Gevelsberger Hilfe für die Ukraine

Gevelsberg. „Wann kommt ihr wieder?“ Diese Frage mussten Jörg Breddermann und sein Bruder Rainer schon oft beantworten, wenn sie mit den Sattelschleppern der Spedition Breddermann Hilfsgüter in die Ukraine brachten. Zwar finden in den Lastern stolze 1.400 Bananenkisten mit Schuhen, Kleidern und Bettwäsche, dazu noch diverse Fahrräder und Matratzen Platz, und in Zusammenarbeit mit der Ukraine-Moldawien-Hilfe rollen pro Jahr circa 20 dieser Sattelschlepper gen Osten – doch auch diese beachtliche Menge kann die Not nur ein wenig lindern, das Elend längst nicht beseitigen.

Impressionen

Wie die Hilfe vor Ort praktisch aussieht, dass können die Gevelsberger Spender jetzt im Gospel-Treff, Großer Markt 3, in Wort und Bild erfahren. In dem gemütlichen Café gegenüber dem Rathaus, das seit Jahren auch Sammelstelle für die Abgabe von Hilfsgütern ist, zeigen die Breddermann-­Brüder am Dienstag, 5. April, 19 Uhr, Impressionen von den Transporten. „Spender wollen wissen, dass ihre Hilfe auch ankommt, dass die Sachen nicht für kommerzielle Interessen zweckentfremdet werden oder gar im Schredder landen“, weiß Rainer Breddermann (54), der oft entsprechende Fragen gestellt bekommt. Den Inhalt von fünf Sattelschleppern haben bislang allein die Gevelsberger Spender zusammen getragen.

Damit das Gevelsberger Engagement nicht ins Leere läuft, haben sich die Breddermänner, beide engagierte Christen, der Ukraine-Moldawien-Hilfe angeschlossen – einem kleinen Verein mit Sitz in Gladenbach, der bereits seit den 60er Jahren existiert. Ehrenamtliche arbeiten dort sehr professionell und registrieren alles, was in Richtung Donezk, Mariupol, Lugansk oder Saporoschje auf den Weg gebracht wird. „In Saporoschje leben neben rund einer Million Flüchtlinge 500.000 Menschen aus den Kriegsgebieten in der Ost-Ukraine“, berichtet Jörg Breddermann. Sein nächster Transport, für den sich schon wieder viele nützliche Spenden in einem Hinterraum des Gospel-Treffs stapeln, soll allerdings nach Möglichkeit nach Sewastopol gehen, um den in der russisch besetzten Stadt lebenden Ukrainern zu helfen. Ob sich dieses Transportziel realisieren lässt, ist allerdings noch nicht ganz geklärt.

Noch immer Auseinandersetzungen

Der 53-Jährige weiß aus persönlicher Erfahrung, dass die Ukraine zwar weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden, dennoch aber nach wie vor ein Land mit kriegerischen Auseinandersetzungen ist. „Täglich fallen dort circa 30 Bomben, doch es wird kaum noch darüber berichtet. Andere Nachrichten, etwa über die Situation von Flüchtlingen, überlagern das Thema Ukraine“, erklärt der jüngere der beiden Breddermänner.

Dennoch ist die Hilfsbereitschaft in Gevelsberg nach wie vor groß. Deshalb soll den Spendern am Dienstag vor Augen geführt werden, wie sinnvoll und wichtig ihr Engagement ist. Nach dem Lichtbildervortrag ist noch genug Zeit, um Fragen zu stellen  und Gedanken auszutauschen. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben.

Gesammelt wird natürlich auch weiterhin. Die Hilfsgüter können täglich von Dienstag bis Freitag zwischen 9.30 Uhr und 13 Uhr im Gospel-Treff, Großer Markt 3 in Gevelsberg, abgegeben werden. Wer zu diesen Zeiten keine Gelegenheit hat, die Sachen ins Café zu bringen, kann auch einen individuellen Termin ausmachen: Rainer Breddermann freut sich unter Tel. 0163/ 4944295 über jede Hilfe.