Warum der Bergfried so dicke Mauern hat

Im Schwelmer Kreishaus erklärte Uwe Schumacher in mittelalterlicher Gewandung den jungen „Wassermäusen“ das Modell der Isenburg. (Foto: Arnold)

EN-Kreis/Ennepetal. (zico) Wozu diente ein Halsgraben? An welcher Stelle steht der Bergfried, und warum hat er so außergewöhnlich dicke Mauern? Was ist ein „Abtritt“, und wieso war es für feindliche Angreifer so gefährlich, den „Zwinger“ einzunehmen? Solche und viele andere burgentechnische Fragen lernten die Mädchen und Jungen der dritten Klassen der Ennepetaler Gemeinschaftsgrundschule Wassermaus vor wenigen Tagen sozusagen spielerisch zu beantworten. Ort des Geschehens war die Isenburg bei Hattingen, wo die Dötze von Uwe Schumacher, Autor der Romanreihe „Das dunkle Geheimnis der Klutert“ aus Ennepetal, sachkundig in die Geschichte des Mittelalters eingeführt wurden.

Im Rahmen des Landesprojektes „Kulturstrolche“ organisierten Uwe Schumacher mit den Lehrerinnen Bianka Schweser und Lieselotte Unger eine kulturhistorische Führung für Grundschulkinder zu der größten Burgruine Westdeutschlands, um den wissbegierigen Schülern einen kindgerechten Einblick in das Leben in einer Festung des frühen 13. Jahrhunderts zu bieten. Gerade die Isenburg bot sich für ein solches Vorhaben besonders gut an, da sie schließlich schon gut zehn Jahre nach ihrer Erbauung zerstört wurde und ihre ausgegrabenen Grundmauern praktisch den Urzustand einer derartigen Anlage darstellen. Darüber hinaus bekamen die Kinder bei dieser Gelegenheit auch die Geschichte von der Ermordung des Erzbischofs Engelbert und den tragischen Folgen zu hören, die dieses einschneidende Ereignis für den damaligen Burgherrn Graf Friedrich von Isenberg hatte, und gewannen so einen Einblick in die oft grausame mittelalterliche Rechtspraxis.

Auf den Mauern der Burgruine lauschten die jungen „Wassermäuse“ den Worten von Klutert-Romanautor Uwe Schumacher. (Foto: Arnold)

Nach all den vielen Eindrücken genoss jeder der 50 Mädchen und Jungen zur Abkühlung und Erfrischung ein Eis, welches Bernd Arnold vom Klutert Verlag mit seinem vierrädrigen „Schlachtross“ auf den Burgberg transportiert hatte.

Im Anschluss an die schweißtreibende Wanderung auf den Burgberg und über das Ruinengelände besuchten die „Wassermäuse“ dann noch das Modell der Isenburg im Schwelmer Kreishaus, wo ihnen Uwe Schumacher in mittelalterlicher Gewandung zeigte, wie die gewaltige Festungsanlage vermutlich ausgesehen haben mochte, bevor sie im Jahre 1226 geschleift wurde.

Uwe Schumacher hat übrigens bereits eine neue Buchreihe in Vorbereitung. „Wielands magischer Zauberstein“ ist der Arbeitstitel einer Trilogie, deren erster Teil Ende des Jahres erscheinen soll. Verleger Bernd Arnold gibt einen groben Rahmen: „Die Geschichte spielt zur Zeit der napoleonischen Kriege im Berner Oberland in der Schweiz. Dabei feiern die Leser auch ein Wiedersehen mit Pui Ten, die schon in Uwe Schumachers Klutert-Romanen ein Rolle gespielt hat.“