Von Mensch zu Mensch

Gevelsberg. (saz) Sie möchten denen helfen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Denen, die zwar da sind, aber meist unsichtbar bleiben. Denen, die sich häufig selbst nicht mehr helfen können. Sie wollen raus gehen und helfen, wo gerade Hilfe gebraucht wird. Zu erkennen sind sie an ihrer „Uniform“: das Vereinslogo „Unsichtbar e.V.“ auf der Kleidung.

„Im November 2014 kam die Idee auf, rauszugehen und Obdachlosen zu helfen“, erinnert sich Holger Brandenburg, Koordinator des Vereins. „Den Verein haben wir dann im Februar 2015 gegründet.“ Es geht Brandenburg und seiner Mit-Koordinatorin Heidi Holstein-Glasmacher um die sozial schwachen Menschen am Rande der Gesellschaft. „Die gibt es leider viel zu oft“, sagt Brandenburg.

Ihr Ziel ist es, sowohl zu den Obdachlosen auf die Straße, als auch zu den Hilfesuchenden nach Hause zu gehen. Sie tun das für die Menschen, einen Dank erwarten sie nicht: „Das ist eine Herzgeschichte“, sagt Brandenburg. „Wir verlangen keinen Dank, wir wollen nur helfen.“ Der Blick in die strahlenden Augen eines Obdachlosen, dem sie gerade geholfen haben, reiche vollkommen.

Projekte

Das neuste Projekt des Vereins war eine Idee, die schon von Anfang an in den Köpfen der Initiatoren war: Ein „Kältebus“. Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug, das genug Platz bietet, um warme Getränke, Decken, Schlafsäcke und ähnliche notwendige Dinge einzupacken und zu denen zu bringen, die diese benötigen. Dabei ist die Bezeichnung „Kältebus“ doch ein wenig irreführend, denn die Aktion ist über das gesamte Jahr geplant. Es wird feste Stellen geben, an denen Holger Brandenburg, Heidi Holstein-Glasmacher und weitere ehrenamtliche Mitarbeiter des Vereins mit dem Fahrzeug stehen werden.

„Deswegen sind wir auch auf die Mithilfe der Bewohner im Kreis angewiesen“, betont Brandenburg. „Wenn sie jemanden sehen, der Hilfe braucht, sollten sie die Person auf uns aufmerksam machen.“ Oder auch den Verein direkt ansprechen. Die Ehrenamtlichen von „Unsichtbar“ gehen natürlich auch selbst weiter auf die Straße, um Hilfesuchende zu finden und ihnen vom „Kältebus“ zu erzählen.

Doch der „Kältebus“ ist nicht die einzige Idee, die der Verein in den kommenden Monaten umsetzen will. Zum einen wollen die Mitglieder des Vereins als Weihnachtsmann verkleidet durch die Ennepe-Ruhr-Städte ziehen und Plätzchen verteilen. Auf seiner Facebook-Seite schreibt der Verein zu der Aktion: „Wir wollen einfach mal diese Momente auffrischen, wie sie früher waren, als Oberflächlichkeit und Vorurteile noch lange nicht so eine Bedeutung hatten wie heute. Wir möchten in den jeweiligen Augenblicken die Welt für einen Moment still stehen lassen und einfach Freude schenken.“

Freude schenken

Genau darum geht es auch bei einer anderen Idee, die Heidi Holstein-Glasmacher schon lange auf der Seele brannte: „Seit 30 Jahren habe ich eigentlich schon den Traum, in der Weihnachtszeit zu den Kindern zu gehen, die nichts haben. Wenn es das ganze Jahr über schon nicht so gut läuft, dann wollen wir wenigstens zu Weihnachten eine Freude bereiten.“ Deswegen ist geplant, dass wenigstens drei bis vier Familien im Kreis den Weihnachtsmann persönlich in ihrer Mitte begrüßen können. Jemand aus dem Vereinsvorstand wird dann als Überraschung bei diesen Familien auftauchen und die Kinder mit einer Kleinigkeit überraschen.

Der persönliche Kontakt zu denen, die wenig bis gar nichts haben, ist den Vereinsmitgliedern ein besonderes Anliegen. Es geht darum, „von Mensch zu Mensch“ zu agieren, wie Heidi Holstein-Glasmacher betont. Gerade die Obdachlosen auf der Straße bleiben häufig „unsichtbar“ und am Rand der Gesellschaft. Dagegen will der Verein vorgehen und ihnen Nähe und Menschlichkeit entgegen bringen.

Viele weitere Infos zum Verein und seine Arbeit gibt es unter www.unsichtbar-ev.de und auf der Facebook-Seite des Vereins.