Spontanes zählt auf NRW-Tour

Dr. Ludger Stratmann, Kluterthöhlen-Geschäftsführer Wolfgang Kern, Höhlenführer Stefan Voigt, Produzentin Iris Bettray und Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen (von links) sehen der Ausstrahlung der Ennepetal-Folge mit Spannung entgegen. (Foto: Stefan Scheler)

Ennepetal. (Sche) Bis zur bedrohlich anmutenden „Wolfschlucht“ ist Dr. Ludger Stratmann auf seinem Gang in die Kluterthöhle vorgedrungen. Bange braucht ihm dabei nicht zu sein, denn ihn begleitet als ausgewiesener Fachmann Stefan Voigt, Vorsitzender des Arbeitskreises Kluterthöhle. „Ich habe mir gedacht, na ja, das ist halt so eine Höhle“, berichtet Dr. Ludger Stratmann von seinem Ausflug in die Unterwelt: „Dann war ich aber ganz überwältigt von den Ausmaßen und der Vielgestaltigkeit dieses unterirdischen Reiches.“

Der Besuch in Ennepetals Wahrzeichen ist Teilstück einer ausgedehnten Wanderung durch Nordrhein-Westfalen, welche der als Kabarettist bekannt gewordene Mediziner im Rahmen der Fernseh-Reihe „Wandern mit Dr. Stratmann durch Nordrhein-Westfalen“ von Essen bis zum Kahlen Asten unternimmt. In sechs 45-minütigen Folgen zeigt der Arzt, welcher in Essen auf dem Kennedy-Platz ein kleines Kabarett-Theater führt, was es im Land zwischen Ruhr und Sieg zu entdecken gibt. „Wichtig sind mir dabei vor allem die Menschen“, legt der 62-Jährige den Schwerpunkt auf Volksnähe: „Der sportliche Aspekt der Unternehmung steht dabei nicht so sehr im Vordergrund. Wir machen sogar einige Teilstrecken mit dem öffentlichen Personen-Nahverkehr.“ Nichtsdestotrotz hebt der seit 15 Jahren nicht mehr praktizierende Allgemeinmediziner hervor, dass längere Touren zu Fuß Atmung, Herzschlag und Stoffwechsel verlangsamen, was allgemein zu mehr Entspannung und einem ausgeglicheneren Körperhaushalt führt. „Überall begegnen mir Menschen, die mich vom Bildschirm her kennen“, kann der Essener, der früher als Arzt in Bottrop tätig war, nicht ganz aus dem weißen Kittel im Kopf: „Dann fragen mich viele, die um meinen Beruf wissen, nach einer Kurzdiagnose ihrer Leiden.“ Besonders intensiv habe ihm eine Dame in der Eisenbahn ihr Hüftleiden geschildert, erzählt der Medikus schmunzelnd.

Vor der Kluterthöhle zeigt sich „Kabarett-Mediziner“ Dr. Ludger Stratmann mit den für ausgedehnte Höhlentouren unverzichtbaren Monturen. (Foto: Stefan Scheler)

Wer Dr. Ludger Stratmanns Fernsehsendung kennt, denkt auch sofort an „Püppi“, die putzige Spitzdame, welche immer hinter dem Tresen auf ihrem Kissen thront. Die ist beim Entdecker-Marathon von täglich sieben bis 25 Kilometern nicht mit von der Partie; dafür begleitet Rauhaardackel „Fidel“ die Reisenden. Das sind neben dem beliebten Kleinkunst-Doktor die Produzentin und Regisseurin Iris Bettray von der Firma Sagamedia sowie Regisseurin Jutta Pinzler. „Die Ennepetaler Folge wollen wir am Freitag, 27. Juli 2011, ab 20.15 Uhr im WDR-Fernsehen ausstrahlen“, kündigt Iris Bettray an: „Ich empfehle aber wegen der Unwägbarkeiten in der Programm-Planung einen rechtzeitigen Blick in die Fernseh-Zeitung.“

Bevor sich der Produktionstross nach einer erholsamen Nacht in der Wuppertaler „Aalkate“ zur nächsten Etappe Richtung Rothaarsteig aufmachte, sah Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen noch kurz an der Kluterthöhle vorbei, empfahl einen Abstecher zum „Freiluftkino“ am Hohenstein sowie in die altehrwürdige Hansestadt Breckerfeld und überreichte dem fernsehschaffenden Mediziner zum Andenken an Ennepetal und für das körperliche Wohlbefinden auf der anstrengenden Wanderung als stadtbekanntes Allheilmittel „Krut Voerde“. „Das wird mir sehr helfen“, lachte Dr. Ludger Stratmann: „Weil ich wegen verschiedener Variationen der Kameraeinstellungen viele Wegstrecken bis zu sechsmal gehen muss, kann ich solch einen Stärkungstrunk gut gebrauchen. Das Rauchen habe ich mir schon abgewöhnt.“

Daheim können die Fernsehzuschauer aus der Klutertstadt und ihrer Umgebung auf die vierte Folge von „Wandern mit Dr. Stratmann durch Nordrhein-Westfalen“ gespannt sein, wenn sie „ihre“ Kluterthöhle auf der Mattscheibe zu sehen bekommen. „In jeder Folge trifft Dr. Stratmann auch einen prominenten Gast“, verrät Produzentin Iris Bettray: „Neben dem Porträt faszinierender Landschaften geht es uns auch um Begegnungen mit interessanten Menschen. Dabei steht das Spontane im Vordergrund.“