Geheimnisvolle Medaille

Wer ist der Mann auf diesem Anhänger - und wann wurde die Medaille gefertigt? Fragen, die Besitzer Claus Barz nach mehr als einem halben Jahrhundert endlich klären möchte. Ob die wochenkurier-Leser helfen können? (Foto: Frank Schmidt)

Gevelsberg. (zico) „Wo dieser Anhänger her ist, weiß ich selbst nicht mehr, doch er begleitet mich fast mein ganzes Leben – und ich weiß so gut wie nichts darüber“, rätselt Claus Barz bis heute, wenn er sein medaillenähnliches Schmuckstück begutachtet: „Vermutlich stammt es von dem Bauernhof in Schee im heutigen Sprockhövel, den mein Vater früher hatte. Bekommen hab ich den Anhänger wohl in den 50-er Jahren.“

Die Medaille zeigt auf der Vorderseite einen Mann mit Bart, der eine Art Uniform trägt. „Auffällig ist für mich der dünne Kragen. Im 16. Jahrhundert trug man dicke Kragen, danach Hemden, so dass ich vermute, es handelt sich um eine Person, die vor dem 16. Jahrhundert gelebt hat“, spekuliert der 63-jährige Eigentümer, der vor allem wissen will, wer der Mann ist und wann die Medaille gefertigt wurde: „Erzbischof Engelbert ist es wohl nicht. Die Uniform könnte aus den Zeiten von Christoph Columbus stammen.“

Schon als Claus Barz 1962 in die Lehre kam, startete er Versuche, Näheres über den vermutlich aus Messing gefertigten Anhänger zu erfahren. „Mein geschichtlich sehr bewanderter Berufsschullehrer konnte das Rätsel aber auch nicht lösen. Er vermutete, dass die Medaille vielleicht im Dritten Reich gefertigt wurde, als Rohstoffe knapp waren und die Bürger aufgerufen wurden, ihr Gold abzugeben, um den Krieg damit zu finanzieren. Stattdessen wurde dann Schmuck aus Messing gefertigt“, so der in Silschede wohnende Barz: „Eine andere Variante wäre, dass der Anhänger als Schmuck am Zaumzeug eines Brauereipferdes diente, wie es früher bei Umzügen üblich war.“

Vorder- und Rückseite des Anhängers, die auf der einen Seite einen geheimnisvollen Unbekannten, auf der anderen Seite das grob geschlagene Metall, vermutlich Messing, zeigt. Wer kann Angaben über die Herkunft des Schmuckstückes von Claus Barz machen? (Foto: Frank Schmidt)
Letztlich liefen bis heute aber alle Deutungs- und Klärungsversuche ins Leere – mehr als Vermutungen ergaben auch Barz‘ Recherchen in Stadtarchiven und Museen nicht. Dabei trat der Gevelsberger sogar an das Deutsche Nationalmuseum heran, schickte Fotos und schriftliche Angaben nach Nürnberg. „Eine Antwort darauf bekam ich nie, vermutlich ist man dort auch überlastet mit dererlei Anfragen“, zeigt sich der Besitzer der geheimnisvollen Medaille ein wenig enttäuscht: „Jetzt stehe ich im Herbst des Lebens und möchte doch endlich klären, was es mit ihr auf sich hat.“

Seine letzte Hoffnung sind nun die wochenkurier-Leser: „Der wochenkurier kommt doch in fast jeden Haushalt, und vielleicht weiß ja irgendjemand aus der großen Leserschaft die Auflösung meines Rätsels.“ Eines möchte Barz dabei klarstellen: „Es geht mir nicht darum, die Medaille zu verkaufen oder darum, ob sie eventuell wertvoll ist. Aber ich hab den Anhänger immer aufbewahrt und unter meinen Habseligkeiten gehabt. Ich möchte das Geheimnis endlich lüften.“

Wer also eine Idee hat, woher die Medaille stammen könnte oder Tipps geben kann, wie Claus Barz an Informationen über den Anhänger kommt, wendet sich an den

wochenkurier
Ruf: 0 23 32 / 8 07 25
Fax: 0 23 32 / 1 06 01
E-Mail: redaktion-en@wochenkurier.de