Ennepebogen nicht wieder zu erkennen

Legten die Grundstein für die neue Bauvereins-Geschäftsstelle „Am Ennepebogen 1“ in Gevelsberg: (von links) stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Günter Beil, Geschäftsführer Günter Schwarzmann, Aufsichtsratsvorsitzender Heinz-Walter Lingemann und Bürgermeister Claus Jacobi. (Foto: Frank Schmidt)

Gevelsberg. (zico) „Jemand, der dieses Areal zum letzten Mal vor zehn Jahren gesehen hat, würde denken, er sei in einer anderen Stadt, wenn er heute wieder käme“, fasste Bürgermeister Claus Jacobi den Wandel am Ennepebogen nicht ohne Stolz zusammen. Seinen maßgeblichen Anteil am Umgestaltungsprozess hat auch der Bauverein Gevelsberg, der nur einen Steinwurf von der alten Geschäftsstelle im Gebäude Gartenstraße 10 sein neues Domizil mit der Wunschadresse „Am Ennepebogen 1“ errichtet. Vor wenigen Tagen trafen sich die Offiziellen des Bauvereins, Vertreter des öffentlichen Lebens, der Stadt und Bauschaffende zur Grundsteinlegung auf der Baustelle.

„Erst zum zweiten Mal in seiner 112-jährigen Geschichte errichtet der Bauverein eine eigene Geschäftsstelle“, strich Bauvereins-Aufsichtsratsvorsitzender Heinz-Walter Lingemann in seiner Ansprache die Bedeutung des Projekts für die Genossenschaft heraus: „Die erste Geschäftsstelle, die 1964 bezogen wurde, ist in die Jahre gekommen und wird den Anforderungen unseres Geschäftsbetriebes nicht mehr gerecht.“ Dies verdeutlichte auch Geschäftsführer Günter Schwarzmann, der nach Lingemann ans Mikrofon trat: „Im Jahre 1964 haben wir rund 700 Wohnungen verwaltet; heute sind es etwa 2.000. Mit 900 Quadratmetern Nutzfläche wird die neue Geschäftsstelle doppelt so groß sein wie die bisherige, die aus allen Nähten platzt. Dies bedeutet auch frischen Wind für unsere Mitarbeiter, die in dem hellen, freundlichen Gebäude tätig sein werden.“ Das von den Aachener Planern Reicher/Haase, die auch den städtebaulichen Wettbewerb Ennepebogen gewonnen hatten, entworfene Domizil schlage eine Brücke zwischen Klassik und Moderne.

Zeigten sich auch an der Kelle fachkundig: Günter Schwarzmann (vorn) und Claus Jacobi. (Foto: Frank Schmidt)

Einer der Vorzüge des Gebäudes sei ein modernes, intelligentes Energiekonzept, unter anderem mit dem Einsatz von Erdwärme (Geothermie). Die Kosten für den Neubau, der im Herbst 2011 bezogen werden soll, bezifferte Günter Schwarzmann auf etwa drei Millionen Euro. Entgegen ursprünglicher Planung musste das Gebäude um acht Meter nach Norden „verschoben“ werden, weil sich hier der Untergrund besser eignet. Der Bauvereins-Geschäftsführer lobte die Verantwortlichen bei der Stadt um Bürgermeister Jacobi für ihr Durchhaltevermögen, die Maßnahme Ennepebogen auch gegen politische Widerstände durchgesetzt zu haben. Unter den Ehrengästen befand sich auch der frühere 1. Beigeordnete Hans Christian Schäfer, der den Ennepebogen in einer seiner letzten Amtshandlungen noch mit auf den Weg gebracht hatte. „Wer seine Zukunft bauen will, muss in der Gegenwart leben“, zeigte sich Schwarzmann überzeugt, dass der Bauverein mit dem Neubau die richtige Weichenstellung vorgenommen hat.

Aufsichtsratsvorsitzender Heinz-Walter Lingemann verdeutlichte in seiner Ansprache die Notwendigkeit einer neuen Geschäftsstelle für den Bauverein Gevelsberg. Im Vordergrund der schmuckvolle Grundstein aus Edelstahl. (Foto: Frank Schmidt)

Diese Überzeugung teilte auch Bürgermeister Claus Jacobi, der das Projekt in den Zusammenhang eines „Urbanisierungsprozesses Gevelsbergs“ in den vergangenen fünf bis zehn Jahren stellte. „Grundsteinlegungen sind ein Symbol für Veränderung und Weiterentwicklung“, so dass Stadtoberhaupt. Die neue Geschäftsstelle werde Teil einer „neuen Erlebnismitte für Gevelsberg“ und biete den optimalen Service eines wohnungswirtschaftlichen Unternehmens. Mit dem Ennepebogen werde in schwierigen Zeiten ein herausragendes Projekt verwirklicht.

Anders als vielfach üblich, bleibt der eigentliche Grundstein der neuen Geschäftsstelle für jedermann sichtbar. In das schmuckvolle Edelstahlbehältnis wurden Münzen, Baupläne, Mitarbeiterlisten und Zeitungen, darunter auch der aktuelle wochenkurier, gelegt, bevor es von Günter Schwarzmann und Claus Jacobi fachkundig in eine der Wände eingemauert wurde.