hat dennoch keine Zweifel, dass ihm dies gelingt. Auch wenn der frühere Kommentator des Zuges in einem ganz besonders schwierigen Jahr an die Spitze der Kirmesbewegung tritt. Immerhin hat mit den „Haufer Jungen“ eine Gruppe die Segel gestrichen, die in den frühen Tagen des Zuges das Geschehen wie kaum eine andere Vereinigung geprägt hat. Kirmesbegeisterte wie der unvergessene Fritz Konze haben dem Kirmeszug in den 50-er Jahren unvergleichlich ihren Stempel aufgedrückt. Nun sind es noch Kirmesfreunde in zwölf Gruppen, die die Fahne der Bewegung hoch halten.

Somit beginnt eine neue Ära. Junge Leute rücken nach, zum Beispiel in der mehr als ein Jahrzehnt „kränkelnden“ Kirmesgruppe „Vie ut Asbi`eck“, die als das Sorgenkind unter den Gruppen galt. Hier sind nun viele junge Kirmesbegeisterte am Werk und beweisen, dass der Kirmesgedanke lebendig ist wie eh und je. Und nicht zuletzt Michael Sichelschmidt steht mit seinen 51 Jahren dafür, dass der Zug auch in den nächsten Dekaden zehntausenden von Schaulustigen Freude machen möchte.

Am nächsten Sonntag, 26. Juni 2011, ist es wieder soweit!