Die Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Schwelm laden gemeinsam zum Riesentauffest am Ufer der Ennepe ein. Die Einzelheiten verrieten die Geistlichen Thomas Werner aus Gevelsberg, Anja Martin aus Voerde, Superintendent Andreas Schule und Ortwin Pflägling aus Herzkamp. (Foto: Claudia Eckhoff)

Gevelsberg. (ce) Das, was der Evangelische Kirchenkreis Schwelm gerade plant, hat etwas Biblisches. Ein großes Open-Air-Tauffest soll am Sonntag, 1. Juli, von 11 bis etwa 14.30 Uhr am Ennepebogen gefeiert werden, zu dem noch bis etwa Ende Mai Täuflinge in ihren jeweiligen Gemeinden angemeldet werden können. Es sollte vor dem Fest genug Zeit bleiben für die individuellen Taufgespräche mit den Geistlichen.

Alle Gemeinden des Kirchenkreises beteiligen sich an der ungewöhnlichen Aktion. Die Vorbereitungen für das XXL-Tauffest laufen schon auf Hochtouren.

Riesige Resonanz

„Oft scheitert die Taufe nicht am Glauben, sondern an den Rahmenbedingungen“, weiß Superintendent Andreas Schulte. Die eigene religiöse Entfremdung, enge Wohnverhältnisse, konfliktreiche Familienkonstellationen oder ein ganz kleines Haushaltsbudget – besonders für Alleinerziehende tun sich große Hindernisse auf, wenn es um die Tauffeier geht.

„Die Taufe ist ein Gottesgeschenk, nehmen wir es an!“ – damit warb die Evangelische Kirche von Westfalen vor einigen Jahren in ihren Gemeinden um Ideen für Tauffeiern der etwas anderen Art.

An guten Ideen mangelt es nicht. An besonderen Orten, taufwilligen Menschen, mutigen Geistlichen und engagierten Gemeindemitgliedern offensichtlich auch nicht. Das am Ennepebogen geplante Tauffest stößt schon jetzt auf eine überwältigende Resonanz. Die Idee eines großen, gemeindeübergreifenden Familiengottesdienstes mit moderner Bandmusik unter freiem Himmel im Umfeld eines multikulturellen Wohnumfeldes zieht die Menschen an.

Open-Air-Taufe am Ufer

Jeder Täufling wird individuell getauft. Das Wasser der Ennepe wird die Taufschalen füllen, die auf den Steinblöcken am Ufer stehen werden.

Jede Gemeinde wird ihren eigenen Taufplatz haben.

Die DLRG wird das Fest begleiten. Bei Regen werden Festival-Capes verteilt. Wenn es wettertechnisch gar nicht anders geht, muss alles in die Erlöserkirche ausweichen.

Aber die Beteiligten hoffen natürlich auf passendes Open-Air-Wetter. Im Anschluss an die Taufen soll gefeiert und geschmaust werden. Ein Caterer versorgt die wahrscheinlich riesige Festgemeinde mit einem einfachen Nudelgericht. Aufgetischt wird an Tischen und Bänken unter freiem Himmel.

Zeichen setzen

In Zeiten knapper Kassen und oft leerer Kirchen müssen sich die Gemeinden etwas einfallen lassen und beherzt etwas investieren, Zeichen setzen.

„Dieses Tauffest vertieft unsere Beziehung zu Gott und auch zueinander“, so Superintendent Andreas Schulte. „In den Gemeinden verstärkt die gemeinsame Anstrengung den Zusammenhalt. Für die Menschen, die noch außerhalb der Gemeinden stehen, setzt es die Schwellenangst ganz weit herab und baut Brücken.“

Eingeladen ist jeder, der Taufe erleben will oder der sich unter freiem Himmel am Wasser der Ennepe an seine eigene Taufe erinnern möchte.