Herr Tasbier ist die „Nummer eins“

Beim Verladen von 200.000 Briefmarken für die Stiftung Volmarstein: (von links) Werner Tasbier, Julia Neumann und Margarethe Surowiec. (Foto: Frank Schmidt)

Gevelsberg. (zico) „Herr Tasbier ist unsere Nummer eins“, strahlten Margarethe Surowiec und Julia Neumann von der Evangelischen Stiftung Volmarstein zu Wochenbeginn um die Wette, als sie dem Modegeschäft von Werner Tasbier in der Gevelsberger Fußgängerzone ihren schon gewohnten Besuch abstatteten: „Keiner unserer Privatsammler stellt uns mehr Marken zur Verfügung als er.“ Und so wechselten kurz darauf rund 200.000 Briefmarken den Besitzer und gehen nach Volmarstein, wo sie behinderten Menschen in der dortigen Werkstatt ein Arbeitsfeld bieten.

Bereits zum zehnten Mal sammelte Werner Tasbier in seinem Modehaus „Briefmarken für Volmarstein“ und erzielte mit Hilfe von rund 250 Spendern ein tolles Ergebnis. Unter den 200.000 Marken fanden sich besonders exklusive Stücke in 46 Sammelalben und viele Sondermarken aus der ganzen Welt, aber auch eine Spezialbriefmarkenlampe, Ersttagsbriefe, Friedensbriefe von Hundertwasser, Briefmarken-Kataloge, Ersttagsumschläge der Vereinten Nationen sowie diverse Ansichtskarten. Auch ein Sonderumschlag zur zehnjährigen Partnerschaft zwischen Gevelsberg und Vendôme erfreute das Auge des Kenners. Außerdem wurden etwa 300 internationale Telefonkarten für den guten Zweck gespendet.

Eine erstaunliche Ausbeute, die noch mehr verblüfft, wenn man bedenkt, dass Mode Tasbier nicht das ganze Jahr über zu den Spenden aufruft. „Unsere Hauptsammelzeit konzentriert sich auf die vier August-Wochen“, erklärt der Inhaber: „Aber wer seine Briefmarken zwischendurch bei uns abgeben will, wird natürlich auch nicht weg geschickt.“ Ebenso wie die Stiftung Volmarstein dankt Initiator Werner Tasbier allen Spendern ganz herzlich und freut sich dabei über eine ganz unterschiedliche Klientel: „Auch in diesem Jahr gab es wieder sehr unterschiedliche Spendenmengen. Von der einzelnen Marke bis zu größeren Sammlungen war alles dabei. Da wird in so mancher Institutionen das ganze Jahr über jeder Briefumschlag bei Seite gelegt und im August dann bei uns abgegeben. Eine andere Gruppe bilden ehemalige Gevelsberger, die nicht mehr hier wohnen und ihre gesammelten Marken per Post zu uns schicken. Und wieder andere nehmen die Aktion zum Anlass, uns einen besonderen Besuch abzustatten.Zum Beispiel Dagmar Wendisch, die in Wuppertal Jahr für Jahr größere Mengen sammelt, um sie zur Weitergabe nach Tasbier zu bringen. Die Marken werden in Umschlägen, Tüten, Kartons und Zigarrenkisten abgegeben, teilweise mit Informationen und besonderen Grüßen.“

„Dank der großen Spendenbereitschaft in Gevelsberg können die elf Mitarbeiter der Volmarsteiner Briefmarkenstelle wieder rund vier Monate beschäftigt werden“, berichteten Margarethe Surowiec und Julia Neumann. Die Marken werden von den Briefen oder Postkarten abgelöst, nach Erscheinungsland sortiert und auf der jährlichen Sammlerbörse in Volmarstein sowie anderen Sammlerveranstaltungen entsprechend ihrem Katalogwert verkauft. „Welcher Erlös die Sammlung von Mode Tasbier für behinderte Menschen erwirtschaften kann, werden wir erst nach einer Sichtung der Marken hochrechnen können“, so das Volmarsteiner Duo.

Für das große Engagement der Gevelsberger Bürger und der Spender aus der Nachbarschaft bedankte sich Julia Neumann vor Ort besonders: „Es macht Freude, zu sehen, dass wieder eine solch beachtliche Menge zusammengekommen ist. Unser besonderer Dank gilt der Familie Tasbier für die Organisation dieser Aktion.“ Und Margarethe Surowiec ergänzte: „Solche Aktionen sind sehr wichtig; schließlich wird hier immer wieder auf die Arbeit der Werkstatt für Behinderte und die Briefmarkenstelle in Volmarstein aufmerksam gemacht, was uns natürlich sehr freut.“ Werner Tasbier, der sich nach Feierabend auch um die Sortierung und Verpackung der vielen, vielen Marken kümmert, versprach im Gegenzug, Volmarstein auch weiter die Treue zu halten: „Solange wir noch mit einer solch gewaltigen Resonanz rechnen können, werden wir auch weiterhin Briefmarken für den guten Zweck zusammentragen.“

Das bedeutet auch künftig: Keine Marke in den Papierkorb, sondern als Hilfe für den guten Zweck sammeln und so zum „wertvollsten Altpapier der Welt“ machen. Ansporn fürs nächste Jahr gab es schon beim Verladen der diesjährigen Ausbeute: Während sich Werner Tasbier noch mit den Kartons an der Ladefläche des Volmarsteiner Fahrzeugs mühte, stellte ihm ein Passant bereits die nächste größere „Rutsche“ an Briefmarken in Aussicht…