„Vielschichtig“ Kunstausstellung im Bürgerhaus

Gevelsberg. (lz) Kunst öffentlich zugänglich und erfahrbar machen – unter diesem Motto steht die Ausstellung der sieben Künstlerinnen, die am Sonntag, 19. Februar, um 15 Uhr im Bürgerhaus „Alte Johanniskirche“, ihre Werke vorstellen und dort bis zum 30. April präsentieren.
Durch und durch vielschichtig
Die Ausstellung nennt sich „Vielschichtig“ – und dieser Titel scheint auf die Werke ebenso genau zuzutreffen wie auch auf die kreativen Köpfe, die sie erschaffen haben. „Vielschichtig bedeutet hier, über die eigenen Grenzen und auch die Grenzen der Kunst hinauszugehen“, erklärt Regina Potarczyk von der Stadt Gevelsberg, die der Eröffnung bereits freudig entgegen fiebert.
Individuelle Formate
Und wer verbirgt sich hinter den sieben Gesichtern, die ab dem 19. Februar Einblicke in ihre sehr private Welt der Kunst gewähren?
Zusammengefunden haben sich die Frauen bei Annette Jellinghaus. In ihrem Atelier auf der Hagener Straße in Gevelsberg kommen jeden Samstag maximal acht Kunstschaffende zusammen, „um gemeinsam wie auf einer Insel, auf der man kreativ werden kann, zu wirken“, so beschreibt es Sabine Yilmaz, die selbst in Recklinghausen lebt und gerne das Atelier ihrer Schwester besucht, um sich bei Kaffee, leckerem Essen und guten Gesprächen künstlerisch zu entfalten. „Annette nimmt sich immer sehr viel Zeit. Am Ende sitzen wir auf der roten Couch und diskutieren jedes Werk“, erzählt sie.
Am roten Faden entlang
Für die Ausstellung hat Sabine Yilmaz sich mit dem Thema Blüte befasst. Sie hat sich wieder mehr Zeit zum Malen genommen, hat Fotos gemacht und die jeweilige Blume studiert. Dargestellt hat sie diese allerdings weniger gegenständlich, aber farbintensiv.
Ihre Leinwandarbeiten hat sie mit Acryl gemalt. Neben ihren Werken haben auch alle anderen Künstlerinnen das Format 50×40 gewählt. Eine Eigenschaft, die trotz der vielen Individualität der Werke einen roten Faden durch die Ausstellung ziehen soll.
Persönlich erarbeiten
Individuell sind auch die Acrylbilder von Brigitta Koßmann. Sie malt Gesichter – nicht immer realistisch, aber mit viel Gefühl. Wie auch bei Annette Jellinghaus muss sich der Betrachter selbst erarbeiten, was er im Werk sieht.
Annette Jellinghaus wiederum befasst sich mit informeller, also ungegenständlicher Malerei und Menschen. Die Gevelsbergerin hat über das Malen einen neuen Zugang zur Fotografie gewonnen, sagt sie. „Ich habe versucht wichtige und einzigartige Ruheorte künstlerisch einzufangen. Jedoch hatten diese wiederum immer eine gewisse Dynamik.“
Die Erfahrung mit der Fotografie brachte sie zum Thema Spiegelungen. Einen anderen Blick auf die Dinge wollte sie den Orten, an denen sie war, geben. Ihre Fotos sind oft nur Ausschnitte, jedoch immer unbearbeitet und in ihrer Rohfassung.
Gegensätze ziehen sich an
Angela Rzoska hat sich den Gegensätzen verschrieben. Ihre Kunst ist abstrakt, farbintensiv und sensibel. Die Ennepetalerin spielt mit Kontroversen wie Zartheit und Kraft.
Eine weitere Künstlerin der Ausstellung „Vielschichtig“ ist Andrea Otto-Erley. Ihre Kunst setzt sich mit Landschaften, vor allem aber mit urbanen Räumen und dem Zusammenspiel von Enge und Ferne auseinander.
Stefanie Hogrebe wiederum arbeitet mit mehreren Materialien. Die Gevelsbergerin, die bis neulich im Kunstraum EN tätig war, kombiniert Malerei mit Zeichnung und Collagen, wodurch reliefartige, geheimnisvoll wirkende Strukturen entstehen.
Und schließlich wird auch Beate John am 19. Februar ihre Werke zeigen. Mehr und mehr hat die Ennepetalerin die Kunst zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht. Ihr Spezialgebiet sind Entsorgungsmaterialien, denen sie eine neue Bestimmung gibt und sie künstlerisch neu inszeniert. Eine ganz besondere Art von kreativem Können, das in den Räumen des Bürgerhauses präsentiert wird.
Vorbeikommen lohnt sich
Klingt also nach einer aufschlussreichen Entdeckungstour, auf die sich die Besucher der Ausstellung „Vielschichtig“ begeben können.
Einziges Manko zur Eröffnung: „Der Neujahrsempfang von Bürgermeister Claus Jacobi fällt ausgerechnet auf denselben Tag“, bedauert Annette Jellinghaus dessen Abwesenheit.
Für ihn wird Annette Bußmann die Ausstellung eröffnen. Und da wäre es doch gleichzeitig auch eine gute Gelegenheit für jeden Kunstinteressierten nach dem Neujahrsempfang einen kurzen Abstecher ins Bürgerhaus Alte Johanniskirche zu machen.
Wer also vielschichtig etwas erleben will, kann am 19. Februar ab 15 Uhr im Bürgerhaus, Uferstraße 3, anregende Kunst und Künstlerinnen erleben.