Erster Computer füllte einen ganzen Raum

Eine Urkunde vom obersten Verbandschef überreichte Lothar Feldmann (links) an Rainer Plathof (rechts). Barbara Plathof und Vorstand Roland Zimmer nahmen an der Feier teil. (Foto: Stefan Scheler)

Schwelm. (Sche) „Beamter bin ich nicht gewesen“, erzählte Rainer Plathof, der auf ein halbes Jahrhundert im Dienst der Sparkasse Schwelm zurückblicken kann und dafür vor wenigen Tagen in der umzubauenden Hauptstelle vom Vorstandsvorsitzenden Lothar Feldmann und Vorstand Roland Zimmer eine besondere Ehrung bekam. Es war 1962, als der Jubilar als Auszubildender – Lehrling, wie man damals noch sagte – mit 14 Jahren in der Sparkasse Schwelm, damals noch an der Schulstraße, seine abwechslungsreiche Arbeit begann. In frühen Jahren war die Sparkasse auch formal noch so streng öffentlich-rechtlich organisiert, dass leitende Mitarbeiter den Beamtenstatus hatten.

„50 Jahre ununterbrochene Berufstätigkeit, und das auch noch beim gleichen Arbeitgeber“, zollte Lothar Feldmann in einer kurzen Ansprache der Lebensleistung Rainer Plathofs Respekt: „Das ist etwas, was vor Ihnen kein anderer Mitarbeiter vorweisen konnte und wohl auch keiner nach ihnen erreichen wird.“

„Dabei hatte ich zunächst Schwierigkeiten mit der neuen Stelle“, erinnert sich der mittlerweile 64-jährige leitende Sparkassen-Mitarbeiter, der zurzeit den Bereich Zahlungsverkehr- und Liquiditätsmanagement leitet: „Mit 14 Jahren hat man halt vom Berufsleben noch andere Vorstellungen als im gesetzten Alter.“ Trotzdem hielt Rainer Plathof durch und erreichte einiges. So übernahm er 1974 die Abteilung „Belegvorbereitung“ und bekam 30 Jahre später noch einen wichtigeren Posten. Seit 2004 ist er in seiner jetzigen Funktion für die gewinnbringende Verwaltung der sparkasseneigenen Wertpapiere und Geldanlagen mit einer Bilanzsumme von 250 Millionen Euro verantwortlich.

In die Dienstzeit Rainer Plathofs von den sechziger Jahren bis heute fiel die gewaltige Umwälzung im Bankwesen, welche die Computer- und Informationstechnologie mit sich brachte. Zu Beginn seiner Laufbahn buchte der Jubilar noch ausschließlich auf Papier. „Heute unvorstellbar“, kommentierte das Lothar Feldmann: „Das Arbeitsaufkommen wäre nicht mehr zu schaffen.“ So musste sich Rainer Plathof, wie alle modernen Arbeitnehmer, mit den Segnungen der EDV anfreunden. 1968 kam der erste IBM-Großrechner in die Sparkasse Schwelm; Anlagen, die ganze Räume füllten, mit der Kapazität eines heutigen Taschen-PC. Etwas fortschrittlicher kam da 1973 die erste Netzwerkverbindung daher, eine Datenleitung zum Rechenzentrum des Sparkassenverbunds in Münster. Was über all die Jahre geblieben ist, sieht Lothar Feldmann im Dienst am Kunden. „Hier hat sich Rainer Plathof sehr ausgezeichnet“, lobte der Sparkassen-Chef: „Seine Beratungen waren immer von Hilfsbereitschaft und Respekt getragen sowie fachlich fundiert.“ Eine Vertrauensstellung habe er sich auch im Umgang mit seinen Kollegen erworben, für die er sich im Personalrat einsetzte. Ebenso reibungslos verlief die Zusammenarbeit mit seinen Vorgesetzten. Das dies auch an höherer Stelle bekannt geworden ist, beweist die Urkunde, die Lothar Feldmann dem Jubilar, der im kommenden Jahr in den Ruhestand geht, im Auftrag des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands in Berlin, Heinrich Haasis, überreichte.

Für die Zeit nach dem Beruf hat Rainer Plathof sich vorgenommen, mehr Zeit mit seiner Frau Barbara und seinen Enkeln zu verbringen sowie intensiver seinen sportlichen Ambitionen beim Tennis und Fußball nachzugehen. Bis dahin ist er in den Worten des Vorstandsvorsitzenden noch „einer der zehn wichtigsten Mitarbeiter im Haus.“