Strafraumbrand in Gevelsberger Feuerwache

Gevelsberg. (Sche) „Eigentlich heißen wir Förderverein Gevelsberger Kinder- und Jugendarbeit“, stellte dessen Vertreter Klaus Fiukowski bei der Übergabe einer Spende an die Gevelsberger Jugendfeuerwehr in der Hauptfeuerwache vor wenigen Tagen klar: „Wenn die Leute uns Seifenkistenrenn-Verein nennen, ist das aber auch in Ordnung.“

Bürgermeister Claus Jacobi (rechts) bestritt mit den Nachwuchs-Feuerwehrleuten das Eröffnungsspiel am brandneuen Kickertisch. (Foto: Stefan Scheler)

Schließlich sammelt man bei der Veranstaltung der Seifenkistenrennen auf der Heidestraße Startgelder und Einnahmen aus der Verköstigung, um sie dann an einen gemeinnützigen Zweck abzuführen. „In diesem Jahr war die Jugendfeuerwehr dran“, erklärte Klaus Fiukowski: „2012 findet kein Rennen statt, und was wir im nächsten Jahr machen, müssen wir uns noch überlegen.“

Die Spende ist ein Kicker, der nun im Versammlungs- und Lehrraum der Hauptfeuerwache steht. „Das ist persönlicher als Bargeld“, freut sich Gerrit Klaus, Leiter der Jugendfeuerwehr: „In den Ausbildungspausen sorgt das Tischfußballspiel für willkommene Abwechslung.“

„Bei der Feuerwehr gibt es auch mal Leerlauf, wenn keine Einsätze anliegen und alle Fahrzeuge geputzt sind“, weiß Bürgermeister Claus Jacobi, Vorsitzender des Fördervereins: „Ich wünsche den jungen Brandschützern viel Spaß beim Nachspielen der Europameisterschaft.“ Dann nahm er selbst einen der Drehgriffe in die Hand, um mit dem Floriansnachwuchs das Eröffnungsspiel zu bestreiten. Sofort war die Begeisterung da; die Spende war also eine gute Wahl.

An den Ernst der Ausbildung erinnerte Brandschutz-Erzieher Stephan Beyer (links) am Wohnhaus-Modell zur Darstellung von Einsatzlagen. (Foto: Stefan Scheler)

„Ihr seid als angehende Feuerwehrleute ein Aktivposten für unsere Sicherheit“, hob das Stadtoberhaupt die Bedeutung der Jugendfeuerwehr hervor: „Ich hoffe, wir konnten euch mit dieser kleinen Geste etwas zurückgeben.“ Immerhin befinden sich bei der Feuerwehr Gevelsberg 40 Jungen und Mädchen in einer Feuerwehr-Ausbildung, die sie mit dem Truppmann-Lehrgang abschließen. Bevor sie volljährig sind, dürfen sie allerdings nicht an realen Einsätzen teilnehmen. Bis dahin wird geübt, zum Beispiel am Hausmodell. „Wir bringen den jungen Leuten bei, wie man einen Löschangriff richtig vorträgt“, beschreibt der stellvertretende Stadtbrandmeister Uwe Wolfsdorff eine Facette des Dienstalltags: „Qualifizierten Nachwuchs haben wir dringend nötig.“

Feuerwehr ist wichtig und macht Spaß; das ist die Botschaft, die man den künftigen Blauröcken vermittelt. Dem kann sich Celine Heidtfeld, als Mädchen am Strahlrohr noch immer ein wenig Exot, voll anschließen. „Was wir machen, ist wichtig und interessant“, ist die Zehnjährige begeistert: „Dass wir jetzt den Kicker haben, ist für die Pausen richtig gut.“ Der Dienst in den Wachen ist auch für die Erwachsenen nicht nur eine Begegnung mit menschlichem Leid in Notlagen, sondern ebenso ein gutes Stück Gemeinschaftsgefühl unter Kameraden. Interessierte junge Leute können einfach bei der nächsten Feuerwache nach dem Eintritt in die Jugendfeuerwehr fragen. „Man freut sich dort auf euch“, versichert Jugendfeuerwehr-Leiter Gerrit Klaus.