Straßennamen als Blick in Gevelsbergs Vergangenheit

Das erste Exemplar ihres Buches „Sraßen und Straßennamen der Stadt Gevelsberg – Entstehung, Deutung, Wandel“ übergab Dr. Margret Korn jetzt Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi. Ihr besonderer Dank galt auch Detlef Sauerborn, der sich um Layout, Bildbearbeitung und Koordination kümmerte. (Foto: Sarah Schwarz)

Gevelsberg. (saz) „Straßennamen sind mehr als eine Orientierungshilfe. Sie geben oft Auskünfte über die ersten Siedler und Hofesstellen und lassen längst vergessene Sitten und Bräuche wieder auferstehen“, schreibt Dr. Margret Korn im Vorwort zu ihrem neuen Buch „Straßen und Straßennamen der Stadt Gevelsberg – Entstehung, Deutung, Wandel“. Auf fast 480 Seiten beschäftigt sich die Gevelsberger Heimatforscherin mit der Vergangenheit der Straßen in der Engelbertstadt.

„Straßen sind identitätsbildend, mit Straßennamen verbinden wir emotionale Erinnerungen“, erklärt Bürgermeister Claus Jacobi. So habe wohl jede Gevelsbergerin und jeder Gevelsberger eine Straße, mit der er oder sie Heimatgefühle verbindet. Und Straßen sind im Wandel, erzählen Geschichten und geben einen Einblick in die Vergangenheit.

Nicht nur Schotter

Für Dr. Korn geht es nicht „nur um den Schotter auf der Straße, sondern darum, was eine Straße den Menschen gegeben hat.“ In ihrem Buch werden die 292 Straßen der Engelbertstadt lebendig. Dr. Korn zeigt auf, seit wann es in Gevelsberg überhaupt Straßen gibt, wann diese ihre Namen bekamen und warum einige davon verändert wurden. Dabei erzählt sie nicht nur die Geschichte der Straßen, sondern gleichzeitg auch die Geschichte der Stadt Gevelsberg und vieler Bewohner.

Dem neuen Buch von Dr. Margret Korn liegt der aktuelle Gevelsberger Stadtplan bei, sodass das Gelesene genau nachvollzogen werden kann. (Foto: Sarah Schwarz)

Vergangenheit und Gegenwart

Dem Buch liegt der aktuelle Gevelsberger Stadtplan bei, sodass die Leserinnen und Leser die Örtlichkeiten nachvollziehen können. Außerdem wird man dazu eingeladen, eine Wanderung durch die Straßen der Engelbertstadt zu machen und dabei ein Stück Familien-, Kultur- und Industriegeschichte zu entdecken.

Viele Abbildungen geben einen Einblick in die Vergangenheit aber auch in die Gegenwart. Das älteste Bilddokument ist 142 Jahre alt, die jüngsten Fotos stammen aus dem Jahr 2017.

Drei Jahre arbeitete Margret Korn mit zeitlichen Unterbrechungen an ihrem Werk. Die Autorin hatte zeitweise nicht mehr daran geglaubt, das „Tag X“, also das Erscheinen des Buches, noch kommen würde, hat sie doch immer mehr mit Krankheiten zu kämpfen. Und am vergangenen Montag, 23. Oktober, als sie das allererste Exemplar ihres Buches an Gevelsbergs „ersten Bürger“ übergab, konnte sie sich über eine schmerzensfreie Lücke freuen und sei dafür „unendlich dankbar“, wie sie betonte.

Dank gilt den Heimatfreunden

Dankbar sei sie aber auch den ebenso geladenen Heimatfreunden, die ihr im Besonderen bei der Erstellung des Buches geholfen hatten. Besondere Erwähnung fand dabei Detlef Sauerborn, der sich um Layout, Bildbearbeitung und Koordination kümmerte und so dafür sorgte, dass das Buch in dieser Form erscheinen konnte.

Neben ihrer eigenen umfangreichen Sammlung und den Fotos, Zeichnungen und Ansichtskarten, die sie von zahlreichen Heimatfreunden bekam, erfuhr sie auch große Unterstützung durch das Archiv der Stadt und den Heimatverein.

Das neue Werk von Dr. ­Margret Korn gibt es für 39,90 Euro in der Buchhandlung Appelt.