Unbekannte Gewässer

Gevelsberg. (je) Gewässer sind das Steckenpferd von Dieter Schmidt. Bewaffnet mit seiner Kamera und stets unterstützt durch seine Ehefrau Annita war der rüstige Rentner in den vergangenen Jahren rund um Gevelsberg unterwegs, um die heimischen Seen und Flüsse zu porträtieren. Sein neuestes Fotoprojekt hat Schmidt nun aber etwas weiter hinaus geführt, zu eher unbekannten Talsperren in Sauerland und Bergischem Land.

Gewässer und Denkmäler

Seine bisherigen Fotoprojekte brachten Dieter Schmidt in der Vergangenheit bereits die Bezeichnung „Chronist der Gewässer“ ein. So hat er die Ennepe, die Heilenbecke und auch den Hasper Bach von den Quellen bis zur Mündung mit der Kamera begleitet und dazu drei Foto-CDs voller berauschend schöner Aufnahmen erstellt.

Doch Schmidt nimmt nicht nur Wasser vor die Linse. Im Jahr 2014 erschien sein mittlerweile vergriffener Bildband „100 Denkmalgeschützte Gebäude und Objekte in Gevelsberg“. Darin dokumentierte, fotografierte und verschriftlichte er alle in der Denkmalliste der Stadt Gevelsberg eingetragenen Objekte.

Im vergangenen Sommer publizierte Schmidt dann mehr als 600 Fotos zum Thema „So schön ist unsere Heimat – Gevelsberg und Ennepetal in Bildern“ mit kleinen fotografischen Ausflügen nach Hagen und Breckerfeld. Er ließ seinen Blick dabei immer wieder über kleine und größere, stehende und fließende Gewässer schweifen. Die Liebe zu Bach, Fluss und See ließ ihn nicht los.

Unbekannte Talsperren

Nun ist Schmidt mit seiner neuesten Veröffentlichung aber wieder zu seinen Wurzeln – oder besser: seinen Quellen – zurückgekehrt. In wie immer liebe- und mühevoller Klein­arbeit hat der pensionierte Bankkaufmann sich sechs eher unbekannten Talsperren im Bergischen Land und im Sauer­land angenommen. Wichtig für die Auswahl: die Ziele sollten landschaftlich reizvoll, als angenehmer Tagesausflug erreichbar und möglichst barrierefrei umrundbar sein.

So führten Dieter und Annita Schmidt viele Fahrten zu den sechs Talsperren. Und – da das Wetter manchmal plötzlich nicht mehr mitspielen wollte – teilweise auch mehrfach. Insgesamt zwei Jahre und über 2.000 gefahrene Kilometer kamen so zusammen, um die sehenswerten und mit vielen Hintergrundinformationen angereicherten Bilder auf Datenträger zu bannen.

Die touristisch wohl am besten erschlossene der sechs ist die in weniger als einer Stunde zu erreichende Brucher Talsperre zwischen Wipperfürth und Gummersbach. Rund um das und auf dem 4,7 Hektar großen Gewässer gibt es vielfache Naherholungs-, Bade- und Wasser­sportmöglichkeiten.

Die Eschebachtalsperre in Remscheid ist für Geschichts-­Fans ein besonders reizvolles Ziel: Das ab 1889 entstandene Gewässer ist die erste deutsche Trinkwassertalsperre und Vorläufer aller nach dem „Intze-Prinzip“ errichteten Staumauern. Sie war sogar Ausflugsziel für Prinz Friedrich Leopold von Preußen und Kaiser Wilhelm II.

Im Sauerland liegen, teils gut versteckt und daher landschaftlich umso reizvoller, die zusammen in einem Tagesausflug besuchbaren Fuelbecketalsperre in Altena, Fürwiggetalsperre zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid sowie die nicht ganz so leicht umgehbare Oestertalsperre in Plettenberg. Die sehr kleine und schwer erreichbare Jubachtalsperre bei Kierspe war selbst für Dieter Schmidt mit einer abenteuerlichen Suche verbunden: Das Gewässer, dass einen Nebenfluss der Volme staut, liegt so versteckt, dass es selbst in der Umgebung kaum jemand kennt.

Apropos: Bei seinen Erkundungsfahrten wollte Schmidt eigentlich auch in der Tradition seiner anderen Fluss-CDs dem Lauf der Volme folgen. Doch schon die Suche nach deren Quelle in Meinerzhagen gestaltete sich schwierig, denn die direkt am sprudelnden Ursprung des Flusses wohnenden und arbeitenden Menschen hatten von diesem nie gehört. Beim Begriff „Volmequelle“ waren sie stattdessen davon ausgegangen, Schmidt sei auf der Suche nach einer Disco …

Direkt bei Schmidt

Die Foto-CD „Sechs Talsperren im Bergischen Land und Sauerland“ ist, wie auch alle bisherigen CDs, für 10 Euro direkt bei Dieter Schmidt,
Telefon 0152/06253067 erhältlich.