Ein großer Schritt für die Kinderrechte

An der Wittener Straße hat der Gevelsberger Kinderschutzbund ein großes Plakat angebracht. Es macht darauf aufmerksam, dass die Rechte der Kinder nun ihren Platz im Grundgesetz finden. (Foto: André Sicks)

Von André Sicks

Gevelsberg. Mehr als 25 Jahre nachdem die UN-Kinderrechtskonvention von Deutschland unterzeichnet wurde, sollen nun endlich die Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden. So sieht es zumindest der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vor. Für diejenigen, die sich seit Jahrzehnten für die vollständige Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland einsetzen, dazu gehört unter anderem auch der Deutsche Kinderschutzbund, ist dieser Schritt eine Stärkung der Rechtsposition von Kindern.

Kinderschützer betonen: „Innerhalb unserer Gesellschaft sind Kinder keine kleinen Erwachsenen. Sie brauchen zusätzliche Förder- und Schutzrechte. Daher reichen auch die allgemeinen Menschenrechte für Kinder nicht aus. Zum Beispiel das Recht auf eine kindgerechte Entwicklung, auf gute Versorgung, auf einen Schutz vor seelischer und körperlicher Gewalt sowie auf Mitbestimmung – all dies macht Kinder letztlich zu vollwertigen Persönlichkeiten, die respektiert werden und deren freie Entfaltung verfassungsmäßig geschützt wäre.“

„Die Rechte und Interessen unserer Kleinen müssen endlich Beachtung finden“, so Barbara Lützenbürger, Vorsitzende des Gevelsberger Kinderschutzbundes. Gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Mitstreitern brachte sie kürzlich ein riesiges Plakat an der Wittener Straße an, das allen Bürgern klar machen soll, dass nun die Rechte der Kinder ein gesetzliches Gehör finden.

Es bleibt viel zu tun

Für die Kinderschützer ist dies nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Eine weitere große Baustelle bleibt weiterhin die Kinderarmut. Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, mahnt, dass Kinderarmut in einem reichen Land wie unserem weder notwendig sei, noch hinnehmbar.

Eine grundlegende Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes müsse ferner das Thema Inklusion mit klaren Rechtsansprüchen der betroffenen Kinder regeln. Auch der Familiennachzug, speziell für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, entsprechend der UN-Kinderrechtskonvention lässt sowohl der Regierung als auch dem Deutschen Kinderschutzbund, der Lobby für Kinder, noch viel zu tun übrig.