Großreinemachen auf dem Milsper Friedhof

Ennepetal. (saz/Red.) In der vergangenen Woche war es laut auf dem städtischen Friedhof in Milspe. Auf dem rund 60.000 Quadratmeter großen Areal wurden jetzt eine Pflegeoffensive durchgeführt, die zunächst einmal vor allem gegen den Wildwuchs vorgehen soll. Auf eine Zeitspanne von 60 bis 70 Jahren soll sich das Bild des Friedhofes grundlegend Verändern.
„Durch eine veränderte Bestattungskultur hat sich ergeben, dass wir auf diesem Friedhof zu viele leere Flächen haben“, erklärt Wolfgang Schrey, Vorstand der Stadtbetriebe. „Deswegen ist das längerfristige Ziel, einen großen Teil des Geländes aus dem Friedhofsbetrieb herauszunehmen und in städtische Grünflächen umzuwandeln.“ Aus dem Friedhof wird also, eher über lang als über kurz, eine Parkanlage. Im unteren Bereich sind daher bereits viele ältere Grabstellen, bei denen die Ruhezeit abgelaufen war, nicht neu bestückt worden. Stattdessen wurden sie eingeebnet und neues Gras ausgesät.

Beschwerden

Seit im vergangenen Jahr der Auftrag für die Pflege des ­Milsper Friedhofs neu vergeben wurde, häuften sich die Beschwerden über den Zustand der Anlage. Der beauftragte Unternehmer hatte erhebliche Personalprobleme, sodass er den Vorgaben des Auftrags nicht mehr entsprechen konnte. Es wurde sich schließlich einvernehmlich darauf geeinigt, dass der Auftrag zurückgegeben wird, um eine Neuvergabe zu ermöglichen.
Gerade in der Sommerzeit wächst und gedeiht alles was auf Friedhöfen so grünt und blüht. Um dem Wildwuchs entgegenzuwirken, hatte Bürgermeisterin Imke Heymann die Ennepetaler Stadtbetriebe gebeten, die Situation zum Anlass zu nehmen, um eine Pflegeoffensive zu starten. Diese fand in der vergangenen Woche statt. Kräfte des Betriebshofes der Stadtbetriebe arbeiteten mit Hochdampf daran, einen guten Grundstand auf dem Friedhof zu erhalten. So wurden aufgelassene Grabstellen eingeebnet, Sträucher und Bäume geschnitten und die Wege auf Vordermann gebracht.

Bestattungskultur im Wandel

Wolfgang Schrey erläutert weiter: „Einige Bereiche des Friedhofes werden aufgrund der veränderten Bestattungskultur nicht mehr benötigt.“ War vor einigen Jahren noch die Erdbestattung die verbreiteste Beisetzungsform, so wird sich aktuell in mehr als der Hälfte der Fälle für eine Feuerbestattung entschieden. Für die Urnenbeisetzung werden zur Zeit auf dem Milsper Friedhof weitere Grabstelen in Würfelform angelegt.
Aufgrund dieser veränderten Bestattungskultur sind Friedhofsteile, die als Erweiterungsflächen vorgesehen waren, nicht mehr erforderlich. „Zug um Zug wandeln wir diese Bereiche und die nicht mehr benötigten Gräberflächen in Parklandschaft um“, sagt Schrey und bittet gleichzeitig die Friedhofsbesucher um Verständnis: „Dieser Prozess dauert allerdings Jahre, da wir nur Flächen umwandeln können, bei denen die Liegezeiten der Grabstellen vollständig abgelaufen sind. Teile des Friedhofs sehen dadurch ungepflegt aus, aber wir arbeiten an der Verbesserung der Situation.“
Eine einmalige Offensive reicht natürlich nicht, wie Schrey betont: „Die Besucher müssen sehen, dass wir hier jetzt langfristig was machen wollen.“ Wenn alles so läuft, wie geplant, dann können sich die Ennepetalerinnen und Ennepetaler irgendwann in den nächsten hundert Jahren auf eine neue Grünanlage in ­Milspe freuen.