„Mit Pfiff gegen Gewalt“

EN-Kreis. „Wenn Frauen heute immer häufiger den Mut finden, über Gewalt, die ihnen in den eigenen vier Wänden widerfährt, zu berichten und sich Hilfe zu organisieren, dann ist das auch ein Erfolg unserer Arbeit. Für jede Betroffene, die aufsteht und sich gegen die in vielen Fällen jahrelang erlittene psychische oder physische Misshandlung zur Wehr setzt, lohnt sich unser Einsatz“, bilanzieren die Mitglieder des „Runden Tisches EN gegen Häusliche Gewalt“ ihre inzwischen 13-jährige Tätigkeit. Seit 2004 nehmen sie im November den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen zum Anlass, um mit einer Aktion kreisweit auf den Runden Tisch, seine Tätigkeit und seine Angebote aufmerksam zu machen.

„Mit Pfiff gegen Gewalt“ heißt es daher zwischen Samstag, 17. November, und Freitag, 30. November 2012 , an Ständen in allen neun Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises. Verteilt werden insgesamt 1.500 Trillerpfeifen und Informationsmaterial mit Telefonnummern der Frauenberatung EN, des Frauenhauses EN, der Opferschutzbeauftragten der Polizei sowie des Weißen Rings. Informiert wird über die breite Palette der praktischen Hilfen. „Sie reicht von der persönlichen Beratung über Hinweise zu Rechten von Opfern bis zur Aufnahme ins Frauenhaus“, so Petra Bedow, Gleichstellungsbeauftragte des Ennepe-Ruhr-Kreises und Geschäftsführerin des Runden Tisches.

„Allein in den vergangenen zwölf Monaten verzeichnete die Kreispolizeibehörde, die für acht Städte des Ennepe-Ruhr-Kreises zuständig ist, 209 Fälle häuslicher Gewalt und 131 Wegweisungen der Gewalttätigen aus Wohnungen. In 167 Fällen erfolgte eine Vermittlung der Betroffenen an Beratungsstellen“, nennt Bedow lokale Daten.

Mit seiner kreisweiten Aktion will der Runde Tisch noch mehr Betroffene ermutigen, sich an Beratungsstellen, an das Frauenhaus oder an die Polizei zu wenden. Zeugen häuslicher Gewalt sollen ermuntert werden, Warnsignale zu beachten und Unterstützung anzubieten.