Gevelsberg: Leerstände erfolgreich reduziert

Gevelsberg. (Sche) „Ich genieße es, auf dem Bürgermeistersessel zu sitzen“, flachste Pro City-Vorsitzender Werner Tasbier bei der Jahreshauptversammlung der Innenstadt-Vereinigung im Gevelsberger Rathaus vor wenigen Tagen. „Aber nur bei der Pro City-Tagung“, wollte das Stadtoberhaupt Claus Jacobi gleich klargestellt haben.

Der Pro City-Vorstand mit (hinten, von links) Beisitzer Dietmar Grimm, dem stellvertretenden Vorsitzenden Christian Kubitz und den Beisitzern Wulf Spriestersbach sowie Hans-Christian Schäfer. Im Vordergrund Vorsitzender Werner Tasbier und dessen zweite Stellvertreterin Susanne Schumacher. (Foto: Stefan Scheler)

Derart aufgelockert ging Citymanager Frank Manfrahs den Rückblick auf das vergangene Jahr an. „Wir konnten die Leerstände in der Innenstadt erfolgreich reduzieren“, referierte der Stadtentwicklungs-Experte: „Die Anzahl der verwaisten Geschäfte sank von 20 in 2008 auf acht; das entspricht einem Rückgang von 8,85 Prozent auf 3,54 Prozent.“ Das, was dann an Räumlichkeiten noch nicht wieder vermietet oder verpachtet sei, falle leider in die Kategorie „kaum vermittelbar“, wie etwa ein hoffnungslos veralteter und zu kleiner ehemaliger Frisörsalon an der Kölner Straße.

„Diese Erfolge sind deshalb möglich, weil Pro City sich nicht als reine Händlervereinigung versteht“, lobte Claus Jacobi auf der von gut 30 Personen besuchten Veranstaltung: „Hier sind auch Vereine und Verbände mit im Boot, denen allen eines gemein ist: Sie sprechen für Gevelsberg mit einer Stimme.“

Citymanager Frank Manfrahs mit der Gevelsberg-Tasche, deren riesige Nachbildungen die Ortseinfahrten markieren, zum Beispiel am Lusebrink. (Foto: Stefan Scheler)

Solche Geschlossenheit hat laut Werner Tasbier unter anderem dazu geführt, dass man einen Kalender von Ereignissen im Zentrum der Engelbertstadt auf die Beine gestellt habe, der wegen seiner Alleinstellungsmerkmale auch die Aufmerksamkeit der Nachbarstädte auf sich gezogen habe. „Beim Boulevard Gevelsberg im vergangenen Jahr haben wir einmal die Autokennzeichen der Besucher registriert und nach Kreisen ausgewertet“, berichtete der Pro City-Vorsitzende: „Dabei fiel auf, dass aus den Bereichen Hagen, Wuppertal und dem Märkischen Kreis ein reger Besucherstrom floss.“ Auch EN-intern seien aus den angrenzenden Kommunen viele Neugierige nach Gevelsberg gekommen. Die Rechnung sieht im Einzelnen folgendermaßen aus: Ennepetal stellte 18 Prozent der Gäste, Schwelm zwölf Prozent, Sprockhövel acht Prozent, Haspe vier Prozent, und andere Gemeinden sieben Prozent. Somit verbleibt für die einheimischen Boulevard-Bummler eine Quote von 51 Prozent. „Es ist beachtlich, dass bei den Innenstadt-Flanierern nur gut jeder Zweite in unserer Stadt wohnt“, zeigte sich Claus Jacobi vom Zuspruch der Anrainer begeistert: „Das beweist mir, dass Pro City mit seinem Strauß an Aktivitäten auf dem richtigen Weg ist.“

Diesen Ausspruch des ersten Bürgers bestätigte Frank Manfrahs bei der Vorstellung der Projekte für das laufende Jahr, wobei wieder der in Kürze, nämlich von Freitag, 3. Mai, bis Sonntag, 5. Mai, stattfindende Boulevard das Zugpferd der Innenstadt-Attraktionen sein dürfte. „Aus unserem Etat von 166.000 Euro wenden wir 50.000 für den Boulevard auf, während 4.000 Euro auf den Erlebnishandel, 4.000 Euro auf den Martinsmarkt, 2.000 Euro auf die Vorweihnachtsaktion, 3.000 Euro auf den Mondscheinbummel und 4.000 Euro auf den ,Gevelsberger Frühling‘ entfallen.“

Um bei derartig detaillierten Zahlenkolonnen den Überblick zu behalten, wählte die Versammlung einstimmig als Nachfolger von Raimund Heß den neuen Kassenprüfer Thomas Meckel, der nun gemeinsam mit Philippe Marie die Pro City-Abrechnungen kontrolliert.

Auch die als informelle „Ortsschilder“ fungierenden überdimensionalen Einkaufstaschen mit dem Ginko-Blatt fanden vom Stadtoberhaupt anerkennende Erwähnung: „Das ist schon fast ein Stadt-Monument.“ Eines der vier Meter hohen Einkaufs-Behältnisse steht zum Beispiel am Lusebrink. Die kleinen Schwestern der riesigen Henkeltüten erhalten die Kunden Gevelsberger Läden von Pro City-Mitgliedern zum Heimtragen ihrer Käufe.

Sich immer neu selbst erfinden; das ist nach einhelliger Meinung aller Versammlungsteilnehmer das Gebot der Stunde für die Entwicklung und Erhaltung einer attraktiven Gevelsberger Innenstadt.