Hubertus Kramer neuer Chef für 3.800 Genossen

EN-Kreis/Ennepetal. (zico) Hubertus Kramer ist neuer Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Ennepe-Ruhr. Ein Jahr vor den Landrats- und Bürgermeisterwahlen wählten die 94 Delegierten im Haus Ennepetal den 54-jährigen Gevelsberger, der bereits seit 15 Jahren an der Spitze seines Stadtverbandes steht, mit über 87 Prozent der Stimmen zum Chef für rund 3.800 Genossen. Mit Kramers Wahl haben die Sozialdemokraten an Ennepe und Ruhr erstmals einen Vertreter aus dem Südkreis zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Der Landtagsabgeordnete folgt auf Dietmar Köster, der sich nach 14 Jahren an der Spitze des Unterbezirks noch stärker auf sein Mandat als Europaabgeordneter konzentrieren will.

Schwerpunkt Kommunalpolitik

„Ich bin von Kopf bis Fuß Kommunalpolitiker“, hatte Kramer zuvor in seiner Vorstellungsrede betont und unterstrichen, dass sein Hauptaugenmerk auch in seiner neuen Aufgabe auf der Kommunalpolitik liegen werde. „Zu guter sozialdemokratischer Kommunalpolitik gehört immer auch der Begriff Heimat“, betonte Kramer weiter und schlug damit den Bogen zum Leitantrag des Parteitags, den auch der stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Jochen Ott mit seinem Referat unterfütterte. Ott, SPD-Vorsitzender in Köln, warb für eine sozialdemokratische Stadtentwicklungspolitik, die den Blick auf das Quartier lenkt, das Viertel, in dem die Menschen leben, wohnen, arbeiten und folglich politische Gestaltung unmittelbar erfahren. „Die Menschen wollen stolz auf ihr Quartier sein und in einem lebenswerten, schönen und sauberen Umfeld leben“, unterstrich Ott.

Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Olaf Schade, stieß ins gleiche Horn: „Der demografische Wandel erfordert neue Antworten und Konzepte für alle Lebensbereiche. Die SPD stellt sich der Aufgabe, umfassende Lösungen zu entwickeln, die das Leben der Menschen verbessern werden.“ Dietmar Köster, der den Unterbezirk 14 Jahre lang führte, ermunterte seine Parteifreunde dazu, die Menschen in den Quartieren als Experten wahrzunehmen, die Kontakte entsprechend auszubauen und so eine Demokratisierung der Kommunalpolitik voranzutreiben.

Heimat im Quartier

Vor seiner Wahl zum neuen Unterbezirksvorsitzenden hatte Kramer seine inhaltlichen Ziele für die kommenden Jahre in fünf Bereiche gegliedert: Wahlkämpfe erfolgreich bestreiten; Zusammenhalt nach innen stärken; EN-SPD nach außen repräsentieren; Personal entwickeln; Dienste leisten. Für die nächsten zwölf Monate gelte es, sich mit voller Kraft auf die Bürgermeisterwahlen in Witten, Herdecke, Ennepetal, Hattingen, Schwelm und Breckerfeld sowie auf die Landratswahl auf Kreisebene zu konzentrieren.

Unter dem Motto „Zusammenarbeit nach innen stärken“ möchte Kramer sowohl den Austausch zwischen den Sozialdemokraten aus den verschiedenen Städten des EN-Kreises fördern als auch die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen politischen Ebenen verstetigen. Der SPD-Unterbezirk bündele als einzige Partei in EN die Kräfte von der kommunalen Basis über die Landes- und Bundesebene bis hin zum Europaparlament. Themenforen, etwa zum Thema Energie und Klimawandel, sollen gemeinsame Positionen zu aktuellen Themen erarbeiten. Zur inhaltlichen Qualifizierung der Mitglieder kündigte Hubertus Kramer eine breite innerparteiliche Bildungsarbeit an: „Bildungspolitik war stets Markenzeichen der SPD.Bildung an unsere Mitglieder zu vermitteln, muss deshalb konsequenterweise auch zentrales Ziel der SPD selbst sein.“

Treffen auf Burg Blankenstein

Der Repräsentation nach außen und der Vernetzung soll ein jährliches SPD-Treffen des Unterbezirks dienen, das auf der Burg Blankenstein stattfinden soll. Kramer lobte in diesem Zusammenhang den Vorstoß Olaf Schades, der die Hattinger Burgruine wegen seiner Geschichte als Schauplatz ins Spiel gebracht hatte – einst hatten sich hier linke Kräfte zu Zeiten der Sozialistengesetze zu verbotenen politischen Zusammenkünften eingefunden. Eine Radsportgruppe möchte Kramer ebenso gründen – für die gemeinsame Freizeitgestaltung, aber auch, um das nachhaltige Verkehrsmittel der Zukunft“ stärker ins Blickfeld zu rücken.

Zu stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Delegierten im Haus Ennepetal Rainer Bovermann (Hattingen) mit mehr als 93 Prozent der Stimmen und Christel Humme (Witten) mit 87 Prozent. Schatzmeister der EN SPD ist Thomas Stotko (Witten). Die 15 Beisitzer im Vorstand sind Silvia Eilhardt, Ralf Kapschack, Brigitte Kaun, Claudia Krebs (alle Witten), Sabine Kelm-Schmidt, Olaf Schade (beide Hattingen), Daniel Pilz, Nils Roschin (beide Wetter), Horst Hoffmann, Jan Schaberick (beide Herdecke), Dietmar Bierenbreier (Sprockhövel), Peter Gerbothe (Breckerfeld), Detlef Wapenhans (Schwelm), Barbara Lützenbürger (Gevelsberg) und Christian Zink (Ennepetal).