„Künstliche Welten“ in Gevelsberg

Gevelsberg. (zico) Wenn am Sonntag, 23. Februar 2014, ab 14 Uhr die neue Ausstellung von Robert Schiborr im Bürgerhaus Alte Johanneskirche Gevelsberg, Uferstraße 3, eröffnet wird, dann erwartet die Besucher mehr als „nur“ eine Vernissage. Die Präsentation von „Künstliche Welten“, Schiborrs bereits vierter Werkschau im Bürgerhaus, lässt die Gäste zum Teil eines Ereignisses werden, das man in den 70-ern wohl als „Happening“ bezeichnet hätte und das weitaus mehr Sinne anspricht als nur das Sehen.

Der gläserne, komplett überwachte Mensch als Teil der modernen Informationsgesellschaft ist Thema in Robert Schiborrs neuer Ausstellung „Künstliche Welten“. (Foto: Frank Schmidt)
Der gläserne, komplett überwachte Mensch als Teil der modernen Informationsgesellschaft ist Thema in Robert Schiborrs neuer Ausstellung „Künstliche Welten“. (Foto: Frank Schmidt)

Datenkontrolle und Internet

Gleichwohl dreht sich alles um das von Robert Schiborr gewählte Thema. Der Gevelsberger Maler befasst sich bei „Künstliche Welten“ mit dem Einfluss des Internet, der Medien und der Datenkontrolle auf den Menschen. Der gläserne Mensch, das Preisgeben persönlicher Daten und die mediale Durchleuchtung sind Thema des 34-Jährigen, das mit dem NSA-Skandal zusätzliche Brisanz erhalten hat. „Ich hatte mir diese Thematik schon ausgewählt, bevor Edward Snowden mit seinen Informationen an die Öffentlichkeit ging. Für mich war es eine logische Anknüpfung an die Vorgängerausstellung ,History‘“, erklärt Schiborr.

Installation als Höhepunkt

In „Künstliche Welten arbeitet er mit besonders intensiven und eindringlichen Farben, beleuchtet so die Welt von gestern, heute und morgen. Die Ausstellung gliedert sich in drei Schwerpunkte: Zum einen in Szene gesetzt wird das Zeitalter der Industrialisierung als Vorläufer der heutigen „Informationsgesellschaft“. Ein weiterer Teil befasst sich mit der heutigen Welt der sozialen Netzwerke, Internet-Partnerbörsen und Komplettüberwachung. Und Teil drei wirft einen Blick in die Zukunft, in der die Natur zurückerobert, was der Mensch vereinnahmt hat.

Diese Rückbesinnung zur Natur, in schlichter, fasst schon unschuldig wirkender Farbgebung dargestellt, sorgt für den Kontrast zu den kräftigen Tönen der Daten und Medienwelt.

Konzert der Feuerwehr-Band

Ein Höhepunkt ist die Installation im Keller des Bürgerhauses. Mit fluoreszierenden Farben wandelt Robert Schiborr das Kellergewölbe zu einem künstlerischen Raumschiff um, in dem sich bei der Vernissage lebende „Cyborgs“ – Mischwesen, die Mensch und Technik in sich vereinen – befinden. „Der Mensch wird als Daten preisgebendes Objekt gezeigt, symbolisiert durch Kabel und Drahtstränge, die aus und durch den Körper ihre Bahnen ziehen“, erläutert der Künstler: „Den Besucher erwartet eine verstörende und mystische Installation.“

Für den musikalischen Rahmen sorgen erneut die „Big Band der Feuerwehr Schwelm“ mit einem zweistündigen Konzert sowie der DJ „The Realist“ Oliver Kirch. „Die Big Band der Feuerwehr hat das Publikum bereits bei ,History‘ über Generationsgrenzen hinweg für Begeisterung gesorgt“, freut sich Robert Schiborr über die neuerliche Unterstützung.

Regina Potarczyk, Leiterin des Bürgerhauses Alte Johanneskirche, freut sich bereits auf die Ausstellung: „Robert Schiborr ist bereits zum vierten Mal hier zu Gast, und so nehmen wir hier auch Anteil an seinem künstlerischen Entwicklungsprozess.“ Für das leibliche Wohl sorgen das Team des Bürgerhauses sowie die Kultur-Cafe Frauen. Einführende Worte spricht Annette Bußmann in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende der Lokalen Agenda 21.